Wie kann die Schule den sprachlichen Abwärtstrend stoppen?
Ganz bewusst haben wir drei bemerkenswerte Leserbriefe an den Anfang unseres Newsletters gestellt. In den drei kurzen Texten ist unserer Meinung nach mehr an wesentlichen Aussagen über die PISA-Resultate enthalten als in manchen Kommentaren in den Tageszeitungen.
Es braucht Lehrer und Lehrerinnen, die eine Leidenschaft fürs Lesen haben
Dieser Beitrag wurde bereits anlässlich der PISA-Erhebung 2022 im Condorcet-Blog veröffentlicht. Wir schalten ihn hier noch einmaö auf, weil er nichts von seiner Aktualität verloren hat. Die Veröffentlichung der aktuellen PISA-Resultate, die – wieder einmal – offengelegt hat, dass nun sogar 28% unserer Schülerinnen und Schüler nach der obligatorischen Schulzeit einfachste Texte nicht verstehen kann, hat eine Flut von Artikeln und Kommentaren ausgelöst. Gefragt sind dabei vor allem Einschätzungen von Bildungsforschern, Journalistinnen, PH-Dozenten oder Verbandsfunktionären. Höchste Zeit, einmal eine Person aus der Praxis zu Worte kommen zu lassen. Yasemin Dinekli, Redaktionsmitglied und Präsidentin des Condorcet-Trägervereins, hat sich mit der ehemaligen Schulleiterin aus Biel, Ruth Wiederkehr, unterhalten. Ruth Wiederkehr arbeitete bis Sommer 23 im Oberstufenzentrum Mett-Bözingen in Biel. In dieser Schule sitzen Real- und Sekundarschüler und Schülerinnen ausser in den Niveau-Fächern in derselben Klasse. Im Deutschunterricht bleiben sie zusammen. Diese Schule zeigt, dass man dieser Entwicklung auch unter schwierigen Umständen – der Migrantionsanteil beträgt 80% – mit Unterricht entgegenhalten kann. Es braucht Fachwissen und den Mut Prioritäten zu setzen.
Die Ressourcen sind es nicht…
Der Ruf nach “mehr Ressourcen” ist zur faulen Ausrede geworden, um davon abzulenken, dass die fatalen Schulreformen der letzten dreissig Jahre unsere einst gute Volksschule an die Wand gefahren haben. In diesem Sinne der pädagogische Zeigefinger von Carl Bossard, den wir an den Anfang unserer Textsammlung stellen. Er erinnert auch daran, dass es am Geld nicht liegen kann, geben wir doch für die Bildung mehr aus als die meisten anderen Länder: “Geld allein garantiert noch keine gute Schule.”
Bildung bedeutet Vertrauen ins eigene Denken gewinnen
Die beiden letzten Wochen rund um gestaffelten Schulstart nach den Sommerferien hatten es bildungspolitisch in sich. Was da an Themen aufgegriffen wurde, ging weit über die üblichen Vorschläge zu Strukturreformen, zu Notendiskussionen und den Streit ums Frühfranzösisch hinaus. Mit einer selten erlebten Geradlinigkeit wurde der Frage nachgegangen, welche pädagogischen Grundeinstellungen den Unterricht tatsächlich verbessern und was der Schule am meisten schadet, freut sich Condorcet-Autor Hanspeter Amstutz von der Starken Volksschule Zürich.
Die ganze Wahrheit über Noten
Frisierte Noten bei stressigen Eltern, politischer Druck von oben, Punktabzug für unsympathische Kinder? Hier berichten drei Lehrer, wie Zeugnisse wirklich entstehen. Der Beitrag ist zuerst in der ZEIT erschienen.
“Reduce to the max!”
Wenn auch reichlich spät, ist es doch erfreulich, dass diese Schieflage an den Schweizer Volksschulen endlich mehr und mehr Stimme in der Presse findet. Diese Aufmerksamkeit ist wichtig, denn wie die Ursachen sind auch die “mutigen Korrekturen” längst bekannt und vorhanden – sie dürften in den Medien ruhig stärker propagiert werden, schreibt Timotheus Bruderer in seinem Editorial zum Newsletter der Starken Volksschule Zürich.
Wenn Alarmglocken stumm bleiben
Ein Aushilfslehrer schildert im Schweizer Monat verstörende Erfahrungen aus dem Schulalltag: schwierige Klassen, erschöpfte Lehrkräfte, eine Pädagogik auf der Flucht vor Autorität. Erstaunlich ist nicht nur der Bericht. Erstaunlich ist vor allem das Schweigen darauf, meint Condorcet-Autor Carl Bossard.
Philipp Loretz: Sicht der Lehrerschaft
An der Medienkonferenz zum Fremdsprachenkonzept, zur Ausbildung der Lehrpersonen und zur integrativen Schule hat sich eine parteiübergreifende Gruppe aus Politikern und Politikerinnen sowie Bildungsexperten und Bildungsexpertinnen geäussert. Folgend finden Sie das lesenswerte Statement von Philipp Loretz, Präsident des Lehrerinnen- und Lehrerverbandes Baselland, welches auf sieben zentrale Themen eingeht.
Was der einflussreichste Bildungsforscher der Welt über Schweizer Schulen sagt
John Hattie besucht eine Zürcher Schule – und widerspricht gleich mehreren Gewissheiten des Schweizer Bildungssystems. Der Bildungsforscher über Selektion, Noten, Integration und die Frage, was Lernen wirklich voranbringt. Der Beitrag ist zuerst in der “NZZ am Sonntag” erschienen.
Didaktische Überlegungen für die Praxis der Leseförderung
Endlich wieder ein didaktischer Beitrag für die Praxis. Im ersten Teil von Leseförderung ja aber wie? (4. März 2025) stellte Condorcet-Autor Felix Schmutz das Konzept der PHs und Bildungsbehörden vor, die Leseförderung in Schulen implementieren wollen. Nach seiner nicht unkritischen Analyse gibt der ehenmalige Lehrer einige konkrete didaktischen Anweisungen, die im Unterricht funktionieren könnten.
