Lassen Sie mich mit etwas beginnen, das wie ein bitterböser Witz klingt, bei dem man ein steinernes Gesicht macht und merkt, dass man da jetzt hätte lachen sollen.
Wie nennt man Hausaufgaben heutzutage auf Hochschulniveau? Fernstudium.

Die PH Schwyz bietet seit einiger Zeit eine Ausbildung zur Primarlehrperson im Fernstudium an. Das klingt doch erstmal super. Wäre es dann nicht trotzdem so, dass man einige Tage pro Woche vor Ort sein muss. Junge Leute würden es Clickbait nennen.
Meiner Meinung nach ist das längst überfällig. Ich meine ein richtiges Fernstudium von zu Hause aus für die theoretischen Anteile der Lehrerausbildung, kombiniert mit Praktika an den Schulen, die dann natürlich durch erfahrene Lehrpersonen und Fachdidaktiker betreut werden. Denn in einem Fernstudium müssen eher überprüfbare, öffentlich einsehbare, belastbare Inhalte vermittelt werden. Gerade habe ich das in meiner Online-Ausbildung aus England erlebt, dem CELTA. Cambridge schaltet sich dort immer wieder zu und überprüft akribisch, ob die vorgegebenen Inhalte auch vermittelt werden, und die Teilnehmenden werden separat befragt, was dazu führt, dass sich alle korrekt verhalten. Das dient dazu, den nachhaltigen Marktwert dieses Lehrgangs sicherzustellen.
In einer Fernstudien-Variante könnten die PHs zudem ihre diversen Übungen von fragwürdigem Nutzen nicht durchführen. Das mag auch schon der Grund sein, warum wir noch kein Fernstudium haben. Wie bereits früher schon erwähnt, wäre da der Achtsamkeitspaziergang im Zimmer, wo man sich spontan treffen und informieren muss. Just do it. Einfach informieren. Worüber? Fragen Sie etwa schon wieder nach Inhalten? Sie haben die PHs noch nicht verstanden, oder?
Die PH-Logik ist, wenn Zwei lange genug übers Wetter sprechen, sind nachher beide ausgebildete Meteorologen.
Oder Quizzes, in denen man Studierende über etwas abstimmen lässt, indem sie sich vor Whiteboards aufstellen. Dann kann der Dozent das grossartig ankündigen. Dann dramatisch den Stift schwingen und wichtige Wörter an die weisse Tafel schreiben. Ob du wirklich richtig stehst… Das Ganze geschieht in einer Atmosphäre absoluter Positivität seitens der Studierenden und Nonchalance seitens der Dozierenden. Die Dozierenden tun so, als sei allen völlig klar, wovon man spricht und es ist deswegen nicht nötig, strukturierten Zugang zu verbindlichen Inhalten im Voraus zu geben. Die Studierenden hingegen wollen sich keine Blösse geben, nicken alles interessiert ab und nutzen die Gelegenheit, einfach alles auf ihre eigene Bildungsbiographie zu projizieren. Es wird ja nicht wirklich überprüft, woran man denkt, sondern eher, was jetzt gleich aus unser aller Gedanken neu entsteht. Die PH-Logik ist, wenn Zwei lange genug übers Wetter sprechen, sind nachher beide ausgebildete Meteorologen. Alle wirken happy. Die 20-jährigen Studentinnen erzählen gerne von ihrer Schulzeit und ihren Lieblingslehrern, denn sie kennen ja noch nichts anderes. Dann gibt es eine interaktive und kooperative Übung. Es ist eigentlich eher die betont lässige Vorführung des Gipfels der Erhabenheit der Didaktik, das Gruppenpuzzle nach Aronson. Grob gesprochen gibt es dabei mehrere Gruppen und immer einer wechselt und erzählt der nächsten Gruppe, was er vorher gelernt hat. Das ist interaktiv, alle sind beschäftigt, alle hören gut zu wegen FOMO, und so denkt man von aussen, alle seien in einem intrinsisch motivierten Lernprozess engagiert. Das ist in etwa so, als würde man stille Post spielen, um neue Wörter zu lernen: ineffizient, unzuverlässig, kontraproduktiv. Und um zu gewährleisten, dass wir alle mitmachen, dürfen wir uns nicht setzen, sondern müssen diese Übung im Stehen machen. Wir sind Erwachsene und dürfen nicht wählen, ob wir sitzen oder stehen. Dass man so etwas überhaupt thematisieren muss! Das ist dann keine Einladung mehr, etwas zu lernen, sondern eine körperliche Kontrolle wie ein Appell. Ursprünglich stammt diese Übung aus der Psychologie, um alle zu aktivieren und in feindseliger Umgebung zur Kooperation zu bringen. Als Inspiration oder Abwechslung ist das Gruppenpuzzle schon gut, aber nicht als Grundlagentechnik zur Vermittlung von wirklichem Wissen.
Jetzt bin ich doch glatt selbst wieder reingefallen … wirkliches Wissen…. Ich gehe einfach immer noch davon aus, dass wir uns an der PH versammeln, um fundierte Bildungsinhalte zu erwerben. Das macht mich zynisch, und wären nicht immer wieder Psychotherapeuten nebenbei noch Dozenten an PHs, würde ich mich wohl in eine Therapie begeben.
Erkläre ich nämlich meine persönliche Haltung gegenüber der Notengebung, dass das System z.B. nicht perfekt, aber ganz okay ist, gefährde ich meinen Kurserfolg.
Zurück zum Thema. In einem Fernstudium wäre zudem der emotionale Würgegriff auf die Einzelnen deutlich geringer als in Präsenz. Denn man wird natürlich ständig taxiert, ob man denn genug Enthusiasmus zeigt, wenn man bei diesen Gruppenübungen mitmacht. Man muss viel von sich preisgeben und die Dozierenden merken es sich, um einen Anknüpfungspunkt zu haben… an meine Seele, oder so scheint es mir. Es ist kein Lernen, das jedem in seiner eigenen Abgeschiedenheit und Integrität den Zugang zu überprüfbaren Inhalten ermöglicht. Sondern es ist eine übergriffige Art der Vereinnahmung. Das hat auch nichts mit der Eignungsabklärung zu tun, denn diese ist längst vorbei. Es geht auch nicht um soziale Kompetenzen im Klassenzimmer mit richtigen Schülern. Natürlich müssen Praktika her und diese wären vom Fernstudium ausgenommen. Logisch. Es geht um den Präsenzunterricht an der Hochschule und dabei um eine Art Micromanagement der Haltungen und Einstellungen der Studierenden ohne viel Privatsphäre. Und das führt zu toxischer Positivität und vielen Geschichten von Studierenden, deren äussere Erscheinung, z.B. ein Nasenring, mehrere Armreifen, sehr kurze oder sehr lange Haare oder das Tragen von viel Makeup, immer wieder „hilfreich“ angesprochen und gespiegelt wird. Das führt zu einem Groll gegen die PHs, von dem fast niemand frei ist, der durch diese Mühlen durchmusste. Allein das Gefühl, dass man jederzeit seine persönlichen Haltungen oder auch persönliche Themen deklarieren muss, ist erstickend eng. Erkläre ich nämlich meine persönliche Haltung gegenüber der Notengebung, dass das System z.B. nicht perfekt, aber ganz okay ist, gefährde ich meinen Kurserfolg. Denn auch die Leistungsüberprüfung ist sehr subjektiv, nur in einem groben Rahmen objektiv messbar und es kommt darauf an, ob der Dozent mich für stromlinienförmig genug hält, um seinen Kurs bestehen zu dürfen. Dozierende sind zudem ebenfalls vernetzt und tauschen sich aus: Us vs. Them. Skeptische Haltungen, der Inbegriff der Wissenschaftlichkeit, sind unerwünscht, aber das sagte ich ja bereits unter dem Stichwort toxische Positivität als erlerntes und antrainiertes Überlebensmuster.
Zum Thema Fernstudium bleibt noch zu sagen, abgesehen von den eingesparten Reisekosten, dass es einfach die ehrlichere Variante wäre, bei der Inhalte im Voraus geplant, selektiert und aufbereitet würden, um maximalen Nutzen zu bringen. Und natürlich sind solche Inhalte für die Öffentlichkeit eher zugänglich und überprüfbar als ein geschlossenes Klassenzimmer. Meine Alma Mater, die UZH, bietet einzelne Vorlesungen im Podcast-Stil an, die es Studierenden ermöglicht, zeit- und ortsunabhängiger zu studieren. Ich finde das ein grosses Plus für die Chancengleichheit. Als jemand, der sein ganzes Leben während des Studiums selbst finanzieren musste, hätte ich mir so einige Jahre ersparen können, wenn ich jeweils zwischen Studijob und fixen Vorlesungszeiten wählen musste und das Bankkonto den Ausschlag für die Entscheidung gab. Ich stelle mir überdies vor, welch winziger Teil von Arbeitsleistungen übrige bliebe, wenn ich mich in dem Gedanken verliere, dass alles gestrichen würde, was ich persönlich als unnütze Zeitfüller empfinde. Viele der Kurse würden in sich zusammenfallen, wenn nicht mehrere Termine für Administrativa, Verortungen im eigenen System und Gruppenübungen verwendet würden.

Aber die Idee eines Fernstudiums (mit Praktika vor Ort) scheint noch nicht einmal am Horizont zu sein. Sind die Dozierenden in den Ferien, und das ist wirklich so, dann wird ausnahmsweise eine Vorlesung online abgehalten und der Dozent schaltet sich aus dem Ferienhäuschen dazu. Dann müssen wir fast von zu Hause aus teilnehmen oder einen Computer teilen, wenn wir allein an der PH sind, wegen Audio-Rückkoppelungen. Dafür, dass Vorlesungen nur online stattfinden, wenn es dem Dozenten so passt, gibt es dann wieder einen eigenen Begriff: asynchron. Es heisst dann, die Vorlesung finde asynchron statt. An der Info-Veranstaltung der PH Schwyz kam dann übrigens heraus, dass Fernstudium heisst, man muss nur ein paar Tage pro Woche präsent sein und nicht ganz in jeder Woche. Den Rest der Zeit macht man Hausaufgaben, kann aber angeblich noch Familie betreuen oder einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Wie Juvenal sagt, ist es schwer, keine Satire zu schreiben, wenn die Verhältnisse so sind. Aber ich bin der PH Schwyz trotzdem dafür dankbar, dass sie den Mut hat, etwas neu zu denken und alternative Modelle vorzustellen, auch wenn ich das aktuelle Produkt noch nicht für gelungen halte.

Neben „Fernstudium“ gibt es einen zweiten Begriff, der an der PH so lange verprügelt wurde, bis er zum Synonym für Gaslighting wurde: „Teilzeit“. Man kann jetzt fast überall in Teilzeit studieren. Das wirkt so chancengleich, holt alle Mamis ab, die daneben noch ihre Kinder betreuen können, gaukelt Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Studium vor. Nun steht ein PH-Studium wohl wirklich jedem Menschen guten Willens offen. Gerade vergleiche ich zwei PHs, denn ich muss mich ja entscheiden, wo es auf dem Weg zum Sek-1-Diplom weitergeht. Ich darf bei beiden anfangen zu studieren, denn nach einer Beschwerde beim Amt für Hochschulen wurde auch die PH SG, die den neuen Sek-1-und-Maturitäts-Studiengang für ein Monofach anbietet, gebeten, mich zuzulassen. Das war sehr freundlich vom Amtsvorsteher. Man hatte ursprünglich ja Probleme mit meinem Lizenziat. Man sagt mir jetzt, man freue sich, wenn ich dort studieren werde. Und die Studienberaterinnen sind wirklich erstklassig, unbeirrbar freundlich und professionell. Sie könnten es nicht besser machen. Aber auch sie können nur so viel liefern, wie man ihnen zur Verfügung stellt. Und so dauert es über einen Monat und über 20 Emails lang, bis ich weiss, wie lange ich in St. Gallen noch studieren müsste, trotz Lehrdiplom für Maturitätsschulen und trotz über 20 Kreditpunkten einer anderen PH. Die Antwort ist: Zwei Jahre. In Teilzeit. In Ordnung. Ich überlege es mir gern.
Die erhaltenen Daten sind stets unvollständig. Ich frage nach. Und nochmals, und nochmals. Wie erwähnt, die Studienberaterinnen sind top und geben ihr Bestes, mir sofort und belastbar zu antworten. Aber die zuständigen Leute sind in den Ferien oder man muss noch etwas abklären. Die PH SG möchte inzwischen Einschreibegebühr. Und zusätzlich Immatrikulationsgebühr. Ich kann mir nicht erklären, was der Unterschied ist, aber diese doppelte Gebühr ist unüblich. Das sind zusammen 500 Franken. Ich werde schon überall angemeldet, im Microsoft-Kosmos, in Email-Verteilern, ich erhalte schon Aufforderungen von Dozierenden und administrative Informationen. Dabei sind wir immer noch in Abklärung, was ich leisten muss. Ich fühle mich, je länger es dauert, immer unwohler, wie eine Diva, deren Ansprüche bedient werden müssen. Dabei wollte ich einzig Klarheit und Transparenz VOR Studienbeginn. Gäbe es die Informationen transparent auf der Homepage, mit les- und verstehbaren Plänen und Studienordnungen, wäre der sämtliche Aufwand nicht notwendig. Die ganzen Emails, Gebühren, Anmeldungen. Aber jetzt, wo ich alle Informationen inklusive Anrechnungen beieinander habe, kann ich erstmals seriös nachdenken, ob dieser Studiengang überhaupt geeignet ist für mich. Ich sehe, dass ich Berufliche Orientierung belegen muss, nochmals, obwohl ich das andernorts im gleichen Umfang schon abgeschlossen habe. Sie stecken mich auch in einen Kurs namens „Grundlagen des Unterrichtens 2.“ Gymilehrerin mit 20 Jahren Erfahrung, auch über 5’000 Stunden auf der Sek 1. Aber ich soll jetzt Grundlagen des Unterrichtens im Umfang von 210 Arbeitsstunden absolvieren. Übrigens habe ich auch ein DAS als Schulleiterin. Trotzdem ist der Kurs „Schule & Profession“ für mich vorgesehen. Speziell. Ich habe Lehrpersonen rekrutiert, eingeführt, bewertet, Sitzungen abgehalten, mit Behörden zusammengearbeitet, aber jetzt lerne ich in einem Kurs, was Schule und Profession sind.
Insgesamt sind 65 ECTS noch zu leisten, in vier Semestern, eben in Teilzeit, nur am Donnerstag und am Freitag. Äusserst langsam fällt bei mir der Groschen. Das sind um die 35 Arbeitsstunden pro Semesterwoche! Das sind 4,5 Tage pro Woche, in denen man nur mit der PH beschäftigt ist.
Insgesamt sind 65 ECTS noch zu leisten, in vier Semestern, eben in Teilzeit, nur am Donnerstag und am Freitag. Äusserst langsam fällt bei mir der Groschen. Das sind um die 35 Arbeitsstunden pro Semesterwoche! Das sind 4,5 Tage pro Woche, in denen man nur mit der PH beschäftigt ist. Das ist eine 80-90% Stelle in der Arbeitswelt. Und dann geschieht es: Mich überkommt eine gewaltige Flut von Emotionen – Wut, Scham, Angst, Nüchternheit – bei der Erkenntnis: Sie lügen nicht. 35 Stunden pro Woche ist nicht Vollzeit. Es ist meiner Naivität geschuldet, dass ich Teilzeit an zwei Tagen pro Woche anders interpretiert habe. Wenn man eine 60%-Erwerbstätigkeit annimmt, hätte ich mich um ein Haar für eine Zeitspanne von zwei Jahren mit 50-60-Stunden-Wochen selbst rekrutiert und verpflichtet. Gedanklich sehe ich Burnout, Schlaganfall, Einsamkeit, Depression und fühle mich, als sei ich einer Naturkatastrophe nur knapp entkommen. Ich fühle mich für ein paar Tage unendlich einsam in dem Gedanken, dass das als Normalität deklariert wird. Denn Teilzeit bedeutet für mich, dass man daneben noch etwas anderes tun kann, z.B. seine Existenz durch Erwerbstätigkeit selbst sichern kann, und trotzdem einen freien Sonntag hat. Es müsste eigentlich „Vollzeitstudium mit reduzierter Präsenz“ heissen, zumal ich ja schon die abgespeckte Variante erhalte aufgrund der Anrechnungen von Vorleistungen.
Angemeldet bin ich jetzt am anderen Ende der Schweiz. Dort starte ich mit einem gebündelten Kurs, der mich ein Jahr lang immer nur donnerstags beschäftigen wird. Das ist eher mein Verständnis von Teilzeit. Drei bis vier Tage pro Woche arbeiten, ein bis zwei Tage studieren, ein bis zwei Tage Privatleben. Ich freue mich auf diesen Studiengang, der zwar ebenfalls um die 60 ECTS umfasst, aber der mir deutlich mehr Möglichkeit gibt, Leistungen zeit- und ortsunabhängig, also auch in den Semesterferien, zu Hause zu erbringen. Das verteilt die Last gleichmässig auf das ganze Jahr. Leider wird dieser Studiengang im kommenden Jahr komplett überarbeitet ohne dass man jetzt wissen kann, was das bedeutet. Im schlimmsten Fall mache ich dieses Jahr umsonst. Für den Moment gibt es transparente und vernünftige Informationen auf der Homepage. Ich hoffe das Beste.
Zwischendurch habe ich erwogen, in Deutschland online Germanistik zu studieren, um es als Zweitfach an einer PH anbieten zu können. Das wäre der einfachere Weg für mich, denn mit Bildungsinhalten und Aufgabenstellungen kann ich tiptop umgehen. Auch Pädagogik könnte man so studieren. Ich würde es gerne tun, interessiert neue Inhalte kennenlernen und alte wiederholen. Wenn es denn garantiert anerkannt würde! Aber egal wie viele akkreditierte Bachelor- und Mastertitel man vorweist, die PHs versuchen scheinbar immer mehr, das auseinanderzupflücken, nicht anzuerkennen und die EDK auszuhebeln. Über die Motive kann ich nur spekulieren. Aber so soll es nicht weitergehen.
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Meine Forderungen sind ganz klar:
- Ich möchte erreichen, dass die PHs verbindliche, juristisch fundierte und detaillierte Studienordnungen publizieren, und zwar öffentlich, damit man nicht erst immatrikuliert sein muss, um zu wissen, was einen erwartet. Auch ohne zu bezahlen sollte man genau und verbindlich wissen, was in einem Studium auf einen zukommt, inklusive Anrechnungen.
- Die Studienordnungen sollen ein Mindesthaltbarkeitsdatum haben. Man sollte auf der Homepage sehen, von wann bis wann diese Studienordnung gilt, denn das ist ein Werkvertrag für beide Seiten und es kann nicht sein, dass dieser einseitig gebrochen werden kann.
- Ich wünsche mir, dass die PHs transparent ausweisen müssen, was sie wie anrechnen. Das heisst, wenn man ein Lehrdiplom für die Primarstufe hat und man macht eine Weiterbildung als Seklehrperson, dann sollte auf der Homepage schon stehen, wie viele Punkte einem angerechnet werden. Idealerweise von der EDK geregelt. Die PHs sind zwar gezwungen, alles zu prüfen, aber nicht, es auch zu übernehmen! Wie in meinem Fall. Dort heisst der Kurs an einer PH „Berufliche Orientierung“. An der nächsten heisst er „Berufliche Orientierung: Selektion und Übergänge.“ Das ist nicht der identische Titel, also soll ich den ganzen Kurs nochmals absolvieren. Das ist eine Frechheit, eine Ressourcenverschwendung und wirkt wie eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme für die Dozierenden!
- Ein EDK-anerkanntes Lehrdiplom soll auch von den PHs im gesamten Umfang anerkannt werden müssen. Und sollten die PHs dennoch ein Veto-Recht bekommen, wie es jetzt der Fall ist, dann sollten die Kriterien so transparent sein, dass ein Student im Voraus die PH danach auswählen kann, wo er / sie noch welchen Umfang leisten muss. Ansonsten kauft man die Katze im Sack und die PHs bestimmen über Jahre des eigenen Lebens, einfach weil sie es können, nicht, weil es bildungsrelevant wäre.
- Ich wünsche mir, dass jeder Kurs prüfbare fachliche Inhalte vermittelt statt ein Set von Haltungen, Meinungen und Reflexionen.
Wenn auch Sie wütend sind und Transparenz an den PHs fordern, werden Sie aktiv. Schreiben Sie dem Condorcet-Blog, schreiben Sie dem Lehrernetzwerk Schweiz oder dem Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH). Studierende können ihre Erlebnisse auf Instagram unter dem Stichwort „PH Erlebnisse“ öffentlich oder vertraulich erzählen. Es kann nicht nur meine Stimme geben. Meldet euch!

