8. Dezember 2022

Chancengerechtigkeit

Marc Bourgeois: «Kein Politikbereich ist so unehrlich wie die Bildungspolitik»

Nachdem die FDP lange Zeit den Pädagogen vertraut hat, regt sich in immer mehr Kantonen Widerstand gegen die pausenlosen Bildungsreformen in der Volksschule. Viele Politiker stellen ernüchtert fest, dass die versprochenen Ziele niemals erreicht wurden und dafür ständig noch mehr Mittel gefordert werden.
Wir veröffentlichen hier ein aufschlussreiches Interview mit dem freisinnigen Zürcher Kantonsrat Marc Bourgeois, der in Zürich die Bildungsdirektion mit Vorstössen zu Lehrmitteln, Lehrkräftemangel, Kindergarten usw. auf Trab hält. Dieses Interview ist von Daniel Wahl, Journalist im Nebelspalter, geführt worden.

Lehrkräftemangel: Die grösste Bedrohung für die Chancengleichheit

Condorcet-Autor Alain Pichard ist dem Ruf seiner ehemaligen Schule gefolgt und unterrichtet wieder. Er arbeitet an demselben Ort, in dem er vor 45 Jahren seine Lehrerkarriere angetreten hat. Das Oberstufenzentrum Mett-Bözingen, wo seine Frau als Schulleiterin wirkt, ist eine Brennpunktschule in Biel. Und sie leidet besonders unter dem Lehrkräftemangel.

Wenn Bildungsreformen die Bildungsschere weiten

Bildung erzeugt immer Differenz. Das ist so. Und gleichzeitig muss die Schule für Chancengleichheit sorgen. So will es der Auftrag. Doch wie weit wird er durch die aktuelle Reformwelle erschwert? Diese Frage beschäftigt Condorcet-Autor Carl Bossard.

«Streulicht» von Deniz Ohde – Eine Buchbesprechung

Condorcet-Autor Georg Geiger beginnt das Jahr 21 mit einem Lesevorschlag! Das Buch von Deniz Ohde: Streulicht kann fast als Romanform der soziologischen Analyse von Aladin El-Mafaalani gelesen werden, ein Buch, das unser Georg Geiger bereits im Juli vergangenen Jahres in unserem Blog vorstellte (https://condorcet.ch/2020/07/mythos-bildung-eine-buchbesprechung/).

Träumen erlaubt

Julia Klebs löste mit ihrem engagierten Votum für ein Schulsystem, das die unterprivilegierten Schichten nicht weiter benachteiligt, eine spannende Debatte auf unserem Blog aus. Diesmal ist die Reihe wieder an unserem Condorcet-Autor Felix Schmutz, der Frau Klebs in einigen Punkten recht gibt, aber auch die positiven Seiten unseres Bildungssystems betont.

Verinterpretiert sich Felix Schmutz?

Condorcet-Autor Felix Schmutz bezweifelte, ob die Gastautorin Julia Klebs in ihrem Beitrag (Bildung und Strukturen: Gesellschaft ist gestalt- und veränderbar! 8.12.20) wirklich – wie von ihr behauptet – linke Positionen einnahm. Darauf antwortet die Gastautorin aus Basel mit einer Präzisierung. Es geht um Gerechtigkeit und ein Überwinden des neoliberalen Narrativs.

Nimmt Julia Klebs tatsächlich eine linke Position ein?

Condorcet-Autor Felix Schmutz fragt sich, ob Julia Klebs (Bildung und Strukturen: Gesellschaft ist gestalt- und veränderbar! 8.12.20) wirklich linke Positionen vertritt und nicht tief im Innern bildungsbürgerlichen Idealen anhängt. Abgesehen von den guten nachschulischen Aufstiegsmöglichkeiten gibt es in unserer freien Gesellschaft jede Menge Tätigkeiten, mit denen man seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Lesen Sie die Replik im Detail.

Bildungsgerechtigkeit entsteht in der Praxis

In seinem Condorcet-Beitrag beklagt Prof. Tobias Straumann, Universität Zürich, die fehlende Chancengleichheit in der Schweiz. Sie sei, so hält er apodiktisch fest, „schwach entwickelt“. Gleichzeitig wissen wir, welch wichtige Rolle Lehrpersonen für Kinder und Jugendliche spielen, wenn es um die vielzitierte Chancengleichheit bei ungleichen Startchancen geht. Doch darüber schweigt sich Straumann aus. Eine Spurensuche von Condorcet-Autor Carl Bossard, der vieles seinen Lehrerinnen und Lehrern verdankt.

Zwei Städte mit Bildungsproblemen, zwei Wahlkämpfe ohne Bildungsthemen

Unser Condorcet-Autor Alain Pichard ist in Basel aufgewachsen und lebt seit über 40 Jahren in Biel. Condorcet-Autor Roland Stark, gebürtiger Appenzeller, wirkt seit Jahrzehnten in Basel. In beiden Städten finden derzeit Wahlen statt. In beiden Städten gibt es Bildungsprobleme und beide werden links regiert. Roland Stark und Alain Pichard wundern sich über das Schweigen der linken Parteien zu Bildungsthemen.

Ein Hoch auf unsere Volksschule

Der Mamablog (ab und zu Papablog) im Tagesanzeiger ist der Ort, an welchem Eltern ihre Sicht der Dinge über Erziehungsfragen und ab und zu auch über unsere Schulen publizieren. In den bildungspolitischen Diskursen kommt diese Optik (so auch in unserem Blog) oft zu kurz. Einer der Autoren des Mama/Papablogs ist der Werber Markus Tschannen, dessen Beitrag wir mit freundlicher Genehmigung des Verlags und des Autors hier publizieren. Markus Tschannen ist Kommunikationsberater, Blogger und Kolumnist. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern – 1 und 6 Jahre alt – in der Nähe von Bern. Brecht ist übrigens der Vorname eines der Kinder des Autors.