29. Juli 2026

Mille-feuilles Kritiker schuld am schlechten Ruf des Lehrmittels

In einem engagierten Leserbrief in der NZZ (28.10.19) verteidigt Christine Le Pape-Racine das Konzept der Mehrsprachigkeit und damit auch die Passepartout-Lehrmittel. Für den schlechten Ruf der Lehrmittel seien mitnichten die dürftigen Ergebnisse der Evaluationen verantwortlich, sondern das permanente Schlechtreden seiner Kritiker. In ihrer Stellungnahme geht Frau Le Pape auch auf den Condorcet-Blog ein.

Desaströse Ergebnisse in den USA

Die NAEP ist so etwas wie der Urs Moser der USA. Und ihre Tests entsprechen in etwa unseren ÜGKs (Überprüfung der Grundkompetenzen), deren Ergebnisse die Schweiz im Mai dieses Jahres durchgeschüttelt haben. Hüben wie drüben scheinen sich die Hiobsbotschaften betreffend der Bildungsergebnisse zu häufen. Diane Ravitch überrascht dies nicht. Genauso wenig überraschend ist, wie die US-amerikanische Bildungsministerin Betsy de Vos darauf reagiert! Der neueste Beitrag aus dem Diane Ravitch-Blog wurde von Alain Pichard übersetzt.

Bildungsstiftungen: Ihr Geschäft ist die Digitalisierung

Aus Deutschland wurde uns dieser Artikel zugeschickt, der in der Zeitung “Tagesspiegel” erschienen ist. Die Digitalisierung erweist sich immer mehr als ein Riesengeschaft für viele Akteure. Die Bildungs-Stiftungen planen den „Systemwechsel“. Die Konzerne, die hinter ihnen stehen, leben von Bildungsmedien und Internetanschlüssen. Christian Füller berichtet und wir drucken ihn hier gerne ab.

Um zeitgemäss unterrichten zu können, braucht es die Lehrmittelfreiheit

Im Kanton Bern gibt es nur drei obligatorische Lehrmittel: Die Passepartout-Reihe, das Englisch-Lehrmittel “New World” und das Mathbuch. Ruth Wiederkehr, Schulleiterin an einer Brennpunktschule in Biel, plädiert für eine weitgehende Lehrmittelfreiheit. In ihrem Beitrag blickt sie zurück und begründet, weshalb ein Obligatorium im Zeitalter der Standards und einer sich rasant veränderten Medienlandschaft nicht mehr zeitgemäss ist.

Einsam lernen: 30 Schüler und kein Lehrer

Der Condorcet-Blog hat eine doppelte Premiere. Einerseits schreibt eine junge 21-jährige zukünftige Lehrerin aus Deutschland für unseren Blog, was wir sehr begrüssen. Andererseits möchte sie dies nur unter einem Pseudonym tun, was uns sehr leid tut. Der Text entfaltet zwar eine äusserst kritische Sicht auf den heutigen Unterricht und damit auch auf die Ausbildung der zukünftigen LehrerInnengeneration, verstösst aber keineswegs gegen irgendwelche Vertraulichkeitsprinzipien, wodurch sich hier die Behörden gezwungen sähen, Massnahmen gegen die Autorin zu ergreifen. Es ist zweifelsohne besorgniserregend und sagt viel über den heutigen Zeitgeist aus, wenn sich junge Lehramtsabsolventinnen gezwungen sehen, kritische Texte nur anonym zu veröffentlichen. Der richtige Name und die Person sind der Redaktion bekannt.

Bildungszertrümmerung

Hans-Jürgen Bandelt, Mitglied der Gesellschaft für Bildung und Wissen, hat sich in den letzten Jahren mit den Wirkungen der Kompetenzorientierung auf den schulischen Unterricht in Mathematik auseinandergesetzt. In seinem Beitrag für den Condorcet-Blog stellt er die Transformation des Bildungssystems in einen größeren Rahmen.

Im Nachklang zum «Hype ums Gymnasium»

Claudia Meier hat sich an gewissen Aussagen in Carl Bossards Beitrag “Der Hype ums Gymnasium – Kommen auch die Richtigen?” gestört. Sie fragt sich, ob es nicht überholt ist, heute noch in den Kategorien, “gescheit”und “weniger gescheit”, “begabt” und “weniger begabt” zu denken.

Kompetenzorientierung in Deutschland: Die verordnete Selbsttäuschung

Der Vortrag von Professor Klein in Österreich ist zwar schon einige Jahre alt, hat aber nichts an seiner Aktualität verloren. Hans-Peter Klein erklärt anhand von Abituraufgaben, wohin uns eine testgesteuerte Kompetenzorientierung führt und welche Rolle dabei die Politik spielt. Chronologie einer gigantischen Selbsttäuschung.

Die Gefahren der schulischen Digitalisierung – Ein Plädoyer für ein umsichtiges Vorgehen

Gastbeitrag von Felix Hoffmann, Sekundarlehrer

Harald Lesch, der aus dem Fernsehen bekannte Astrophysiker, meinte in einem seiner Vorträge, Bedenken seien ein konstitutives Element des Menschseins.[1] Doch gerade bei der Vorwegnahme der Folgen seines Handelns tut sich Homo Sapiens unglaublich schwer. So bedachte er weder die Auswirkungen der Nutzung fossiler Brennstoffe auf die Umwelt noch die Unlösbarkeit des Problems radioaktiven Abfalls. Ein Bereich, in dem Vorausdenken geradezu verweigert wird, ist die Bildungspolitik. Aktuellstes Beispiel: die Digitalisierung.

Hinweis: Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland (LVB) erschienen (Septemberausgabe 2019).