14. Januar 2026

Das EDK-Frühfremdsprachenkonzept: Eine Parabel in sechs Akten oder Wie aus Reformitis Big Business wird

Am Donnerstag, den 2. Juni 2016, veröffentlichten die heutigen Condorcet-Autoren Urs Kalberer, Philipp Loretz, Alain Pichard, Roland Stark und Felix Schmutz einen aufwändig recherchierten Artikel über das Frühfremdsprachenkonzept. Der Beitrag wurde in der BAZ veröffentlicht und füllte damals eine ganze Seite. Angesichts der heutigen Entwicklung in Sachen Passepartout-Lehrmittel ist dieser Beitrag sehr aktuell und brisant, weshalb wir ihn hier noch einmal veröffentlichen. Wer ihn liest, wird besser verstehen, wie es zu diesem Desaster gekommen ist, wer hier die Verantwortung trägt und wie Geschäftsinteressen elementare pädagogische Einwände weggewischt haben.

Offener Brief zum Passepartout-Debakel: Genug ist genug!

Nachdem Condorcet-Autor Felix Schmutz die vernichtende Evaluation von «Mille feuilles» durch das Institut für Mehrsprachigkeit (IfM) auf dem Condorcet-Blog publik gemacht hatte (siehe https://condorcet.ch/2019/09/das-unruehmliche-schicksal-von-passepartout/ 2.10.19), war klar, dass die Befürworter der Lehrmittelreihe die nun bereits vierte miserable Evaluation entgegennehmen mussten. Das daraufhin folgende Versteckspiel, die immer noch geäusserten Durchhalteparolen und das Relativieren der Ergebnisse haben nun aber Lehrerinnen und Lehrer, welche mit den neuen Lehrmitteln unterrichten mussten, und Bildungspolitiker, die schon lange auf die Missstände hingewiesen haben, zu einem offenen Brief veranlasst, den die Redaktion des Condorcet-Blogs hiermit veröffentlicht! In ihrem durchaus gemässigten Schreiben verlangen die Unterzeichnenden nicht einen Verzicht auf die Passepartout-Lehrmittel, aber die Möglichkeit, alternative Lehrmittel einzusetzen. Ausserdem werden drängende Fragen zum ganzen Projekt gestellt.

Die Analyse eines Blabla-Dokuments

Hans Joss, Bern, ist ehemaliger Sekundarlehrer, studierte Psychologie und war jahrelang wissenschaflticher Leiter „Langzeitfortbildungen bei der Zentralstelle für Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung des Kantons Bern“ Er war Präsident des Vereins „Lesen und Schreiben“ und ist ein versierter Kenner des finnischen Schulsystems. Immer wieder besucht er dieses Land und leitet auch Reisegruppen ins Herz des finnischen PISA-Wunderlands. Mit Hingabe kämpft er gegen den Illetrismus in der Schweiz, den er als eigentlichen Skandal bezeichnet. Hans Joss ist eingeschriebenes Mitglied der Berner SP.
In seinem Beitrag seziert er das Papier des Verbands der schweizerischen Volkshochschulen zum Thema „Erwerb und Erhalt von Grundkompetenzen Erwachsener“ Das Papier ist am 30. März 2019 veröffentlicht worden. Hans Joss zeigt uns auf, warum der Kampf gegen den Illetrismus in der Schweiz nicht vorwärtskommt.

Das unwürdige Versteckspiel der Passepartout-Verantwortlichen

Es war Condorcet-Autor Felix Schmutz, der uns auf den Schlussbericht der Passepartout-Evaluation aufmerksam gemacht hatte. Inzwischen haben verschiedene Tageszeitungen reagiert und sprechen von einem “geheimen Bericht”. Im Beitrag von Felix Schmutz haben wir unseren LeserInnen auch die Links angegeben, wo Sie die miserablen Ergebnisse der Untersuchung nachlesen können. Doch diese Links wurden geändert.

120 Secondes, ein Leckerbissen aus der Romandie

120 Sekunden (abgekürzt “120”) ist eine ausserordentlich witzige Satiresednung des Westschweizer Fernsehens. Moderiert wird sie von Vincent Kucholl und Vincent Veillon.
Zwischen 2011 und 2014 wurde die Sendung täglich um 7.50 Uhr auf Couleur 3 (Schweizer Radio und Fernsehen) ausgestrahlt. Es handelt sich um Interviews mit fiktiven Persönlichkeiten zu aktuellen Themen. Im Allgemeinen werden die Charaktere von Vincent Kucholl gespielt, während Vincent Veillon der Interviewer ist.
Seit dem 31. August 2018 ist die 120-Sekunden-Serie wieder im Radio zu hören und wird wöchentlich am Morgen von La Première2 gesendet. Viel Vergnügen!

Zitat der Woche: Abschreiben ist beliebt

Aus einem Beitrag abschreiben ist ein Plagiat, aus zwei Beiträgen abschreiben ergibt ein Essay und aus drei Beiträgen abschreiben gilt als Dissertation. Allerdings kommen wir um einen Warnhinweis nicht herum: Nur kopieren nützt nichts, man muss es auch kapieren. Dirk Maxeiner, Journalist von Achse des Guten

Die NZZ am Sonntag, Richard David Precht und der Diskurs

Das Interview mit dem Fernseh-Philosophen Richard David Precht, welches die NZZ am Sonntag in ihrer vorletzten Ausgabe publizierte, löste in der Condorcet-Gemeinde ein ungläubiges Kopfschütteln aus. Wie kann es sein, dass ein derart unbedachtes, in sich widersprüchliches Gespräch in dieser Zeitung erscheinen konnte? Es waren weniger die Inhalte, die Anstoss erregten sondern vielmehr die von vielen als plump empfundenen Pauschalurteile, die nicht einmal als stammtischwürdig empfunden worden sind.

Zitat der Woche: Precht und Dieter Bohlen

Für mich ist Richard David Precht für die Philosophie, was Dieter Bohlen für die deutsche Musik ist. Professor Lemmenmeyer. Mathematikhistoriker und Mathematiker, Mathematiklehrer am Gymnasium St. Gertrudis in Ellwangen.

Der Fernsehphilosoph in der NZZ …

Peter Sloterdijk bezeichnete ihn als Andre Rieu der Philosophie, der FAZ-Redaktor und Buchautor Jürgen Kaube bezichtigte ihn der intellektuellen Schlampigkeit. Aber Richard David Precht lässt sich nicht bremsen. In einem grossen Interview in der NZZam Sonntag (18.8.19) wiederholt er im Wesentlichen die Thesen, die er in seinem Buch: “Anna, die Schule und der liebe Gott” schon dargelegt hat. Die Condorcet-Redaktion fasst zusammen: