Am 19. Mai 2019 wurde der Condorcet-Blog in Bern gegründet. Ein bekannter PH-Dozent schrieb uns damals: “Ihr habt euch für die Bubble entschieden. Mit eurer rückwärtsgewandten Haltung werdet ihr kein Jahr überleben!” Nun sind es schon sieben Jahre und der Condorcet-Blog gedeiht prächtig. Insgesamt 50 Autorinnen und Autoren sorgen in der Bildungsdebatte für einen Kontrapunkt, setzen Analysen gegen bildungsbehördliche Wunschprosa, streiten mitunter heftig und vergessen auch die nötige Gelassenheit und den Humor nicht.

Auf Chat GTP ist zu lesen, dass der Condorcet-Blog
- eine echte Gegenöffentlichkeit geschaffen hat
- Probleme anspreche, die von Pädagogischen Hochschulen, Bildungsverwaltungen oder Mainstream-Medien zu wenig kritisch diskutiert würden.
- Praktikerstimmen von Lehrpersonen stärker einbringt
- Themen wie Lernleistungsrückgang, Lehrermangel oder Kritik an integrativer Schule öffentlich sichtbarer gemacht hat.
Und weiter ist zu lesen, dass der Blog einen beträchtlichen Einfluss auf die Debatte gewonnen habe. Besonders im deutschschweizerischen bildungspolitischen Milieu wird er wahrgenommen — von Lehrpersonen, Bildungsjournalisten, Politikern und Wissenschaftlern. Dass Beiträge aus der Neue Zürcher Zeitung, der Weltwoche oder anderen Medien dort aufgegriffen werden und umgekehrt Condorcet-Autoren in öffentliche Debatten eingreifen, zeigt seine Vernetzung.

Das Manifest für eine Bildungswende wurde massgeblich von Gründern und Mitarbeitern im Condorcet-Blog geprägt.
Der Condorcet-Blog erhielt Preise, Zuwendungen von Stiftungen, veröffentlichte Dossiers wie zum Frühfranzösisch-Desaster und publizierte gar ein Buch mit den gehaltvollsten Beiträgen. Der Condorcet-Blog dient vielen bildungspolitisch Interessierten als einzigartiges Nachschlagewerk. Darauf sind wir stolz!
Es ist klar, dass der Blog in den vergangenen sieben Jahren eine leichte Hinwendung zu einer liberalen Bildungspolitik vollzogen hat. Trotzdem schreiben im Blog auch weiterhin explizit linke Autoren und Autorinnen. So sind wir im engen Austausch mit Diane Ravitch, der grossen amerikanischen Pädagogin in den USA. Auch mit unseren Freunden der GBW stehen wir im ständigen Kontakt. Wir treten für eine gepflegte Debattenkultur ein. Rede und Widerede, das soll bei uns gelten.
Bei uns diskutieren immer noch Professoren mit Kindergärtnerinnen, Eltern mit Sekundarlehrerinnen, Gymnasiallehrer mit Bildungspolitikern. Bei uns geht die Debatte quer durch die Bildungslandschaft. Wir sind bestrebt, keine Bubblebildung zuzulassen und hinterfragen unsere Arbeit täglich.
Die Namensgebung war und ist immer noch umstritten. Das Ehepaar Jean-Marie und Sophie de Condorcet war bis anhin in der Schweiz weitgehend unbekannt. Zu Unrecht – wie wir finden. Davon zeugen zahlreiche Artikel, die wir in den vergangenen Jahren zu diesem humanistischen und liberalen Powerpaar veröffentlicht haben.
So, jetzt genug des Selbstlobs. Es stehen grosse Herausforderungen bevor! Wir sind tendenziell überaltert, müssen neue Leserschichten gewinnen und unsere Reichweite vergrössern. Wie sagte es einst unser Namensgeber Jean-Marie de Condorcet?
“Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance!”

