23. März 2026

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Humane Energie kommt aus Freiheit

Viele Schulreformen kommen in guter Absicht. Nur fragen sie kaum: «Was bedeutet das für die Klasse, für die Lehrperson, für das Gesamte?» Genau das aber fragt Björn Bestgen in seinem bildungspolitischen Weckruf «Wenn jetzt nichts geschieht, geht die Volksschule kaputt». Publiziert hat ihn die «Schweiz am Wochenende» vom 03. Juni 2023 (S. 10-11). Condorcet-Autor Carl Bossard kommentiert in der CH Media vom 13. Juni das aufrüttelnde Interview – dies unter dem Stichwort: Wenn Überkomplexität das Entscheidende der Schulbildung erschwert.

Matthias Burchardt: Ich hatte die Illusion, dass die Kraft des besseren Arguments gilt.

Matthias Burchardt, Jg. 1966, hat in an der Universität zu Köln Germanistik, Philosophie, Pädagogik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften studiert und mit dem Ersten Staatsexamen abgeschlossen. Promoviert hat er über die Anthropologie Eugen Finks. Als gefragter Referent und streitbarer Publizist vertritt er in Presse, Rundfunk und Fernsehen humorvoll und kontrovers Positionen zu PISA, Bologna und nicht zuletzt zum Digitalisierungshype. Befragt wird er von Michael Meyen, seit 2002 Professor für Allgemeine und Systematische Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Matthias Burchardt ist in unserem Blog kein Unbekannter. Er ist Mitbegründer und Geschäftsführer der Gesellschaft für Bildung und Wissen, die mit unserem Blog verbunden ist und in Österreich, Deutschland und der Schweiz kritisch Stellung zu bildungspolitischen Fragen bezieht. Burchardt formuliert messerscharf und rhetorisch brillant den bildungspraktischen Nutzen einer quantifizierenden empirischen Bildungsforschung und den Verlust an Augenmaß in der Bldungspolitik.

Digital first, pädagogische Freiheit second

Dem Philologenverband zum Trotz: Die Entscheidung, “ob die Digitalisierung und damit digitale Bildung Einzug in den Unterricht halten”, liegt nicht bei den Lehrern. Alexander Roentgen, Mathematiklehrer an einem Gymnasium, über den “Ja-Aber-Kurs” à la Radio Eriwan des Bildungsministeriums in Nordrheinwestfalen.

Landesbildungsserver BW: Binomische Formeln, Strahlensatz und Dodis

Fran Lemmermeyer seziert in gewohnt sarkastischer Manier die mathematischen Sottisen der Bildungsverantwortlichen.

Ja, ja, es steht drin, aber wir schaffen es halt nicht. Die Eltern müssen ran.

Condorcet-Autor Alain Pichard, Mitglied der bernischen Grossen Rates, gewährt uns am Beispiel der Motion für Schwimmgutscheine einen Einblick in einen parlamentarischen Prozess. Es war ein hartes Stück Arbeit für die drei Motionäre Andrea Zryd (SP), Nadja Guenthör (SVP) und Alain Pichard (GLP). Die Motion schaffte es nur, weil sie in ein Postulat umgewandelt worden war.

“Die beste Reform ist eine, die gar nie gestartet wurde” – TEIL 2

Akzeptanz ist eines der Schlüsselwörter für den emeritierten Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers. Wird eine Schulreform von der Gesellschaft und den Pädagogen akzeptiert, gelingt sie, sonst nicht oder verläuft anders als gedacht. Im zweiten Teil über den “Reformwahn” im Schweizer Bildungswesen spricht Oelkers über die ewigen Reformbestrebungen zur Notengebung, über die Reformen, die die Lehrer belasten, aber dem Unterricht nichts bringen, sowie über die Zukunft der Schule. Das Interview ist zuerst im Nebelspalter erschienen. Das Gespräch führte Daniel Wahl.

David Schuler, Direktor der Volksschule Luzern: Codieren und dann Decodieren

Die Wahl zum Titel des grossen Denkers fiel diesmal einstimmig aus: David Schuler gelingt es, ein ohnehin schon komplexes Thema in ein noch komplexeres Transformationsprojekt umzuwandeln. Ein wahrlich famose Leistung.

Es fehlt nicht an Lehrpersonen. Es fehlt an Lehrpersonen, die länger in ihrem Beruf bleiben wollen

Die Schulen suchen nach wie vor qualifizierte Lehrpersonen, obwohl eigentlich genügend von ihnen ausgebildet werden. Doch viele wandern ab oder reduzieren ihr Pensum. Condorcet-Autor Carl Bossard wirft den Bildungsverantwortlichen vor, die Lehrpläne zu überfrachten und den Unterricht zu bürokratisieren.

Die Basler Kleinklassen werden verleumdet – eine Ehrenrettung

“Niemand irrt für sich allein”, schrieb der römische Philosoph Seneca vor über 2000 Jahren. “Er verbreitet seinen Unsinn auch in seiner Umgebung.”

“Mit dauernden Alarmierungen lässt sich kein Bildungssystem steuern” – TEIL 1

Der emeritierte Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers sprach mit dem Nebelspalter-Journalisten Daniel Wahl über die massive Reformwelle der letzten 20 Jahre und deren Wirkung. Wir bringen das Interview in zwei Teilen. Hier Teil 1.