28. Oktober 2026
Antwort auf Peter Fratton

Eine ganze Palette an didaktischen Möglichkeiten

Leserinnen und Leser des Condorcet-Blogs wissen, dass Zustimmung nicht das vordringstlichste Ziel unserer Arbeit ist. Peter Frattons Kritik am Bildungsmanifest hat denn auch zu Reaktionen geführt, die dem Bildungsdiskurs dienen. Hier veröffentlichen hier eine Antwort unseres Condorcet-Autors Hanspeter Amstutz.

Starke Volksschule Zürich - Newsletter

Durch den Abbruch gescheiterter Experimente kann die Volksschule stark entlastet werden

Nach den beiden verlorenen Abstimmungen in den Kantonen Bern und Zürich über eine Aufwertung der pädagogischen Arbeit sprechen grosse Lehrerverbände von einem Scherbenhaufen. Vertreter aus den Verbandsspitzen zeigten sich enttäuscht, dass es ihnen nicht gelungen war, die Bevölkerung von der zunehmenden Belastung der Lehrpersonen zu überzeugen. In ihrer Enttäuschung sprachen sie davon, beliebte pädagogischen Angebote wie beispielsweise Klassenlager zu streichen und die Elternkontakte nach Bürozeiten zu regeln. Was nach einem Affront gegenüber der Bevölkerung aussah und empörte Reaktionen auslöste, war im Grunde genommen ein hilfloser Protest einer Lehrerschaft, die es nicht gewagt hatte, eine radikale Entrümpelung der Schule vom Ballast gescheiterter Reformen zu verlangen. Diese Unterlassung rächte sich bitter, indem im Verlauf des Abstimmungskampfs die Belastung der Klassenlehrpersonen zugunsten der Lohnfrage in den Hintergrund rückte. Damit war der Ausgang der Abstimmung so gut wie entschieden.

Starke Volksschule Zürich - Newsletter

Wie kann die Schule den sprachlichen Abwärtstrend stoppen?

Ganz bewusst haben wir drei bemerkenswerte Leserbriefe an den Anfang unseres Newsletters gestellt. In den drei kurzen Texten ist unserer Meinung nach mehr an wesentlichen Aussagen über die PISA-Resultate enthalten als in manchen Kommentaren in den Tageszeitungen. 

Newsletter der Starken Volksschule Zürich

Bildung bedeutet Vertrauen ins eigene Denken gewinnen

Die beiden letzten Wochen rund um gestaffelten Schulstart nach den Sommerferien hatten es bildungspolitisch in sich. Was da an Themen aufgegriffen wurde, ging weit über die üblichen Vorschläge zu Strukturreformen, zu Notendiskussionen und den Streit ums Frühfranzösisch hinaus. Mit einer selten erlebten Geradlinigkeit wurde der Frage nachgegangen, welche pädagogischen Grundeinstellungen den Unterricht tatsächlich verbessern und was der Schule am meisten schadet, freut sich Condorcet-Autor Hanspeter Amstutz von der Starken Volksschule Zürich.

Zur Volksinitiative für ein Verbot der digitalen Geräte in den ersten vier Schuljahren

Die Frühdigitalisierung ist kein pädagogischer Fortschritt

Die Anziehungskraft digitaler Geräte auf Kinder ist gewaltig. Wer zuhause mit Kindern im Primarschulalter zu tun hat, erlebt diese fast unglaubliche Faszination der Jungmannschaft für die Welt des Digitalen immer wieder. Steht ein Handy unverschlüsselt zur Verfügung, geht es nicht lange, bis eines der Kinder verdächtig ruhig wird und sich irgendwo zurückzieht. Schaut man nach, […]

Green chalkboard in a classroom with 'Geschichte' written in white chalk and a wooden chair in front of it.
Fächerkanon

Guter Geschichtsunterricht in der Volksschule benötigt einen überzeugenden Auftrag

Nicht nur in Deutschland, auch in der Schweiz sind die geschichtlichen Grundkenntnisse eines Grossteils unserer Jugend äusserst bescheiden. Während in autoritär regierten Staaten wie in Russland die nationale Geschichte zurzeit einseitig umgeschrieben und zum Pflichtstoff deklariert wird, herrscht bei uns weitgehend Gleichgültigkeit gegenüber der geschichtlich-politischen Grundbildung unserer Jugend. Ausgerechnet in unserer direkten Demokratie, in welcher ein gutes Geschichtsverständnis für die politische Mündigkeit der Bevölkerung zentral ist, führt der Geschichtsunterricht der Volksschule ein beschämendes Mauerblümchendasein, bedauert Condorcet-Autor Hanspeter Amstutz.

Starke Volksschule Zürich - Newsletter

EDK-Bildungsrhetorik und Schulrealität passen überhaupt nicht mehr zusammen

Die Liste der dringend zu lösenden Herausforderungen in der Volksschule ist lang. Das überladene Fremdsprachenkonzept, die dringend zu schliessenden Lücken im Deutsch, die forcierte schulische Integration, die Verzettelung durch stoffliche Überfülle und masslos gewordene Forderungen an den individualisierten Unterricht haben die Volksschule unter einen permanenten Überdruck gesetzt. – Doch was unternimmt die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz, um aus der wenig erfreulichen Situation herauszukommen? Die Antwort ist ernüchternd: Man beschönigt, wartet auf weitere Bestätigungen durch neue Erhebungen und legt die Hände in den Schoss. Um den Anschein zu erwecken, dass man gut auf Kurs und nicht untätig sei, wird stets das hervorgehoben, was in unseren Schulen einigermassen rundläuft.