9. September 2026
Buchtipp: Professor Volker Ladenthin und Werner Zillig

Auch Blogger wollen ein Buch publizieren

Professor Ladenthin ist auch ein regelmässiger Gastautor im Condorcet-Blog. Nun hat er – zusammen mit Werner Zillig ein neues Buch herausgegeben. Darin wägen der Erziehungswissenschaftler und der Schriftsteller im Wechselgespräch die Vorteile und Eigenheiten des Mediums Buch gegen die Neuen Medien ab.

Alle reden über Künstliche Intelligenz und die Neuen Medien. Aber nach wie vor gehört das Buch zum zentralen Medium der Industrienationen. Auch Blogger und Netzautoren wollen letztlich ein Buch publizieren, und die großen, gewichtigen Erkenntnisse aller Wissenschaften liegen bis heute in Buchform vor. Gleichwohl sehen Kulturkritiker das Ende der Buchkultur aufdämmern. Verkaufszahlen sollen angeblich einbrechen. Zeit also darüber nachzudenken, was das Buch so besonders macht. Was ist das Unverwechselbare und vielleicht sogar Unersetzbare am Medium Buch? Was können andere Medien besser als das Buch, aber was kann nur das Buch? Was kann es besser als andere Medien? Und warum hat das Buch diese umfassende Bedeutung bekommen, dass man den Zustand einer Kultur meint am Zustand der Lese- und der Buchkultur bestimmen zu können?

Die Entwicklung der Bildung war in der gesamten Geschichte immer mit der Geschichte und den neuen Möglichkeiten des Buches verbunden. Vom Geist der antiken Mathematik und Philosophie bis zur Geburt der modernen Wissenschaften wissen wir nur durch Bücher.  Alles Gedachte bedarf der Schrift, wenn es überdauern soll, und diese schafft ganz schnell und bis heute das Buch. Warum ist das so? Wäre eine Bildung ohne Buch denkbar, oder anders gefragt: Was wäre Bildung, wenn sie ohne Buch tradiert würde? Gibt es überhaupt Bildung ohne Buch?

Die zwei Autoren, ein Sprachwissenschaftler und ein Erziehungswissenschaftler, wägen im Wechselgespräch die Vorteile und Eigenheiten des Mediums Buch gegen die Neuen Medien ab. Sie suchen dabei das, was das Buch im innersten Kern ausmacht – und fragen, was am gedruckten Buch nicht durch andere Medien zu ersetzen ist. Es geht beiden nicht darum, einen Nachruf auf eine wertvolle Antiquität zu schreiben, sondern es geht darum zu zeigen, dass eine zukunftsfähige Kultur ohne Buch nicht möglich ist, sowie die Erkundung der Vergangenheit und des gegenwärtigen Denkens des Buches als Medium bedarf. Es geht nicht um die Rettung eines alten Mediums für anspruchsvolle Schöngeister, sondern um den Nachweis, dass eine Gesellschaft ohne Buch- und Lesekultur sich selbst nicht mehr versteht und aufgibt. Denn es sollte nachdenklich stimmen, dass eine Kultur selbst dann, wenn sie sich vom Buch verabschieden möchte, dies in Buchform macht. Aber wie sehen die Bücher der Zukunft aus?

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