15. September 2026

Der bildungsindustrielle Komplex und die KV-Reform

Die neuste Reform, Kaufleute 22 genannt, ist an bildungspolitischen Absurditäten kaum zu überbieten. Ihre Praxisferne ruft jetzt sogar die bis anhin kompetenzverliebten Banken und SP-Genossinnen auf die Barrikaden. Ein Blick hinter die Kulissen des Reformgeschehens von Alain Pichard bringt allerdings noch interessantere Erkenntnisse ans Tageslicht. Diese Bildungsreform, so sein Fazit, ist ein Paradebeispiel für das Wirken des bildungsindustriellen Komplexes.

Bildung – Haltungsnoten statt Leistungsmessung

„Kreative“, politisch forcierte Lernformen genießen einen großen Vertrauensvorschuss. Dabei ist ihre Wirksamkeit nicht erwiesen. Die Veröffentlichung von Schulleistungsdaten könnte Klarheit schaffen. Rainer Werner über Schein und Sein in der Bildungspolitik.

Eine Blüte, deren Duft die Welt erfreut

Lyrik-Unterricht in der Schule ist dankbar und wichtig, aber nicht immer einfach umzusetzen. Der Basler Musiker David Klein stellt uns für den Condorcet-Blog die jüdische Dichterin Selma Eisinger-Meerbaum vor. Das jüdische Mädchen, das im Alter von 18 Jahren durch die Nazis zu Tode kam, hinterliess ein lyrisches Werk mit unglaublicher poetischer Kraft – als hätte sie geahnt, dass ihr zum Schreiben nicht viel Zeit gegeben ist. Die Gedichte erzählen mit großer Musikalität, sprachlicher Schönheit und klaren Bildern von Sehnsucht, tiefer Liebe, Einsamkeit und unerschütterlicher Hoffnung und sollten Jugendlichen von heute nicht vorenthalten werden.

Warum ich mich nicht aus Spass durchs Leben gendere

Jasmin Frey, Sozialpädagogin aus Basel, antwortet unserem Condorcet-Autor auf dessen Kritik an der Gendersprache (Gendersprache: Hundertprozentig korrekt, gerecht, aber seelenlos öde. 19.5.21). Die aktuelle Sprache ist für sie ausschliessend, das Neue fliessend, human und kreativ.

Kühnels Sonntagseinspruch: Die Bildungsbürokratie blüht, die Institutionen gedeihen!

Professor Wolfgang Kühnels heutiger Sonntagseinspruch ist natürlich in erster Linie für unsere deutschen MitstreiterInnen bestimmt. Genau gelesen, kann er aber als Lehrstück für bildungsbürokratische Strategie und das Zusammenwirken von Wissenschaft, Politik und Verwaltung dienen, eine Allianz, die auch in der Schweiz mächtig am wirken ist. Akribisch durchleuchtet der Mathematikprofessor die Kungelei in den höchsten Bildungsgremien. Von interessenfreier Unabhängigkeit – wie behauptet – kann keine Rede sein. Es geht vielmehr um Steuerung und Auftragssicherheit. Nicht zum Vorteil der Praxis.