Grosse Denkerinnen und Denker

Abtretende Bildungsdirektorin Steiner: Es war so, es ist so und es wird so bleiben

Die abtretende Bildungsdirektorin des Kantons Zürich, Silvia Steiner, leistet sich in ihrem Abschiedsinterview einen Offenbarungseid, der in manchen Kreisen für Empörung sorgt, für die Redaktion des Condorcet-Blogs aber eine ehrliche Zustandsbeschreibung der Bildungsverwaltung darstellt.

Es ist nun einmal so, dass etwa 20% der Schulkinder die Grundkompetenzen im Lesen nicht voll erfüllen. Das war vor meinem Amtsantritt so, das wird danach so sein!

Silvia Steiner, abtretende Bildungsdirektorin des Kantons Zürich

Diese Kapitulationserklärung ist weniger skandalös als vielmehr symptomatisch für den Zustand der Bildunsverwaltung. Man schreibt einen Viertel der Kinder ab, Hauptsache die Reformlinie bleibt! Wir ziehen den Hut vor so viel Ehrlichkeit.

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Das ging aber schnell. Der Artikel von Hans Joss (“Wie und wem Schule schadet…”, 14.12.19) führte zu energischem Widerspruch. Condorcet-Autor Felix Schmutz mahnt in seiner Replik, die Stärken unseres Systems nicht aus den Augen zu verlieren. Falsche Laufbahnentscheide lassen sich in unserem System viel leichter korrigieren.

2 Kommentare

  1. Es ist “himmeltraurig”, so etwas zu sagen. Es ist quasi eine Bankrotterklärung des hiesigen Bildungssystems. Ich glaube nicht, dass die tiefe Lesefähigkeit am Ende der Schulzeit in Stein gemeisselt ist. Auch nicht, dass es nur an den Ausländern liegt. Wir sollten unser gesamtes Gesellschaftssystem (z.B. geringere Autorität, geringere Disziplinerwartung durch Eltern, Schule und Staat, kritischere Haltung gegenüber Schule und Staat etc.) hinterfragen und daraus Schlüsse für das Bildungssystem ziehen.

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