9. September 2026
BILD-Titel- Bildungskrise

Können nicht einmal den Stift halten

Der Unternehmer Frank Oesterwind kommentierte auf LinkedIn einen zugegebenermassen etwas reisserischen Artikel der BILD-Zeitung.

Deutschland diskutiert über seine Zukunft, auch über Rente – aber ignoriert das Fundament jeder Zukunft: Bildung.
Nach dem IQB-Schock kommt jetzt der nächste Alarmruf: 1100 Lehrer melden, dass viele Kinder heute nicht einmal mehr einen Stift halten, Schuhe binden oder allein zur Toilette gehen können. Von Sprache, Motorik oder Konzentration ganz zu schweigen.

Frank Oesterwind, Unternehmer, NRW, Deutschland.

In manchen Grundschulen – wie in Duisburg-Marxloh – verstehen Erstklässler nicht einmal die Wörter Huhn oder Ei, in keiner Sprache. Viele Kinder haben keine Sprachbasis mehr, keine Regeln, keine Frustrationstoleranz. „Diese Kinder tragen keine Schuld“, sagen Lehrer – aber das System ist überfordert, die Politik überfordert, die Gesellschaft überfordert.

Während Unternehmen verzweifelt Fachkräfte suchen, während Deutschland ohne Rohstoffe, ohne billige Energie, ohne digitale Infrastruktur dasteht, brechen ausgerechnet unsere Köpfe, unsere einzige Ressource, weg. Die Wirtschaft stagniert, Firmen wandern ab – und die Schulen liefern immer weniger Zukunft ab.

Deutschland streitet über seine Rente, über Milliardenlöcher und Beitragssätze – aber übersieht das größte Potenzial: gut ausgebildete junge Menschen. Wer heute Bildung vernachlässigt, gefährdet morgen die Rente. Ohne starke Schüler gibt es keine starken Beitragszahler.

Bildung ist kein Nice-to-have – sie ist Überlebensfrage.
Wenn ein Land, das nichts hat außer Wissen, seine Kinder nicht mehr befähigt, überhaupt zu lernen, dann schafft es sich nicht nur wirtschaftlich ab.

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