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Sonderauswertung von PISA 2018: Die Nutzung digitaler Medien an sich wirkt nicht lernfördernd

Condorcet-Autor Alain Pichard ist zwar kein Freund von PISA, sieht aber auch durchaus positive Aspekte. Nun ist er auf eine interessante Sonderauswertung gestossen.

Macht Corona spiessige Tugenden zu Lebenskompetenzen?

Hartnäckig an etwas Unangenehmem dranzubleiben, lernt man nicht durch eine optimal fürsorgliche Erziehung, in der Kinder wie zerbrechliche Porzellanpuppen behandelt werden. Das meint die Bildungsforscherin Margrit Stamm. Ihr Artikel ist zuerst im Nebelspalter erschienen.

Michel Foucault: die Entzauberung einer akademischen Ausnahmeerscheinung

Der Condorcet-Blog ist dem Philosophenpaar Sophie und Jean-Marie de Condorcet verpflichtet und seine Autorinnen und Autoren vertreten die Idee der Aufklärung. Deswegen haben wir immer wieder philosophische Beiträge in diesem Blog veröffentlicht. Der nun folgende Beitrag steht schon seit längerer Zeit in unserer «Pipeline». Es ist eine differenzierte Auseinandersetzung um die Diskursanalyse von Michel Foucault. Michel Foucaults Werk, und das macht seine Causa für uns interessant, ist von einer aufklärungskritischen Haltung geprägt. Die plötzlich aufgekommene Debatte um den angeblichen sexuellen Missbrauch von Jugendlichen hat uns dazu bewogen, mit der Veröffentlichung des Beitrags der Zürcher Professorin für forensische Psychologie, Henriette Haas, zuzuwarten. Wir wollten nicht in den Verdacht geraten, uns auch noch die Schuhe an diesem bedeutenden Mann abzuputzen. Inzwischen hat sich aber auch Eduard Käser in einem Beitrag («Riesen zur Schnecke machen – weite Teile der Cancel-Culture sind das Symptom einer intellektuellen Misere» 2. Mai 2021) gemeldet. Er plädiert für den «argumentativen Streit im Schlichten von Meinungsverschiedenheiten». Dies ist auch für uns eine Richtschnur. Der nun folgende Beitrag beschäftigt sich mit der Geltung einer Aussage und nicht mit deren Urheber. Oder um es mit Eduard Käser auszudrücken: «Denken ist eine soziale Tätigkeit. Ein untrügliches Indiz des Denkens ist deshalb die Beobachtung, dass andere auch denken.» Henriette Haas schreibt zum ersten Mal für den Condorcet-Blog.

Zur 76sten Ausgabe von WIDERSPRUCH: Jugendliche stellen Ordnung in Frage

Julia Klebs ist Lehrerin in Basel und Redakteurin der Zeitschrift Widerspruch. Der Widerspruch sieht sich seinerseits als ein wichtiger Ort kritischer Reflexion und gesellschaftlicher Analyse. Er bezeichnet sich als eine konstante Stimme in der Diskussion für eine soziale und gerechte Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Julia Klebs, im Condorcet-Blog keine Unbekannte, stellt in diesem Beitrag die neuste Ausgabe, das Heft 76 vor. Es geht um die Jugend, um ihre Perspektiven, ihre Herausforderungen und um Bildungspolitik. Dabei sind auch kritische linke Töne zu den aktuellen Schulreformen rund um PISA zu vernehmen.

SP und Kompetenzorientierung: War da mal was?

Samira Marti, Nationalrätin der SP-Baselland, äussert sich kritisch zur Kompetenzorientierung und zur KV-Reform. Die Redaktion des Condorcet-Blogs staunt und fragt sich, ob da was in Bewegung kommt.

Geplante KV-Reform: Katja Christ (GLP) und Samira Marti (SP) reichen im Nationalrat zwei Interpellationen ein

Katja Christ, Nationalrätin der GLP in Basel-Stadt, Juristin und Mutter zweier Kinder, ist den Condorcet-Leserinnen und -Lesern keineswegs unbekannt. Mir couragierten Auftritten und starken parlamentarischen Vorstössen trat sie schon gegen die Mehrsprachendidaktik der Passepartout-Lehrmittelreihe an, als alle noch das Hohelied auf dieses “moderne” Französischlehrbuch sangen. Jetzt stellt sie kritische Fragen zur geplanten KV-Reform. Lesen Sie hier den Wortlaut der Interpellation.

Riesen zur Schnecke machen – weite Teile der Cancel-Culture sind das Symptom einer intellektuellen Misere

Ein beträchtlicher Teil dessen, was heute unter den Auspizien politisch korrekter Woke-Kultur «nicht mehr geht», ist Opfer des genetischen Fehlschlusses. Man beschäftigt sich nicht mehr mit der Geltung eines Werkes, sondern mit dessen Urheber. Wehe, es fehlt ihm an Moral. Ein Beitrag von Eduard Kaeser.

Der Sonntagszwischenruf von Wolfgang Kühnel: Heute – Enrichment!

In diesem Sonntagszwischenruf von Wolfgang Kühnel geht es um die “Begabtenförderung” bzw. um das, was man offenbar neuerdings dafür hält. Das neue Zauberwort lautet “Enrichment”, schon gewusst? Das klingt doch allein schon gut, weil es aus dem Englischen kommt und ihm nicht der Mief eines deutschen Gymnasiums wie in der “Feuerzangenbowle” anhaftet.

Reform ohne pädagogische Basis?

Das KV plant den grossen Sprung nach vorn. „Kaufleute 2022“ heisst das Codewort. Das Projekt will die KV-Lehre radikal reformieren und fit für die Zukunft machen. Doch reicht eine Top-down-Strategie?, fragt sich Condorcet-Autor Carl Bossard.

Erasmus – die Liebe zum Lehrer als erster Schritt beim Lernen

Grosse Erzieher und Menschenkenner aus der Zeit des Humanismus haben uns Erziehungsweisheiten hinterlassen, die bis heute nichts an Gültigkeit verloren haben. Vor dem Türkensturm aus Konstantinopel flüchtende Gelehrte brachten griechische und lateinische Pergamente nach Italien. Sie ermöglichten einen erneuten Zugang zu antiken Autoren, an denen sich die humanistischen Gelehrten schulten. Es bewirkte eine Befreiung von der mittelalterlichen Scholastik und zog bahnbrechenden Errungenschaften auf allen Gebieten des menschlichen Wissens nach sich (Galilei, Kepler, Kopernikus, Bacon, Descartes, Newton, Boyle, Leonardo da Vinci usw.). Über einen dieser grossen Gelehrten berichtet Peter Aebersold.