17. April 2026
Die Krise der Universität

Massifizierung, Ideologie und Sinnverlust

Die Universität befindet sich heute in einer vielschichtigen Krise: einer Krise der Legitimität, der Identität und der Zielsetzung. Obwohl sie weiterhin über erhebliche öffentliche Mittel verfügt, erscheint ihre grundlegende Aufgabe zunehmend unklar. Dieses Unbehagen ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern das Ergebnis tiefgreifender struktureller Veränderungen. Aus einem elitären Modell, das auf Exzellenz und kritische Wissensvermittlung ausgerichtet war, ist eine Masseninstitution geworden, die von administrativen, bürokratischen und mitunter auch ideologischen Einflüssen geprägt ist, schreibt der Ökonomieprofessor Karl-Friedrich Israel in einem Denkanstoss, der zuerst auf der Online-Plattform des Liberalen Instituts Zürich erschienen ist.

DENKMOMENT

Die Bildungsschere – oder: Ist das Schulsystem in Deutschland unfair?

Der Schulerfolg von Kindern hängt von ihrer sozialen Herkunft ab. Wer in einem privilegierten Milieu aufwächst, bleibt im Vorteil. Gegenüber Kindern aus benachteiligten Familien zeigen sich die Leistungsunterschiede in Deutsch und Mathematik deutlich, was auch die Pisa-Ergebnisse bei 15-Jährigen belegen. Bemerkenswert ist, dass sich der Abstand in den Kompetenzen während der gesamten Schulzeit und unabhängig der verschiedenen Schichten fast nicht verändert. Wir bringen einen Beitrag des Condorcet-Autoren Niklaus Gerber.

Ich will, ich will, ich will

Free

You’re free to do what you want to do. Jaja. Aber etwas sein oder werden zu wollen, ohne sich um die dafür erforderlichen Anforderungen zu scheren, ist nicht Ausdruck von verantwortungsbewusster Freiheit, sondern entspricht kleinkindlichen Trotzphasen, meint Roger von Wartburg. Das hindert Literatur-Studierende nicht daran, nicht lesen zu wollen. Kein Aprilscherz.

Nachteilsausgleich im Fokus

Zwischen Anspruch und Machbarkeit

LVB-Präsident Philipp Loretz warnt davor, dass das Instrument des Nachteilsausgleichs von überambitionierten Eltern in einen «Vorteilsanspruch» zugunsten ihrer Kinder umgedeutet wird. Er verlangt solide Daten zu Häufigkeit und Art der Diagnosen, transparente Kriterien, eine einheitliche Vergabepraxis und umsetzbare Massnahmen.

Digitalisierung als Irrweg

Die Generation Z ist die erste Generation, die bezüglich Lernen Rückschritte macht

Zu Beginn der Digitalisierungsdebatte wurde immer wieder behauptet, dass mehr Bildschirmzeit zu besserem Lernen führe. Die Forschungsergebnisse sprechen eine andere Sprache. Experten wie Jared Cooney Horvath (ein Experte auf dem Gebiet der pädagogischen Neurowissenschaften, Universität von Melbourne) rechnen mit diesem Mythos ab. Wir bringen einen einen Ausschnitt aus seinem Referat in englischer Originalversion.

Deutsche Hochschulen

Gleichheit ist der Feind der Exzellenz

Deutschlands Universitäten waren einst das Maß aller Dinge – heute schaffen es selbst die “Exzellenz-Unis” kaum in die Weltspitze. Wettbewerb gibt es woanders, in Deutschland wird er nur simuliert, kommentiert die Publizistin Christine Brinck in der WELT.

Antwort auf Mario Gerwigs Beitrag zur Leitbildarbeit

Das Leitbild als pädagogisches Credo

Condorcet-Autor Felix Schmutz hat den Beitrag von Mario Gerwig (Das Leitbild einer Schule ist kein Projektpapier, 4.4.26) mit Interesse gelesen. In seiner Antwort beschreibt er, um was es bei der Leitbilddiskussion geht und wo sie zwangsläufig scheitern muss.