31. Oktober 2026
Volksschullehrerin kritisiert

“Zum Speiben” – Nachhilfe schon für Kindergarten-Kinder

Noch vor der Volksschule: Immer mehr Eltern schicken schon ihre Kleinsten zur Nachhilfe. Eine Lehrerin kritisiert den extremen Leistungsdruck. Ein Beitrag, der zuerst in “Oberösterreich Heute” erschienen ist.

 

Die Institute in Oberösterreich laufen heiß: Ob Matura, Schularbeiten oder Aufnahmeprüfungen – bei rund jedem fünften Kind in Oberösterreich gibt es Nachhilfestunde statt Freibad. Dabei bleiben mittlerweile nicht einmal die Jüngsten verschont.

“Finde es wahnsinnig arg”

“In den vergangenen Jahren wurde die Zielgruppe für Nachhilfe immer jünger”, berichtet “Schülerhilfe”-Regionalleiter Markus Kalina den “OÖN”. Während Hilfe beim Lernen früher hauptsächlich für die Aufnahme in eine BHS notwendig war, sei jetzt schon der Übergang in die Mittelschule oder AHS ein Nachhilfe-Höhepunkt.

Teilweise beginne der Druck für gute Noten sogar vor dem ersten Schultag. Denn schon für den Wechsel vom Kindergarten in die Primarstufe gebe es mittlerweile Anfragen von Eltern.

Auch einer Volksschullehrerin aus Linz ist der Wandel schon aufgefallen, wie sie gegenüber “Heute” berichtet: “Ich bekomme es rundherum mit und finde es wahnsinnig arg, dass die Kleinen da schon so mit dem Leistungsdruck konfrontiert werden”, kritisiert die Pädagogin.

KI: Lösung ohne Lerneffekt

Auch an ihrer Schule gebe es vereinzelt Fälle. Was sie besonders schade findet: “Es ist ja keine Talente-Förderung – was gut wäre – sondern nur ein Vorbauen, damit die Kinder ja gut sind.” Die Volksschullehrerin hat klare Worte: “Das ist zum Speiben.”

Ein weiteres Problem: Heute übernehmen ChatGPT & Co. gleich die ganze Hausübung. Klingt praktisch, bringt aber laut Nachhilfe-Profi Markus Kalina wenig. Denn: Der Lerneffekt bleibt aus. Noch schlimmer: Künstliche Intelligenz liefere neben Mathe-Ergebnissen auch ungebremsten Zugang zu Gewalt, Missbrauch oder Pornografie.

“KI kann ergänzend wirklich helfen”, meint Kalina dennoch. Wichtig sei für die Kinder aber vor allem der Austausch “mit einem Menschen, der sie gut kennt und der auch die richtigen Aufgabenstellungen mit ihnen bespricht.”

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