Rücktritt von Bildungsdirektorin Monica Gschwind (BL)

Sie suchte den Dialog mit der Praxis

Regierungsrätin Monica Gschwind (FDP) erklärte ihren Rücktritt per 31. Dezember 2025. Mit ihr verliert die Praxis eine Zuhörerin, die in den Gremien der Bildungspolitik seltener ist als der Appollofalter auf unseren Wiesen.

Der Übergang von der Ära Urs Wüthrich (SP) zur Regierungszeit von Monica Gschwind (FDP) im Jahr 2015 war selbst in einem auf Konsens ausgerichteten Politsystem wie in der Schweiz bemerkenswert. Während der leider viel zu früh verstorbene ehemalige Bildungsdirektor des Kantons Baselland, Urs Wüthrich, die «Segnungen» der behördlichen Reformpolitik kompromisslos topdown durchsetzte und die Einwände der Praxis konsequent negierte, setzte Monica Gschwind auf den Dialog. Sie tat dies mit Beharrlichkeit und Augenmass und konnte so unter anderem die Blockade rund um den Lehrplan 21 lösen und Ruhe in die Schulen bringen. Der ausserordentlich kritische Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland LVB lobte Monica Gschwind für die neu geschaffene Vertrauensbasis und bedauerte den Rücktritt. Den  aufmerksamen Condorcet-Leserinnen und -Leser ist natürlich bewusst, dass das kolossale Scheitern des Frühfranzösisch und die eklatanten Fehlentwicklungen der Reformpolitik das Einlenken der Bildungsbehörden erleichtert haben.

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BOLD steht für “Blog on Learning and Development” und wurde am 2. August 2016 von der Jacobs Foundation lanciert. Der Blog beschäftigt sich mit Fragen und Antworten rund um das Thema, wie sich Kinder und Jugendliche entwickeln und lernen. Forscher, Wissenschaftsjournalisten, politische Entscheidungsträger und Praktiker veröffentlichen auf der interaktiven Plattform BOLD ihre Erkenntnisse und Meinungen. Der Blog soll den interdisziplinären Austausch von Wissen anregen und die breite Diskussion unter Wissenschaftlern, Praktikern und der interessierten Öffentlichkeit entfachen. Natürlich vertritt die Jacobs Foundation völlig andere bildungspolitische Positionen als die Mehrheit unserer Leserinnen und Leser. Sie ist der Digitalisierung, der Individualisierung und dem Bildungsmonitoring verpflichtet. Und sie hat viel Geld zur Verfügung. Interessant sind Ihre aufwändig gemachten Filme zu verschiedensten Themen. Hier ein Beispiel:

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