
Zitat der Woche
Martin Wolgast: Teamarbeit
Teamarbreit ist heute hoch im Kurs. Es mehren sich die Stimmen, die eine forcierte Teamarbeit etwas kritisch sehen.

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Teamarbreit ist heute hoch im Kurs. Es mehren sich die Stimmen, die eine forcierte Teamarbeit etwas kritisch sehen.

Auch hier bin ich wieder froh, dass der Condorcet-Blog eine andere Perspektive aufzeigt. Ich sehe Teamarbeit persönlich sehr kritisch. Man weiss aus der Wissenschaft, dass Teamarbeit gut ein gewisses Qualitätslevel erhält, sich darüber hinaus gegen Wissenszuwachs schützt. Eine starke Teamkultur lässt neue Gedanken schlechter zu und funktioniert auf der Grundlage, dass man es macht, wie man es eben an diesem Ort macht, weil man es immer schon so gemacht hat. Es ist das Gegenteil vom Outside the box Denken. Zudem hat Teamarbeit immer auch ein wenig mit erlernter Hilflosigkeit zu tun. Sie hindert den Einzelnen daran, selbst zu eigenständig zu denken, denn dann würde man die anderen ja nicht mehr brauchen. Also wird in der Teamkultur immer auch ein wenig zelebriert, dass man aufeinander angewiesen ist, und die gemeinsame Betätigung besteht darin, zu zelebrieren, dass man aufeinander angewiesen ist. Das ist fast ein Teufelskreis.
Die Gefahren, die Luca beschreibt, können Teamarbeit lähmen. Deshalb muss sie gelernt werden wie irgend ein anderer Schulstoff. Den Teilnehmenden muss bewusst werden, dass sie alle Verantwortung für das Gelingen tragen, dass sie ihre besten Qualitäten einbringen müssen und dass Teamarbeit nicht heisst, dass der andere die Arbeit macht.
Um eine Binsenweisheit loszuwerden: TEAM = Toll, ein anderer macht’s. Neben der Einzelarbeit und dem Klassengespräch hat sich in meiner eigenen Unterrichtspraxis die Partnerarbeit bewährt, in Englisch im gemeinsamen Lesen von Dialogen, in Mathematik durch die Mithilfe starker Schülerinnen als Assistenten während der Übungen.