29. Juli 2021


Condorcet-Autor Alain Pichard in der Sonntagszeitung «Man hält Eltern oft für etwas nervig»

Natürlich freut es uns, dass wieder ein Autor des Condorcet-Blogs die Gelegenheit hatte, in der grossen Sonntagszeitung zu aktuellen Bildungsfragen Stelung zu nehmen. Die Interviewerin Nadja Pastega leitete das Gespräch mit folgenden Worten ein: Ende Monat geht der bekannteste Lehrer der Schweiz in Pension. Der kämpferische Pädagoge über miserable Lehrkräfte, schädliche Schulreformen und engagierte Väter und Mütter.

Warum ich mich nicht aus Spass durchs Leben gendere

Jasmin Frey, Sozialpädagogin aus Basel, antwortet unserem Condorcet-Autor auf dessen Kritik an der Gendersprache (Gendersprache: Hundertprozentig korrekt, gerecht, aber seelenlos öde. 19.5.21). Die aktuelle Sprache ist für sie ausschliessend, das Neue fliessend, human und kreativ.

Macht Corona spiessige Tugenden zu Lebenskompetenzen?

Hartnäckig an etwas Unangenehmem dranzubleiben, lernt man nicht durch eine optimal fürsorgliche Erziehung, in der Kinder wie zerbrechliche Porzellanpuppen behandelt werden. Das meint die Bildungsforscherin Margrit Stamm. Ihr Artikel ist zuerst im Nebelspalter erschienen.

Michel Foucault: die Entzauberung einer akademischen Ausnahmeerscheinung

Der Condorcet-Blog ist dem Philosophenpaar Sophie und Jean-Marie de Condorcet verpflichtet und seine Autorinnen und Autoren vertreten die Idee der Aufklärung. Deswegen haben wir immer wieder philosophische Beiträge in diesem Blog veröffentlicht. Der nun folgende Beitrag steht schon seit längerer Zeit in unserer «Pipeline». Es ist eine differenzierte Auseinandersetzung um die Diskursanalyse von Michel Foucault. Michel Foucaults Werk, und das macht seine Causa für uns interessant, ist von einer aufklärungskritischen Haltung geprägt. Die plötzlich aufgekommene Debatte um den angeblichen sexuellen Missbrauch von Jugendlichen hat uns dazu bewogen, mit der Veröffentlichung des Beitrags der Zürcher Professorin für forensische Psychologie, Henriette Haas, zuzuwarten. Wir wollten nicht in den Verdacht geraten, uns auch noch an diesem Integritätsdiskurs zu beteiligen. Inzwischen hat sich aber auch Eduard Käser in einem Beitrag («Riesen zur Schnecke machen – weite Teile der Cancel-Culture sind das Symptom einer intellektuellen Misere» 2. Mai 2021) gemeldet. Er plädiert für den «argumentativen Streit im Schlichten von Meinungsverschiedenheiten». Dies ist auch für uns eine Richtschnur. Der nun folgende Beitrag beschäftigt sich mit der Geltung einer Aussage und nicht mit deren Urheber. Oder um es mit Eduard Käser auszudrücken: «Denken ist eine soziale Tätigkeit. Ein untrügliches Indiz des Denkens ist deshalb die Beobachtung, dass andere auch denken.» Henriette Haas schreibt zum ersten Mal für den Condorcet-Blog.

Zur 76sten Ausgabe von WIDERSPRUCH: Jugendliche stellen Ordnung in Frage

Julia Klebs ist Lehrerin in Basel und Redakteurin der Zeitschrift Widerspruch. Der Widerspruch sieht sich seinerseits als ein wichtiger Ort kritischer Reflexion und gesellschaftlicher Analyse. Er bezeichnet sich als eine konstante Stimme in der Diskussion für eine soziale und gerechte Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Julia Klebs, im Condorcet-Blog keine Unbekannte, stellt in diesem Beitrag die neuste Ausgabe, das Heft 76 vor. Es geht um die Jugend, um ihre Perspektiven, ihre Herausforderungen und um Bildungspolitik. Dabei sind auch kritische linke Töne zu den aktuellen Schulreformen rund um PISA zu vernehmen.

„Wir produzieren zu viele Akademiker für Jobs, die es nicht mehr gibt“

Der Condorcet-Blog veröffentlicht hier ein bemerkenswertes Interview, das die WELT-Journalistin Andrea Seibel mit dem britischen Journalisten und Autor David Goodhart (64) führte. Goodhart veröffentlichte kürzlich sein Buch „Kopf, Hand, Herz. Das neue Ringen um Status. Warum Handwerks- und Pflegeberufe mehr Gewicht brauchen“. Darin prognostiziert er ein jähes Ende der Akademisierung, die er in vielen Bereichen für nutzlos hält.

Schulpflicht in Windeln?

Professorin Margrit Stamm formuliert kritische Gedanken zur Frage, ob Kinder zu früh eingeschult werden. Nachdem schon Condorcet-Autor Alain Pichard die Probleme bei der Lehrstellensuche wegen der früheren Einschulung dargelegt hat, wirft dieser Beitrag einen differenzierten Blick in den Kindergarten und enthält auch einen konstruktiven Vorschlag.

Nachlese zum Mathematikunterricht

Während sich in unseren Gefilden die Mathematik zu einem der unbeliebtesten Fächern (nach Französisch) entwickelt, hat sie in den asiatischen Ländern einen ganz anderen Stellenwert. Der Condorcet-Blog berichtete darüber. Nun hat die Basler Zeitung einen Bericht über die Goldmedaillengewinnerin der Schweizer Mathematik-Olympiade veröffentlicht. Sie heisst Yanta Wang und stammt – wie könnte es anders sein – aus China.

Jugend ohne Plot – ein Essay übers Jungsein in Coronazeiten

“Eine bessere Welt nach Corona. Was wir aus der Krise gelernt haben” war das Essay-Thema für eine Maturandenklasse. Chiara Hornemann nahm es zum Anlass darüber zu reflektieren, was es für sie heisst, in Zeiten der Pandemie und der damit einhergehenden Einschränkungen jung zu sein. Sie moniert, dass die Jungen und ihre Bedürfnisse von der Politik als letzte beachtet werden. Dabei gehe es um mehr als nur ein wenig Partyleben. Wir schenken ihr hier als junger Gastautorin gerne Gehör.

Ich trete kürzer

Diane Ravitch, die grosse alte Dame der US-amerikanischen Linken und bedeutende Pädagogin, teilt uns mit, dass sie in nächster Zukunft etwas kürzer treten wird. In ihrem Beitrag blickt sie zurück auf fast 10 Jahre als Bloggerin und verweist mit Genugtuung auf ihren Mitstreiter Peter Greene (auch bei uns kein Unbekannter), der ebenfalls einen viel beachteten Bildungsblog gegründet hat. Für unsere Leserinnen und Leser wird sich allerdings nicht viel ändern. Die atemberaubende Kadenz von 8 -10 Posts pro Tag aus ihrem Schreiblabor ist eh kaum bewältigbar.