27. Juli 2021

Chancengerechtigkeit

«Streulicht» von Deniz Ohde – Eine Buchbesprechung

Condorcet-Autor Georg Geiger beginnt das Jahr 21 mit einem Lesevorschlag! Das Buch von Deniz Ohde: Streulicht kann fast als Romanform der soziologischen Analyse von Aladin El-Mafaalani gelesen werden, ein Buch, das unser Georg Geiger bereits im Juli vergangenen Jahres in unserem Blog vorstellte (https://condorcet.ch/2020/07/mythos-bildung-eine-buchbesprechung/).

Träumen erlaubt

Julia Klebs löste mit ihrem engagierten Votum für ein Schulsystem, das die unterprivilegierten Schichten nicht weiter benachteiligt, eine spannende Debatte auf unserem Blog aus. Diesmal ist die Reihe wieder an unserem Condorcet-Autor Felix Schmutz, der Frau Klebs in einigen Punkten recht gibt, aber auch die positiven Seiten unseres Bildungssystems betont.

Verinterpretiert sich Felix Schmutz?

Condorcet-Autor Felix Schmutz bezweifelte, ob die Gastautorin Julia Klebs in ihrem Beitrag (Bildung und Strukturen: Gesellschaft ist gestalt- und veränderbar! 8.12.20) wirklich – wie von ihr behauptet – linke Positionen einnahm. Darauf antwortet die Gastautorin aus Basel mit einer Präzisierung. Es geht um Gerechtigkeit und ein Überwinden des neoliberalen Narrativs.

Nimmt Julia Klebs tatsächlich eine linke Position ein?

Condorcet-Autor Felix Schmutz fragt sich, ob Julia Klebs (Bildung und Strukturen: Gesellschaft ist gestalt- und veränderbar! 8.12.20) wirklich linke Positionen vertritt und nicht tief im Innern bildungsbürgerlichen Idealen anhängt. Abgesehen von den guten nachschulischen Aufstiegsmöglichkeiten gibt es in unserer freien Gesellschaft jede Menge Tätigkeiten, mit denen man seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Lesen Sie die Replik im Detail.

Bildungsgerechtigkeit entsteht in der Praxis

In seinem Condorcet-Beitrag beklagt Prof. Tobias Straumann, Universität Zürich, die fehlende Chancengleichheit in der Schweiz. Sie sei, so hält er apodiktisch fest, „schwach entwickelt“. Gleichzeitig wissen wir, welch wichtige Rolle Lehrpersonen für Kinder und Jugendliche spielen, wenn es um die vielzitierte Chancengleichheit bei ungleichen Startchancen geht. Doch darüber schweigt sich Straumann aus. Eine Spurensuche von Condorcet-Autor Carl Bossard, der vieles seinen Lehrerinnen und Lehrern verdankt.

Zwei Städte mit Bildungsproblemen, zwei Wahlkämpfe ohne Bildungsthemen

Unser Condorcet-Autor Alain Pichard ist in Basel aufgewachsen und lebt seit über 40 Jahren in Biel. Condorcet-Autor Roland Stark, gebürtiger Appenzeller, wirkt seit Jahrzehnten in Basel. In beiden Städten finden derzeit Wahlen statt. In beiden Städten gibt es Bildungsprobleme und beide werden links regiert. Roland Stark und Alain Pichard wundern sich über das Schweigen der linken Parteien zu Bildungsthemen.

Ein Hoch auf unsere Volksschule

Der Mamablog (ab und zu Papablog) im Tagesanzeiger ist der Ort, an welchem Eltern ihre Sicht der Dinge über Erziehungsfragen und ab und zu auch über unsere Schulen publizieren. In den bildungspolitischen Diskursen kommt diese Optik (so auch in unserem Blog) oft zu kurz. Einer der Autoren des Mama/Papablogs ist der Werber Markus Tschannen, dessen Beitrag wir mit freundlicher Genehmigung des Verlags und des Autors hier publizieren. Markus Tschannen ist Kommunikationsberater, Blogger und Kolumnist. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern – 1 und 6 Jahre alt – in der Nähe von Bern. Brecht ist übrigens der Vorname eines der Kinder des Autors.

Quo vadis, Gymnasium? oder Abzocke auf bernisch

Eigentlich eine unfassbare Geschichte aus dem Kanton Bern: Da werden für Maturaprüfungen von den Eltern horrende Gebühren erhoben und, obwohl diese nicht stattgefunden haben, als Aufwandsentschädigung verbucht. Dass es im Kanton Bern überhaupt solche Gebühren gibt, wusste nicht einmal unser Condorcet-Autor Alain Pichard, der doch Kinder hat mit einer Berner Matur in der Tasche.

Überrollt uns nun eine unreflektierte Digitalisierungswelle?

Condorcet-Autor Hanspeter Amstutz warnt vor der nun möglichen erzwungenen Digitalisierung und preist die Vorzüge eines Schulunterrichts im Klassenverband und mit einer Lehrperson.

Als Basel und die Linke noch Masstäbe in der Bildung setzten

Mit Charles Stirnimann, Historiker aus der Stadt Basel, begrüssen wir einen neuen Autor in unseren Reihen. Sein geschichtlicher Rückblick ist in zweierlei Hinsicht interessant. Er zeigt, wie gross die Herausforderungen waren, denen sich die Bildungspolitik zu Beginn des letzten Jahrhunderts stellen musste. Und sie zeigt uns auch, wie sehr die Stadt Basel, ihre Behörden und vor allem auch die SP damals dem Wohl der unterprivilegierten Schichten verpflichtet waren. Eigenschaften, die wir heute schmerzlich vermissen.