25. Juli 2026
Manifest in seiner Originalversion

Manifest für einen bildungswirksamen Unterricht

Auf vielseitigen Wunsch schalten wir das Manifest der acht Persönlichkeiten auf, das am 27. April an einer Medienkonferenz vorgestellt wurde. Es hat ein breites Echo erzeugt und wurde teilweise heftig kommentiert. Es ist an Ihnen, sich nach der Lektüre eine eigene Meinung zu bilden.

Portrait of Dr. Beat Kissling wearing glasses against a stone background

Manifest für einen bildungswirksamen Unterricht

Jedes Kind geht nur einmal zur Schule.
Darum hat es das Recht auf einen bildungswirksamen Unterricht.
Wir Erwachsenen tragen dafür die Verantwortung.

Die heutige Volksschule wird diesem Auftrag zu wenig gerecht. Warum?

  • Sie vernachlässigt das gemeinsame und systematische Lernen.
  • Überfrachtete Lehrpläne und pädagogische Dogmen verdrängen das
    Zusammenspiel von Lehren und Lernen.
  • Zentral verordnete Reformen binden Zeit und Ressourcen, entwerten das
    Pädagogische und tragen zu sinkenden Lernleistungen bei.
  • Administration und Organisation ersticken die Freiheit und verdrängen
    den Sinn des Lehrberufs.
  • Pädagogische Hochschulen verlieren den Bezug zur Praxis.

Darum fordern wir eine Neuausrichtung hin zu einer Volksschule, die über
klare Ansprüche und systematisches Üben elementares Basiswissen sichert
und so tragfähige Grundlagen fürs Leben vermittelt:

  • verstehendes Lesen und kohärentes Schreiben,
  • präzises Reden und begründetes Argumentieren,
  • grundlegendes Rechnen,
  • logisches Denken und freies Fantasieren,
  • kreative und kulturelle Fähigkeiten,
  • einen respektvollen Umgang und Förderung des Gemeinsinns.

Darauf müssen die Pädagogischen Hochschulen vorbereiten – und dafür müssen
sie einstehen, in engem Austausch mit der Schulpraxis.

Der Sinn der Schule liegt im Pädagogischen.
Darum steht die Pädagogik im Mittelpunkt.
Jedes Kind hat ein Recht darauf, gesehen, angeleitet und verantwortungsvoll
unterrichtet zu werden.

Eine bildungswirksame Schule schafft entscheidende Voraussetzungen für
ein selbstbestimmtes Leben.
Darum gehört sie ins Zentrum der Politik.

 

Dr. phil. Carl Bossard, Yasmine Bourgeois, Prof. Dr. phil. Allan Guggenbühl,
Dr. phil. Beat Kissling, Philipp Loretz, Res Schmid, Christine Staehelin M.A., Roland Stark

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3 Kommentare

  1. Vielleicht darf man noch träumen: Dieses Manifest möge sämtliche Kompetenzraster und Leerpläne im deutschsprachigen Raum ersetzen sowie in den Foyers der Schulen und in den Büros der Ämter aushängen.

  2. Jeden Punkt kann ich hier unterschreiben!

    Es fehlt im Manifest: Die Nutzung von KI ohne Verarbeitung der Information durch eine analoge Übungsform ist wertlos.

    Diese Erfahrung hat wohl jeder erwachsene Mensch gemacht. Durch blosses Konsumieren bleibt nichts im eigenen Kopf hängen. Weder Kompetenz noch Können!

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