26. Juni 2026

Vor einer weiteren Bildungsreform sollten wir den überschätzten Wert der Bildung diskutieren

Es erfüllt uns schon etwas mit Stolz, wenn uns ein so renommierter Wissenschaftler wie Professor Tobias Straumann schreibt: “Ich verfolge Ihre wertvolle Arbeit seit langem und stelle Ihnen meinen Text gerne zur Verfügung.” Tobias Straumanns Beitrag reiht sich ein in eine längere Reihe von Texten, welche sich mit der gymnasialen und der dualen Ausbildung beschäftigen. Und er beschäftigt sich auch intensiv mit der mangelnden Chancengleichheit. Sein Text ist zuerst in der NZZaS erschienen.

Grundsätzliche Kritik am Lehrplan ist unerwünscht

Das Amt für Volksschulen (AVS) lässt mit der Durchführung von Ratingkonferenzen glauben, die Sekundarlehrpersonen könnten am Lehrplan Volksschule Baselland strukturelle Änderungen vornehmen. Die für die Überarbeitung der Lehrpläne verantwortliche AVS-Mitarbeiterin lässt jedoch keine grundsätzliche Kritik zu. Die rund 3’500 Kompetenzbeschreibungen in den beiden Lehrplanteilen A und B sollen erhalten bleiben. Alina Isler berichtet.

Humboldt richtig lesen

In seinem Plädoyer für die Kompetenzorientierung berief sich Professor Markus Wilhelm (Zu oft wird der Bildungsbegriff im gymnasialen Schulalltag gleichgesetzt mit Wissensvermittlung, 5.10.2020) auf Wilhelm Alexander Humboldt, was in den Kreisen der Condorcet-Leser und -leserinnen für Erstaunen sorgte. Die Redaktion veröffentlicht hier im Voraus einen Textausschnitt von Professor Bernard Schneuwly, in welchem er die Grundidee des Humboldtschen Bildungsideals zusammenfasst. Der ganze Text wird unseren Leserinnen und Lesern demnächst präsentiert.

Kompetenzorientierung auch im Gymnasium?

Nicht ganz unerwartet hat der Beitrag von Professor Markus Wilhelm (Zu oft wird der Bildungsbegriff im gymnasialen Schulalltag gleichgesetzt mit Wissensvermittlung, 5.10.2020) eine Reaktion ausgelöst. Sie stammt von unserem Condorcet-Autor Felix Schmutz.

Die Allianz aus Wissenschaft und Verwaltung spielt. Und was tun Lehrerverbände und Medien?

Das Verhalten des renommierten Klett-Verlags ist symptomatisch für die aktuellen Machtverhältnisse. Die Allianz von Verwaltung, Politik und Wissenschaft diktiert den Lehrmittelverlagen die gewünschte Didaktik, und das über die Köpfe der Lehrerschaft hinweg und wider besseres Wissen. Helfen können da nur kritische Lehrerverbände, neugierige Journalisten und die Lehrmittelfreiheit für die Lehrkräfte. Eine Stellungnahme der Redaktion des Condorcet-Blogs.

P R O & K O N T R A: Kompetenzorientierung auch am Gymnasium?

Yasemin Dinekli legt in ihrem Beitrag dar, weshalb die Gymnasien auf die Kompetenzorientierung als zentrale Bildungsleitidee verzichten sollten. Schade, dass der Klett-Verlag es seinen Leserinnen und Lesern nicht zumuten wollte, die Argumente in beiden Diskursbeiträgen zu prüfen und sich selbst eine Meinung zu bilden.

P R O & K O N T R A: Kompetenzorientierung auch am Gymnasium?

Die Volksschulen arbeiten längst kompetenzorientiert. Im Rahmen der nun anstehenden Reform der Gymnasien wird auch die Forderung laut, die Maturitätsschulen müssten nachziehen und ihre Lehrpläne kompetenzorientiert umgestalten. Prof. Dr. Markus Wilhelm von der PH-Luzern und Yasemin Dinekli, Kantonschullehrerin in Zürich, sehen das unterschiedlich. Hier zunächst der Pro-Beitrag von Markus Wilhelm.

Der Fall Klett oder wie ein Verlag an seinem eigenen Mut scheitert.

Vor einigen Monaten erhielt die Präsidentin unseres Condorcet-Trägervereins und Mitglied der Redaktion Yasemin Dinekli eine Anfrage, ob sie bereit sei, in der aktuellen Kompetenzdebatte – die inzwischen auch in den Gymnasien angekommen ist – einen kritischen Gegenartikel für den «Rundgang», ein Magazin des Klett-Verlags zu verfassen. Sie nahm an und schrieb. Was darauf folgte, können Sie im folgenden Beitrag lesen.