8. Dezember 2022

Schulreformen

Interview mit einem Reformkritiker, der auch die Reformkritiker kritisiert

Die Redaktion hat geschmunzelt und von einem Altherren-Veteranen-Gespräch gesprochen. Trotzdem findet sie dieses Gespräch zwischen den beiden Reformkritikern, Lehrern und Condorcet-Autoren Alain Pichard und Res Aebi aufschlussreich. Es ist nicht nur eine kurzer Abriss über den Kamf gegen unausgegorene Schulreformen, es ist auch eine berührende Geschichte von zwei Freunden, die sich beigestanden, sich überworfen und wieder gefunden haben. Unter anderem im Condorcet-Blog.

Klassische Klassen haben ausgedient

Bis 2010 wurden Klassenräume nach Maßen gebaut, die noch von Kaiserin Maria-Theresia festgelegt worden waren. Ab dem nächsten Schuljahr sollen neue Lehrpläne in Kraft treten, die ganz auf neue pädagogische Konzepte setzen, die sich in den alten Gebäuden nicht umsetzen lassen – Stichwort Projektgruppen. Schularchitektur rückt deshalb in den Fokus. Für Kritiker der neuen Bildungsreformen ein Fingerzeig, dass die umstrittenen Elemente nun auch in der Architektur ihre Vollendung finden sollen. Wir bringen einen ziemlich euphrischen Beitrag des ORF-Journalisten Nicola Eller.

Bildungsdebakel und neoliberale Konzepte

Dr. Eliane Perret knüpft an die Ausführungen des Sekundarlehrers Iten an, der sich mit den Ursachen des Lehrkräftemangels beschäftigte (https://condorcet.ch/2022/09/lehrkraeftemangel-falsche-ursachen-verkehrte-schlussfolgerungen/). Auch sie legt den Fokus auf die neoliberalen Reformen der Vergangenheit.

Bildungspolitischer Rückzug ins Funktionale

Noch vor Kurzem fehlten Hunderte von Lehrkräften. Nun startet das neue Schuljahr, die meisten Stellen sind besetzt – viele mit sogenannten Laienlehrpersonen, LLP. Courant normal? Und kann die Bildungspolitik einfach weiterfahren wie bisher?, fragt Condorcet-Autor Carl Bossard.

Eine kurze Chronik der 20 Berner Schulreformen: durchzogene Bilanz

Haben wir nun eine “Reformitis” oder nicht? Condorcet-Autor Alain Pichard hat in seinem Kanton Bern rückblickend recherchiert, 20 Reformen herausgepickt, deren Zielsetzungen festgehalten und ihr Ergebnis bewertet.

Die Starke Schule – geboren aus der Notwendigkeit

KritikerInnen der Starken Schule beider Basel setzen die Eltern- und Lehrkräfteorganisation zuweilen gleich mit Jürg Wiedemann. Diesen Namen wiederum glauben sie als Synonym für Sturheit, Polarisierung und Kompromisslosigkeit zu erkennen. Condorcet-Autor Felix Hoffmann widerspricht dem energisch.

Was wurde eigentlich aus Ernst Buschor oder der Ökonomisierungsversuch des schweizerischen Bildungswesens

Wie kam es, dass der amerikanische NPM-Kapitalismus die Hand an unsere Volksschule legen konnte? Wie konnten die demokratischen Institutionen mit «Soft Governance» ausgehebelt werden und warum gab es wenig Widerstand, obwohl das «New Public Management» als Werkzeug der Globalisierung mit dem Ziel, aus dem gemeinwohlorientierten «Service Public» gewinnorientierte Unternehmen zu machen, bekannt war? Der ehemalige Erziehungsdirektor des Kantons Zürich ist eng mit dieser Entwicklung verbunden. Seine Wirkung war trotz seines letztendlichen Scheiterns immens. Unser “Haushistoriker” Peter Aebersold blickt in die jüngste Vergangenheit und zeichnet ein kritisches Bild des Wirkens von Ernst Buschor.

„Ich hatte ermutigende Lehrer“

Entscheidend für den Bildungserfolg sind glaubwürdige Lehrerinnen und Lehrer, die fördern, fordern und ermutigen. Das geht im Reform-Aktivismus völlig vergessen, gibt Condorcet-Autor Carl Bossard zu bedenken.

Wer schweigt, schadet der Volksschule

Der pensionierte Sekundarlehrer und Condorcet-Autor Hanspeter Amstutz hat den Text von Carl Bossard (Wer trägt die Verantwortung, 3. November) gelesen und sich dabei seine Gedanken über fehlenden Mut und grassierenden Konformismus gemacht.