Kein Hauch von Selbstreflexion

Der Sekundarlehrer Felix Hoffmann aus dem Kanton Baselland bemängelt nach der Lektüre von Frau Le Pape Racines Leserbrief in der NZZ die völlige Absenz von Selbstkritik.

Le Pape Racine bestätigt die Kritik des an die Bildungsdirektionen der sechs Passepartout-Kantone adressierten offenen Briefs. Auch sie appelliert einmal mehr an die Geduld. Doch eine Didaktik, deren Lehrmittel seit bald zehn Jahren im Einsatz sind und – wissenschaftlich mehrmals nachgewiesen – ungenügende Fremdsprachenkenntnisse vermitteln, hat den Anspruch auf mehr Zeit endgültig verspielt aus Rücksicht auf die Lernenden.

Wer unfehlbar ist, hat sich eben nichts vorzuwerfen.

Ansonsten repräsentiert Le Pape Racine den für die Passepartout-VerfechterInnen typischen Umgang mit Kritik. Sowohl deren Überbringer als auch die Kritiker selbst werden angegriffen und schlechtgeredet. Nie ist auch nur ein Hauch von Selbstreflexion vernehmbar. Für das Versagen von Passepartout verantwortlich sind nicht die Lehrmittel noch die zugrunde gelegte Didaktik. Schuld sind immer nur die andern. Der unbeirrbare Anspruch auf Unfehlbarkeit im Verbund mit der strikten Separation zwischen “wir” und “die andern” erinnert an religiöse Sekten und Ideologien. Wer unfehlbar ist, hat sich eben nichts vorzuwerfen. Nomen est Omen.

Felix Hoffmann, Sekundarlehrer, Kt. Baselland

 

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