Alle drei Jahre vergleicht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Rahmen ihrer Pisa-Studie die Leistungen von Schülerinnen und Schülern weltweit. Es ist ein globaler Bildungstest, an dem sich in diesem Jahr 91 Länder samt 76 000 Jugendlichen beteiligten.
Die Schweiz nimmt bei der neuen Auswertung, die am Dienstag (8. 9.) vorgestellt wurde, eine starke Position ein. Statistisch gesehen liegen schweizerische 15-Jährige in allen untersuchten Bereichen signifikant über dem OECD-Durchschnitt.
Von Schülern in Asien überholt
Die Schweiz gehört mit ihren Ergebnissen zu den zwanzig leistungsstärksten Ländern über alle Kompetenzbereiche hinweg. Zudem liegt auch der Anteil von leistungsstarken Schülerinnen und Schülern über dem OECD-Durchschnitt. In Mathematik und auch im Lesen sind sie an sich gut, ihre Leistungen werden aber in beiden Bereichen von denjenigen der Schüler in asiatischen Ländern überholt.

Unschöne Tendenzen gibt es dennoch: Die Leistungen sinken kontinuierlich. Auffällig ist auch, dass es immer mehr leistungsschwache Schülerinnen und Schüler gibt. Der Anteil der Jugendlichen, die die definierte Mindestkompetenz nicht erreichen, liegt in der Schweiz mittlerweile bei 28,8 Prozent. Das ist zwar besser als der OECD-Durchschnitt, doch das bedeutet auch, dass fast jeder dritte Schweizer Jugendliche schlecht lesen kann.
Bei der KI-Nutzung sind die Schweizer spitze: Mehr als die Hälfte der 15-Jährigen (55 Prozent) lässt sich mindestens einmal pro Woche von KI-Tools beim Lernen helfen, ein Viertel tut das gar täglich. Die Schüler nutzen KI, um Texte zusammenzufassen und zu recherchieren. Da die Angaben von vergangenem Jahr stammen, dürfte ihr Anteil mittlerweile höher sein.
In Deutschland so schlecht wie nie zuvor
In Deutschland schneiden Schülerinnen und Schüler dagegen so schlecht ab wie nie zuvor. In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften seien bei den dort getesteten 15-Jährigen «die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt» worden, heisst es in der Studie. Die Ergebnisse liegen somit auch niedriger als bei der ersten Pisa-Studie im Jahr 2000.
Damals hatten die schwachen Werte in Deutschland eine intensive Debatte und Bildungsreformen ausgelöst – den sogenannten Pisa-Schock. Als Gründe gelten bis heute eine veränderte Schülerschaft und schwierige Lernvoraussetzungen.
2025 fehlten einem Viertel der rund 6700 in Deutschland getesteten Jugendlichen Basiskompetenzen in Naturwissenschaften. In Lesen und Mathematik galt das laut Pisa sogar für ein Drittel der Schülerinnen und Schüler. Zugleich sank laut der Studie der Anteil der Jugendlichen mit besonders hohen Kompetenzen und liegt in allen drei Gebieten nun bei weniger als zehn Prozent.
Legende Beitragsbild: Die Schweiz nimmt im internationalen Vergleich eine gute Position ein, die Kompetenzen von 15-Jährigen im Lesen und Rechnen nehmen allerdings seit Jahren kontinuierlich ab. (Foto: Gaetan Bally / Keystone-SDA)

