9. April 2026

Soeben hereingekommen: Grosser Rat will sich vom Schulverlag plus trennen

Das Kantonsparlament beschliesst den Ausstieg aus der Besitzbeteiligung des Schulverlags plus. Nicht zur Freude der Erziehungsdirektion.

Michael Ritter, Gymnasiallehrer und Grossrat der GLP im Kanton Bern: lancierte die Motion.

Grossrat Michael Ritter (GLP) reichte im November vergangenen Jahres eine Motion ein, die eine gelenkte Lehrmittelfreiheit forderte. Gleichzeitig mahnte er an, sich von der Beteiligung am Staatlichen Lehrmittelverlag “Schulverlag plus” zu trennen. Der Schulverlag plus gehört zu gleichen Teilen dem Kanton Aargau und dem Kanton Bern. Er ist der Herausgeber der umstrittenen Passepartout-Lehrmittelreihe. Bereits im Dezember 2020 wurde grundsätzlich die Lehrmittelfreiheit beschlossen. Nun beschloss das bernische Kantonsparlament heute mit 94 zu 61 Stimmen, sich auch von seinem Lehrmittelverlag zu trennen.

Bernhard Kobel, ehem. Geschäftsführer des Schulverlags plus

Die bernische Bildungsdirektorin Frau Häsler liess keinen Zweifel daran, dass sie den Verlag gerne behalten würde. Auch SP und Grüne setzten sich für den Beibehalt der Besitzverhältnisse ein.

Der Geschäftsführer Bernhard Kobel, der vergangenen April in unserem Blog für eine Überarbeitung der Passepartout-Lehrmittel plädierte (https://condorcet.ch/2021/04/quo-vadis-mille-feuilles-und-clin-doeil/), kündigte bereits letzten Monat.

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Vom notwendigen „Nid nahla!“

Krisenzeiten à la Corona sind Durststrecken. Gefordert ist Durchhalten. Davon ist im Moment üppig die Rede. Die Devise gilt auch für gutes Lernen. Daran erinnert Condorcet-Autor Carl Bossard.

Vom gefeierten Hoffnungsträger zum Totengräber der Schulqualität

Condorcet-Autor Urs Kalberer berichtet von einem Informationsabend der Starken Schule Zürich, in dem es um die Folgen der Digitalisierung in den Klassenzimmern ging. Die zwei Referenten waren ein Lehrer und eine Lehrerin, also Praktiker des Unterrichts. Die Besucher erfuhren hier zwar keine Studienergebnisse (die kann man in unserem Blog zuhauf konsultieren), dafür besorgniserregende Beobachtungen aus dem Schulalltag.

Ein Kommentar

  1. Überfällig! Dass die EDK keine Freude hat, wird lediglich dazu führen, dass sie unter den Bildungsvermittelnden über kurz oder lang keine Freunde mehr haben wird. Und dann ist der Zeitpunkt gekommen, über den Sinn bzw. Unsinn der Institution EDK in ihrer derzeitigen Form nachzudenken…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert