16. Februar 2026

Monumentale Missverständnisse

Konrad Paul Liessmann ist Professor für Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik an der Universität Wien. Er ist auch Mitglied der GBW und ein prominenter Kritiker der Kompetenzorientierung. In seinem Beitrag macht er sich Gedanken über die Demolierung von Denkmälern und fragt nach dem Geschichtsbild der Akteure. Sein Beitrag erschien zuerst in der NZZ (Dienstag, 16.6.20).

Bildungswesen in China

Erst kürzlich von PISA-Chef Andreas Schleicher hochgelobt, erweist sich das Schulsystem in China als sehr komplex. Peter Aebersold begab sich auf Spurensuche und fand heraus, dass China eine der ältesten und längsten Traditionen im Bildungswesen hat. Sie wurde allerdings immer wieder durch schwere Rückschläge unterbrochen. Das gegenwärtige Schulsystem, mit dem Pisa-Spitzenplätze erreicht werden, wurde ab Mitte der 1980er Jahre aufgebaut.

Arbeit für eine verspielte Zukunft

BILDUNG SCHWEIZ ist das Organ des LCH, der Dachorganisation der schweizerischen Lehrerverbände. Im Gegensatz zum Condorcet-Blog ist die Zeitschrift “Bildung Schweiz” der Digitalisierung des Unterrichts gegenüber sehr positiv eingestellt. Zumindest lassen dies die Mehrheit der Beiträge und die Auswahl der in ihr schreibenden Autorinnen und Autoren vermuten. Ein Beispiel dafür ist das “Interview” mit einer “spannenden Persönlichkeit” (Originalzitat), verbunden mit dem Versprechen, dieser auf den Zahn zu fühlen. Allerdings merkt man, dass die Eigenschaft, den Interviewpartnern auf den Zahn zu fühlen, nicht zu den Kernkompetenzen dieses Magazins gehört. Nando Stöcklin, wissenschaftlicher Mitarbeiter der PHBern im Fachbereich Digital Learning Base äussert sich euphorisch zu den Möglichkeiten digitaler Technik im Unterricht und sieht vor allem das “Spielpotential”. Im Interesse eines offenen Diskurses veröffentlichen wir diesen Beitrag und danken der Redaktion von “Bildung Schweiz” für die Erlaubnis dafür.

Aus der Praxis: Die Kettenreaktion

Das OSZ-Orpund widmet zu Beginn der 8. Klasse eine ganze Projektwoche dem Thema «Einführung in die Laufbahnplanung – Berufswahlkunde. Fabian Bütikofer, Christoph Schneeberger und Alain Pichard stellen hier ein Projekt vor, dass der Teambildung dient.

Schulleitungen setzen Primarlehrpersonen unter Druck

Im vergangenen November stimmten 85% der Stimmberechtigten JA zur Lehrmittelfreiheit an den Volksschulen. Ab dem Schuljahr 2020/21 sollen, so sieht es mindestens das Bildungsgesetz vor, die Lehrpersonen in den 5. und 6. Primarklassen die gescheiterten Lehrmittel «Mille feuilles» und «New World» durch andere bewährte Lehrmittel ersetzen können. Brisante Dokumente, welche der Starken Schule beider Basel (SSbB) zugespielt wurden, belegen nun ein Untergraben dieses Volksentscheides durch Primarschulleitungen: Sie setzen ihre Lehrpersonen offensichtlich unter Druck, damit diese weiterhin die gescheiterten Passepartout-Lehrmittel verwenden. Gerne veröffentlichen wir hier einen Beitrag von Jürg Wiedemann, welcher auf der Webseite der Starken Schule beider Basel erschienen ist.

Hamburger Schulreform von 1919

Der Condorcet-Blog veröffentlicht von Zeit zu Zeit immer mal wieder Beiträge zu historischen Bildungsmomenten. Man denke an die Artikel von Peter Aebersold zur Wiener oder Zürcher Schulreform oder die Würdigung des Basler SP-Bildungsdirektors Fritz Hauser aus der Feder des Historikers Charles Stirnimann. Dieses Mal geht es um die Hamburger Schulreform, welche uns von der Autorin Barbara Müller-Gächter (Lirum-Larum-Löffelstiel) vorgestellt wird.

Schluß mit LuL & SuS

Prof. Dr. H.-J. Bandelt, Mathematiker aus Hamburg, gehört zu den streitbaren Autoren unseres Blogs. Unvergesslich seine Gegenrede zu Georg Geiger in Sachen Klima. Diesmal nimmt er die Gendersprache aufs Korn. Und die Redaktion rüstet sich in Erwartung deftiger Reaktionen.

Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung

In der heftig und emotional geführten Debatte über die Digitalisierung des Unterrichts gehört der Erziehungswissenschaftler Klaus Zierer von der Universität Augsburg (D) zu den sachlichen Stimmen. Er lässt sich nicht durch technische Möglichkeiten blenden, sondern fragt konsequent nach dem “Warum” und dem “Wozu”. Und massgeblich ist bei ihm immer die Pädagogik. Wir schalten für unsere LeserInnen seinen Vortrag zu den Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung auf, der – auch das ein wohltuender Unterschied zu vielen marktschreierischen Heilsverkündigungen – mit einer Fülle empirischer Erkenntnisse aufwartet.

Die Schule soll’s richten

Der Glaube, dass die Schule „es“ richten kann, ist ein weit verbreitetes Phänomen. Entgegen aller – zur Zeit vor allem durch die Hirnforschung untermauerter – entwicklungspsychologischer Einsichten wird der Schule die hervorragende Rolle schlechthin zugewiesen, wenn’s darum geht, die Zukunftschancen junger Menschen zu wahren und voranzutreiben. Der Bieler Philosoph und ehemalige Gymnasiallehrer Dr. Markus Waldvogel zeigt in seinem Beitrag auf, warum der Familienpolitik dabei die Aschenputtelrolle zufällt.