16. Juni 2021


Kühnels Sonntagseinspruch – Der unbekannte Weinert oder die Sache mit der sozialen Herkunft

Professor Franz Weinert gilt als Vater der Kompetenzorientierung, zu unrecht, wie man heute weiss. Nun hat Professor Wolfgang Kühnel einen Beitrag des verstorbenen Pofessor Weinert entdeckt, der einigen Zündstoff birgt und die ideologielastigen Interpretationen der heutigen PISA-Forscher in Bedrängnis bringen könnte.

Bildung – Haltungsnoten statt Leistungsmessung

„Kreative“, politisch forcierte Lernformen genießen einen großen Vertrauensvorschuss. Dabei ist ihre Wirksamkeit nicht erwiesen. Die Veröffentlichung von Schulleistungsdaten könnte Klarheit schaffen. Rainer Werner über Schein und Sein in der Bildungspolitik.

Eine Blüte, deren Duft die Welt erfreut

Lyrik-Unterricht in der Schule ist dankbar und wichtig, aber nicht immer einfach umzusetzen. Der Basler Musiker David Klein stellt uns für den Condorcet-Blog die jüdische Dichterin Selma Eisinger-Meerbaum vor. Das jüdische Mädchen, das im Alter von 18 Jahren durch die Nazis zu Tode kam, hinterliess ein lyrisches Werk mit unglaublicher poetischer Kraft – als hätte sie geahnt, dass ihr zum Schreiben nicht viel Zeit gegeben ist. Die Gedichte erzählen mit großer Musikalität, sprachlicher Schönheit und klaren Bildern von Sehnsucht, tiefer Liebe, Einsamkeit und unerschütterlicher Hoffnung und sollten Jugendlichen von heute nicht vorenthalten werden.

Kühnels Sonntagseinspruch: Die Bildungsbürokratie blüht, die Institutionen gedeihen!

Professor Wolfgang Kühnels heutiger Sonntagseinspruch ist natürlich in erster Linie für unsere deutschen MitstreiterInnen bestimmt. Genau gelesen, kann er aber als Lehrstück für bildungsbürokratische Strategie und das Zusammenwirken von Wissenschaft, Politik und Verwaltung dienen, eine Allianz, die auch in der Schweiz mächtig am wirken ist. Akribisch durchleuchtet der Mathematikprofessor die Kungelei in den höchsten Bildungsgremien. Von interessenfreier Unabhängigkeit – wie behauptet – kann keine Rede sein. Es geht vielmehr um Steuerung und Auftragssicherheit. Nicht zum Vorteil der Praxis.

Jeanne Hersch – Pädagogik als Erziehung zur verantwortlichen Freiheit

Am 2. Dezember 1969 hielt Jeanne Hersch vor der Schulsynode in Basel ihren bekanntesten pädagogischen Vortrag zum Thema: „Der Lehrer in der heutigen Krise.“ Vier Jahre davor war die deutsche Ausgabe eines Buches über ein Erziehungsexperiment der 1920er Jahre in einer kleinen englischen Reformschule erschienen. Das Buch wurde zu einem Hype und die ideologisch geführte Auseinandersetzung darüber beschäftigt uns noch heute. Ein Beitrag von Peter Aebersold.

Riesen zur Schnecke machen – weite Teile der Cancel-Culture sind das Symptom einer intellektuellen Misere

Ein beträchtlicher Teil dessen, was heute unter den Auspizien politisch korrekter Woke-Kultur «nicht mehr geht», ist Opfer des genetischen Fehlschlusses. Man beschäftigt sich nicht mehr mit der Geltung eines Werkes, sondern mit dessen Urheber. Wehe, es fehlt ihm an Moral. Ein Beitrag von Eduard Kaeser.

Der Sonntagszwischenruf von Wolfgang Kühnel: Heute – Enrichment!

In diesem Sonntagszwischenruf von Wolfgang Kühnel geht es um die “Begabtenförderung” bzw. um das, was man offenbar neuerdings dafür hält. Das neue Zauberwort lautet “Enrichment”, schon gewusst? Das klingt doch allein schon gut, weil es aus dem Englischen kommt und ihm nicht der Mief eines deutschen Gymnasiums wie in der “Feuerzangenbowle” anhaftet.

Erasmus – die Liebe zum Lehrer als erster Schritt beim Lernen

Grosse Erzieher und Menschenkenner aus der Zeit des Humanismus haben uns Erziehungsweisheiten hinterlassen, die bis heute nichts an Gültigkeit verloren haben. Vor dem Türkensturm aus Konstantinopel flüchtende Gelehrte brachten griechische und lateinische Pergamente nach Italien. Sie ermöglichten einen erneuten Zugang zu antiken Autoren, an denen sich die humanistischen Gelehrten schulten. Es bewirkte eine Befreiung von der mittelalterlichen Scholastik und zog bahnbrechenden Errungenschaften auf allen Gebieten des menschlichen Wissens nach sich (Galilei, Kepler, Kopernikus, Bacon, Descartes, Newton, Boyle, Leonardo da Vinci usw.). Über einen dieser grossen Gelehrten berichtet Peter Aebersold.

KV-Reform: «Eine Ausbildung muss machbar sein.»

BERUFSBILDUNG – Die beliebte KV-Lehre soll mit der Reform «Kaufleute 2022» neu konzipiert werden. Allerdings schiesst die Projektgruppe mit ihren Vorschlägen im Alleingang am Ziel vorbei und sieht ein viel zu kurzes Zeitfenster vor. Es regt sich Widerstand.

Quo vadis «Mille feuilles» und «Clin d’œil»?

Nachdem der Condorcet-Blog viele kritische Voten zu den Lehrmitteln der Passepartout-Reihe veröffentlicht hat, äussert sich nun mit Bernhard Kobel, Geschäftsführer bei Schulverlag plus AG, ein Verteidiger der Französischlehrbücher. Er plädiert für eine grundlegende Überarbeitung und sieht in ihr gute Chancen, um aus dem umstrittenen Werk ein erfolgversprechendes Französischlehrmittel zu machen. Gerne veröffentlichen wir hier seinen Beitrag und anerkennen, dass hier zum ersten Mal selbstkritische Töne zu vernehmen sind.