Zitat der Woche

Die Wirkung von Schule

Die AOK-Baden Württemberg (Allgemeine Ortskrankenkasse) forderte, “Gesundheit” als neues Schulfach einzuführen. Condorcet-Autor Alain Pichard ist gerührt.

Alain Pichard, Condorcet-Autor, Grossrat, Sekundarlehrer

Ich bin immer wieder gerührt, wenn ich höre, welche Wirkungsmacht gewisse Leute uns Lehrkräften und der Schule unterstellen. Meine Erfahrungen als Lehrer ist, dass die Wirkung von Schule begrenzt ist und die Schule sich überfordert, wenn sie Ziele verfolgt, die ausserhalb von Reichweite von Unterricht liegen. Wir können aus dicken Kindern keine dünnen machen. Wir können keine Gretas entwickeln, wir können keine gewaltfreien, friedliebenden, drogenabstinenten, toleranten und immer gesund lebenden Menschen “produzieren”. Und bezüglich Medienkompetenz scheitere ich schon als Vater. Bitte nicht weitersagen: Wir können derzeit nicht einmal mehr einen lebensrettenden Schwimmstil garantieren. Und wenn wir es nicht einmal mehr schaffen, dass die austretenden Schülerinnen und Schüler richtig lesen und schreiben können, dann erodiert hier ein Fundament von Schule. Eine Schule die jeden Hasen jagt und keine Prioritäten zu setzen vermag, die einem gigantischen schwurbligen Kompetenzquark aufgesessen ist, verliert mit der Zeit ihre Existenzberechtigung.

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1 Kommentar

  1. Die Wirkung von Schule mit dem immer höher gesteckten gesellschaftlichen Imperativ gemäss dem Motto: “Das soll die Schule auch noch machen” ist gleich Null.
    Wird die Schule zum gesellschaftlichen Mülleimer, ist eben nur noch Abfall drin.

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