120 secondes, ein neuer Streich der beiden welschen Satiriker
Die beiden welschen Satiriker haben wieder zugeschlagen. Diesmal nehmen sie die Lehrer aufs Korn, welche sich über die Gewalt an den Schulen beklagen, wie kürzlich in Genf, Lausanne oder Biel.
Ökonomisierung der Kindheit – Interview mit Jochen Krautz
Im Vorfeld der Veranstaltung der St. Galler Kinderärzte traf Yasemin Dinekli den deutschen Kunstpädagogen Professor Dr. Jochen Krautz aus Wuppertal. Der neue Präsident der Gesellschaft für Bildung und Wissen (GBW) ist in der Schweiz auch als Autor (“Im Hamsterrad”, “Time for Change” und “Ware Bildung”) und Veranstalter der Wuppertaler Tagung “Time for Change” (siehe Condorcet-Blog: “Mut zur Freiheit”, 6.5.19) bekannt. Frau Dinekli stellte Professor Krautz unter anderem die Frage, was er denn vom Condorcet-Blog halte. Lesen Sie seine ausführlichen Antworten!
Im Spannungsfeld von Schule und Wirtschaft
Wenn es darum geht, den Zustand unseres Bildungswesens nach der Einführung der Kompetenzorientierung mit den Ansprüchen einer modernen demokratischen Gesellschaft zu vergleichen, dann kommt man an der kritischen Analyse von Jochen Krautz (Bergische Universität Wuppertal) nicht vorbei. Krautz zeigt auf, wie unsere Schule immer stärker in den Einflussbereich des wirtschaftlich Verwertbaren gerät, der die Menschen zu Humankapital reduziert. Diese Entwicklung, so folgert Krautz, ist nicht nur schädlich für die Qualität des Unterrichts und den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. Sie gefährdet letztendlich das Funktionieren unserer westlichen Demokratien.
“Ökonomisierung der Kindheit als Herausforderung für die Schule”: So lautet der Titel des Vortrags, den Prof. Dr. phil. Jochen Krautz am 30. Oktober 2019 in einer Veranstaltungsreihe des Vereins Ostschweizer Kinderärzte & Ostschweizer Kinderspital hielt und über den Urs Kalberer berichtet.
Kein Hauch von Selbstreflexion
Der Sekundarlehrer Felix Hoffmann aus dem Kanton Baselland bemängelt nach der Lektüre von Frau Le Pape Racines Leserbrief in der NZZ die völlige Absenz von Selbstkritik.
Begeisterung garantiert noch keinen Erfolg
Condorcet-Autor Alain Pichard freut sich, dass Frau Le Pape den Condorcet-Blog (immerhin nach einem französischen Philosophen benannt) liest und erklärt ihr, was er unter perspektivischem Sehen versteht!
Mille-feuilles Kritiker schuld am schlechten Ruf des Lehrmittels
In einem engagierten Leserbrief in der NZZ (28.10.19) verteidigt Christine Le Pape-Racine das Konzept der Mehrsprachigkeit und damit auch die Passepartout-Lehrmittel. Für den schlechten Ruf der Lehrmittel seien mitnichten die dürftigen Ergebnisse der Evaluationen verantwortlich, sondern das permanente Schlechtreden seiner Kritiker. In ihrer Stellungnahme geht Frau Le Pape auch auf den Condorcet-Blog ein.
Warum ist es so schwierig?
Der Text von Condorcet-Autor Alain Pichard “Schlechte Lehrer sind eine Zumutung” (4.11.19) hat Felix Schmutz zu einer Entgegnung veranlasst. Er warnt vor Typisierungen und hält die Lehrerprofession für einen künstlerischen Beruf.
Schlechte Lehrkräfte sind eine Zumutung
Vor kurzem war ich an einem Bildungs-Podium der NZZ zu Gast, an dem auch die ehemalige SP-Nationalrätin Chantale Galladé (heute GLP) teilnahm. Kurz, aber wirklich nur ganz kurz wurde die Qualität der Lehrkräfte angesprochen. Frau Galladé, Präsidentin der Kreisschulpflege Winterthur Stadt-Töss, liess sich hier sehr schnell zu einem Bekenntnis hinreissen: «Die Lehrkräfte in meinen Schulkreise […]
Was sich der Homo oeconomicus in unseren Schulen so alles ausdenkt
Dass Kinderärzte und Lehrpersonen sich gleichermassen mit Markt- und Steuerungsmechanismen herumschlagen, doch mit sogenannt evidenzbasierten Messverfahren die eigene Wirksamkeit ihrer Heil- und Lehrkunst untergraben, haben die Vorträge von Prof. Dr. Giovanni Maio und Prof. Dr. Jochen Krautz im Rahmen der St. Galler Vortragsreihe «PÄDIATRIE, SCHULE & GESELLSCHAFT» vom 30. Oktober zum Thema «Ökonomisierung der Kindheit – eine Herausforderung für Schule und Pädiatrie» anschaulich vor Augen geführt. Ein Erlebnis von Condorcet-Autorin Yasemin Dinekli aus dem Bereich der Schulevaluation zeigt die kafkaesken Züge, die das annehmen kann.
Grosse Denkerinnen und Denker: Heute Christine Le Pape-Racine
Christine Le Pape, ehem. Sekundarlehrerin in Dietikon, Dissertantin bei Professor Reusser, PH-Dozentin, Trägerin des französischen Ordens “Palmes académiques”, leidenschaftliche Kämpferin für die Mehrsprachendidaktik und Verteidigerin von Passepartout! Überzeugen Sie sich selbst!
