Die NZZ am Sonntag, Richard David Precht und der Diskurs

Das Interview mit dem Fernseh-Philosophen Richard David Precht, welches die NZZ am Sonntag in ihrer vorletzten Ausgabe publizierte, löste in der Condorcet-Gemeinde ein ungläubiges Kopfschütteln aus. Wie kann es sein, dass ein derart unbedachtes, in sich widersprüchliches Gespräch in dieser Zeitung erscheinen konnte? Es waren weniger die Inhalte, die Anstoss erregten sondern vielmehr die von vielen als plump empfundenen Pauschalurteile, die nicht einmal als stammtischwürdig empfunden worden sind.

Bild: NZZ

Verschiedene Personen wollten auf die Aussagen des «Philosophen» reagieren, darunter auch Prominenz aus Deutschland. Der Buchautor Hans-Peter Klein, Professor für Biologie an der Universität Frankfurt oder der SPD-Kultusminister Martin Brodkorb aus Mecklenburg-Vorpommern. Die NZZ-Redaktoren lehnten sämtliche Angebote ab.

Glücklicherweise gibt es den Condorcet-Blog, der die Beiträge auf seiner Webseite veröffentlichte und so wenigstens seinen mittlerweile 2’500 LeserInnen und vielen JournalistInnen und BildungspolitikerInnen die andere Sicht der Dinge vermitteln konnte.

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Deine Daten sind der Preis: Medienmündigkeit im Netz oder der Blick hinter das Display auf Big Data und Datenökonomie

Für Condorcet-Autor Ralph Lankau gehören Digitaltechnik, Netzwerke und Datenschutz notwendigerweise zusammen, da man Online- und Webtechnologien nur dann verantwortungsvoll nutzen kann, wenn man über ein Grundverständnis über Funktionsweisen der Digitaltools verfügt. Der Begriff dafür ist Medienmündigkeit statt Medien(bedien)kompetenz und bedeutet, dass man einschätzen und entscheiden kann, ob und ggf. welche Medien man nutzt und was man besser nicht im Netz macht. Das zugrundeliegende Ziel ist, sich den Datensammlern der IT-Monopole und der Daten-Ökonomie zu widersetzen, ohne auf sinnvolle Dienste zu verzichten.

Schreiben im Zeitalter der Postoriginalität

Wird die Maschine ein Teil des Ich, oder das Ich ein Teil der Maschine? Gastautor Edouard Käser mahnt, dass die neue Kulturtechnik des Promptens nicht einfach mit dem schlichten Narativ, wonach Neues Altes ersetzt, erklärt werden könne. Dieser Beitrag ist zuerst in der NZZ erschienen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert