20. Oktober 2021

Deutschland

Lehrermangel trotz Top-Gehalt – deshalb ist der Beruf so unattraktiv

In Deutschland wie in der Schweiz herrscht zurzeit ein akuter Lehrkräftemangel. Auch wenn es sich dabei immer wieder um Wellenbewegungen handelt, versucht sich die Bildungspolitik in Ursachenforschung. Immerhin ist die aktuelle Situation in manchen Gegenden ziemlich dramatisch. Weshalb wir zu wenig Lehrkräfte haben, bewegt nicht nur unsere Leserinnen und Leser. Auch Condorcet-Autor Hanspeter Amstutz machte sich dazu kürzlich Gedanken (https://condorcet.ch/2021/08/die-volksschule-kann-sich-die-absenz-der-maenner-nicht-laenger-leisten/). Er hat in seinem Artikel die mangelnden Gestaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte bemängelt. In ein ähnliches Horn bläst nun auch ein Artikel in der deutschen WELT. Dazu veröffentlicht sie erstaunliche Zahlen.

Kühnels Sonntagseinspruch: Die Bildungsbürokratie blüht, die Institutionen gedeihen!

Professor Wolfgang Kühnels heutiger Sonntagseinspruch ist natürlich in erster Linie für unsere deutschen MitstreiterInnen bestimmt. Genau gelesen, kann er aber als Lehrstück für bildungsbürokratische Strategie und das Zusammenwirken von Wissenschaft, Politik und Verwaltung dienen, eine Allianz, die auch in der Schweiz mächtig am wirken ist. Akribisch durchleuchtet der Mathematikprofessor die Kungelei in den höchsten Bildungsgremien. Von interessenfreier Unabhängigkeit – wie behauptet – kann keine Rede sein. Es geht vielmehr um Steuerung und Auftragssicherheit. Nicht zum Vorteil der Praxis.

So bekommen wir die Probleme des Mathematikunterrichts nicht in den Griff

Die Erfahrungen, welche eine Mathematik-Dozentin in Deutschland machte, erinnert den Condorcet-Autor Alain Pichard an seine eigenen Erlebnisse während der Lehrplanabstimmungen im letzten Jahr. Er beschreibt ein Prinzip, das Probleme nicht beseitigt und schon gar nicht den Rechtspopulismus besiegen wird.