Was die konsequente Übernahme von Inputs aus der Fussballwelt bedeuten würde

Vom Fussball lernen

Der letzte Beitrag von Condorcet-Autor Carl Bossard, die aktuelle Fussball-WM und der Rat einer Journalistin veranlassten Alain Pichard, einen alten Beitrag noch einmal verkürzt und bearbeitet aufzuschalten. Viel Spass!

Soccer coach in a blue jacket watches young players practice on a sunny green field, clipboard in hand (back view).
Alain Pichard, ehem. Stadt- und Grossrat der GLP, Lehrer und Publizist: Lehrer und “Fussballexperte”.

In der FAZ stellt der Journalist Jürgen Kaube einen Zusammenhang zwischen dem Ausscheiden der deutschen Fussballnationalmannschaft und dem deutschen Bildungssystem fest. In der Schweiz mahnt hingegen ein Journalist, man soll sich vom Fussball auch mal einige Inputs holen, anstatt immer über die grossen Schwierigkeiten, welche die Integrationsarbeit mit sich bringt, zu klagen.
Gesagt getan. Ich stelle meinen Unterricht ab sofort um:


In unser «Kader» beziehungsweise unsere Klasse wird nur berufen, wer das benötigte Profil hat und seine Leistungsfähigkeit bereits unter Beweis gestellt hat.


Wer die Leistung nicht erbringt, muss den Kader verlassen. Es gibt keinen Stützunterricht, höchstens Straftraining.


Wer in den Kader berufen wird, tut, was der Lehrer sagt, denn der Trainer ist der Boss. Wer meckert, fliegt.

Alle strengen sich an, es gibt ein klares Punktesystem, die Leistung auf dem Spielfeld «Unterricht» zählt. Es werden keine Debatten über angebliche Benachteiligungen geführt und schon gar kein Nachteilsausgleich gewährt. Wer versagt, kommt auf die Bank oder wird ausgesondert.


Es gelten klare und gleiche Spielregeln. Für alle. Und sie werden auch nicht jeden Tag neu ausgehandelt. Wenn ein Spieler einen anderen rotwürdig foult, dann verweist der Schiedsrichter den Spieler vom Platz. So auch künftig bei uns im Unterricht. Kein Stuhlkreis, kein Psychiater, keine Nachsichtigkeit aufgrund eines Traumas im Jugendfussball.


Mädchen und Knaben sind strikt getrennnt.

Vor den Spielen beziehungsweise den Testen wird die Schweizer Nationalhymne gesungen.


Nicht alle Spieler sind gleich. Manche spielen sensationell, andere nicht. Einige verdienen mehr, andere weniger. So auch im Unterricht. Es gibt Zensuren und eine Skala 6 bis 1. Die guten kommen in eine höhere Leistungsklasse, die schlechten werden ins B-Team verbannt.


Es zählen nur das Resultat und die gewonnenen Zweikämpfe!


Aber vielleicht mache ich die Rechnung ohne den Wirt. Denn der Wirt sagt mir: «Wenn du die Saisonziele mit deinem Team nicht erreichst, wirst du entlassen. »

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

“Wir brauchen einen Wandel der Schulkultur”

Was läuft schief bei der politischen Bildung in Deutschland? Offensichtlich eine Menge: In Thüringen erreicht die AfD mit 36 Prozent die meisten Stimmen bei den 18- bis 24-Jährigen und ist damit stärkste Kraft in dieser Altersgruppe – in Sachsen liegt sie bei den Jungwählerinnen und Jungwählern bei 30 Prozent. Wir sprachen mit der Psychologin und Ex-Piraten-Politikerin Marina Weisband, die sich für das Demokratieprojekt “aula” engagiert, über ihre Schlussfolgerungen aus den Landtagswahlen. Der Artikel wurde auf dem Portal News4teachers publiziert. Laura Millmann, Agentur für Bildungsjournalismus, führte das Interview.

Bildet die FHNW Schulleiter/-innen mangelhaft aus?

Schulleiter/-in zu werden ist einfach, den Job qualitativ gut auszuführen hingegen schwer. BaZ und bz haben in den vergangenen Wochen mehrfach über Streitigkeiten, Mobbing und aufsichtsrechtliche Anzeigen berichtet. Kritisiert werden meist Mitglieder der Schulleitungen. Der Vorwurf ist happig und reicht von fachlicher und organisatorischer Überforderung bis zu charakterlichen Mängeln. Es stellt sich deshalb die Frage, ob die Ausbildung zum Schulleiter an der FHNW ausreichend ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert