Die Initiative verlangt, dass der Unterricht in den ersten vier Primarschuljahren ohne digitale Geräte wie Tablets, Computer oder Handys stattfindet. Ab der 5. Klasse können schuleigene Geräte weiterhin gezielt in einzelnen Unterrichtsstunden eingesetzt werden. Dabei geht es ausdrücklich nicht um persönliche Geräte: Die Tablets oder Computer bleiben in der Schule und werden von den Lehrpersonen gezielt eingesetzt und für bestimmte Lektionen verteilt.
Digitale Bildung ja, aber zum richtigen Zeitpunkt
Die Initiative richtet sich nicht gegen digitale Bildung. Im Zentrum steht vielmehr die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für den Einsatz digitaler Geräte im Unterricht ist.

Foto: Daniel Wahl, Lehrernetzwerk Schweiz
In den ersten vier Primarschuljahren sollen Lesen, Schreiben und Rechnen sowie die Entwicklung von Sprache, Konzentrationsfähigkeit, Feinmotorik und sozialen Kompetenzen im Vordergrund stehen. Diese grundlegenden Fähigkeiten werden durch persönliche Interaktion, Bewegung und analoge Lernformen in diesem jungen Alter besonders gut gefördert.
Digitale Kompetenzen sind heute unverzichtbar. Kinder und Jugendliche sollen lernen, digitale Geräte verantwortungsvoll zu nutzen und gleichzeitig lernen, Risiken und Gefahren einzuschätzen. Dafür ist der Einsatz von Tablets oder Computern in den ersten vier Primarschuljahren aus Sicht der Starken Schule beider Basel (SSbB) zu früh. Kinder lernen den Umgang mit digitalen Geräten später schneller. Ein späterer Einstieg bedeutet deshalb keinen pädagogischen Nachteil. Ab der 5. Klasse können digitale Geräte gezielt und altersgerecht eingesetzt werden.
Die Schule soll ein Gegengewicht bieten
Digitale Geräte gehören für viele Kinder und Jugendliche bereits selbstverständlich zum Alltag. Hohe Bildschirmzeiten und enormer Konsum sind weit verbreitet. Umso wichtiger ist es, dass die Schule nicht zusätzlich dazu beiträgt, die Bildschirmzeit unnötig zu erhöhen. Besonders die Primarschule soll ein Ort sein, an dem die Kinder noch ohne Bildschirm lernen, spielen, sich bewegen und miteinander kommunizieren.
Während den Unterschriftensammlungen in Allschwil und Liestal führte Aleyna Kara (Sekretariatsmitarbeiterin der SSbB) zahlreiche Gespräche mit Eltern schulpflichtiger Kinder. Dabei ist immer wieder die Sorge geäussert worden, dass digitale Geräte in der Schule den Druck auf die Eltern zusätzlich erhöhen könnten, wenn es darum geht, die Bildschirmzeit ihrer Kinder zu begrenzen. Aleyna Kara: «Eindrückliche Reaktionen auf der Strasse»
Charlotte Höhmann (Vorstandsmitglied der SSbB) erläutert in ihrem Statement ausführlich, weshalb aus Sicht der SSbB digitale Kompetenzen zwar wichtig sind, der Einsatz digitaler Geräte in den ersten vier Primarschuljahren jedoch nicht notwendig und pädagogisch nicht sinnvoll ist. Charlotte Höhmann: «Digitale Bildung ja, aber zum richtigen Zeitpunkt»
Initiative ist ein klares Zeichen
Mit 2’529 Unterschriften wurde die notwendige Zahl von 1’500 Unterschriften deutlich überschritten. Die zahlreichen Gespräche während der Unterschriftensammlung haben gezeigt, dass die Frage nach dem richtigen Umgang mit digitalen Geräten in der Primarschule viele Menschen beschäftigt, darunter auch zahlreiche Eltern schulpflichtiger Kinder. Mit der Einreichung beginnt nun die nächste Phase. Die kantonalen Behörden werden die Initiative prüfen; anschliessend wird das politische Verfahren weitergeführt.

Wir bedanken uns bei allen, die die Initiative mit ihrer Unterschrift unterstützt und damit dazu beigetragen haben, dass dieses Anliegen im Kanton Basel-Landschaft politisch weiterverfolgt werden kann.
Lavinia Beck
Vorstand Starke Schule beider Basel

