1. Februar 2023

Cancel Culture

Einen Diskurs totschlagen – was man tun kann, damit man auf die Argumente eines anderen gar nicht erst eingehen muss

In einem offenen Gespräch mit guten Argumenten um Klarheit in der Sache ringen, das war einmal. Der postmodern-poststrukturalistische Diskurs hat allerlei Methoden hervorgebracht, einen Austausch im Dienst der Aufklärung zu verhindern. Eine Entwicklung, die auch viele, die im Condorcet-Blog mitarbeiten, am eigenen Leibe erlebt haben. Im Condorcet-Blog gibt es diesen Diskursblocker nicht, im Gegenteil. Eduard Käser hat uns die Methoden der Diskursverhinderung fein säuberlich analysiert. Der Artikel ist zuerst in der NZZ erschienen.

Dieser Blog wurde nicht von ungefähr gegründet. Hier haben sich Leute zusammengefunden, denen diese Art Diskursverweigerung in Bildungsthemen auf den Nerv gegangen ist. Und wir können dafür bürgen, der nun folgende Leitfaden von Eduard Käser gilt für uns nicht.

Der Esel und der Kluge – über die (un)heimliche Macht minoritärer Sturheit

In den Debatten um die grassierende Woke-Kultur fällt immer wieder auf, welche grosse Macht kleine Minderheiten auf Mehrheiten auszuüben vermögen. Oft geben die vielen den wenigen um des lieben Friedens willen nach. Wie lange kann das gutgehen? Von Eduard Käser, Autor der reformkritischen Broschüre “Einspruch”, durfte man schon mehrere Gastbeiträge lesen.

Katharine Birbalsingh im Shitstorm

Am 10. Februar berichtete unser kürzlich verstorbener Gastautor, Peter Aebersold, über eine Brennpunktschule in London (https://condorcet.ch/2020/02/brennpunktschule-uebertrifft-alle/). Die Brennpunktschule Michaela Community School aus dem unterprivilegierten, mehrheitlich von ethnischen Minderheiten bewohnten Londoner Stadtbezirk Brent überflügelte, so seine Aussage, die meisten britischen Schulen. Die Schulleiterin und Mitbegründerin der Schule Katharine Birbalsingh, galt als die härteste Schulleiterin Grossbritanniens. Nun ist auch sie in den Fokus der Kritik geraten.

Grosse Denkerinnen und Denker: Facebook löscht Heinrich Heine

In unserer Rubrik “Grosse Denkerinnen und Denker” würdigen wir die beherzte Löschung des deutschen Dichters Heinrich Heine in Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, durch die Zensoren von facebook.

Zitat der Woche: Jonathan Haidt und Greg Lukianoff

Das heutige Zitat stammt aus dem Buch der Autoren Greg Lukianoff und Jonathan Haidt, das uns Condorcet-Autor Alain Pichard wärmstens empfiehlt (allerdings nur auf Englisch erhältlich). Es handelt sich um eine der fundiertesten Analysen der aktuellen Vorgänge an den amerikanischen Universitäten, meint Alain Pichard.

Niall Ferguson: Das Hochschulwesen ist hoffnungslos links, deshalb gründen wir eine neue Hochschule

Diane Ravitch ist eine dezidiert linke Bildungspolitikerin in den USA. Sie kämpfte unermüdlich gegen die Trump-Administration und setzt sich stets für die unterprivilegierten Schichten im amerikanischen Bildungssystem ein. Aber diese liberale Sozialistin hat stets auch ein Auge für entgegengesetzte Positionen. In ihrem Blog gibt sie nun dem renommierten Geschichtsprofessor Niall Ferguson Platz, seine Idee einer neuen cancelfreien Universität in Texas vorzustellen. Dabei attestiert sie ihm lautere Absichten, zweifelt aber an der Analyse des Briten.

My University Sacrificed Ideas for Ideology. So Today I Quit.

Es mehren sich die Anzeichen, dass an unseren Universitäten nicht mehr frei gelehrt werden kann. Die Geschichte des Philosophie-Professors Peter Boghossian von der Portland State University ist bedrückend. Wir veröffentlichen hier seinen Kündigungsbrief an seine Direktorin. Dieser Brief ist zuerst im Bari-Weiss-Blog erschienen und wurde von Alain Pichard übersetzt.

Zitat der Woche: Heute Josef Joffe zur Cancel Culture

Zum Wochenbeginn stellen wir Ihnen ein bemerkenswertes Zitat des deutschen Verlegers Josef Joffe vor. Der ganze Beitrag erschien in der NZZ am Samstag, dem 8. Mai 2021, unter dem Titel: “Irgendwann kollabiert das Absurde unter seinem eigenen Gewicht”.t

Riesen zur Schnecke machen – weite Teile der Cancel-Culture sind das Symptom einer intellektuellen Misere

Ein beträchtlicher Teil dessen, was heute unter den Auspizien politisch korrekter Woke-Kultur «nicht mehr geht», ist Opfer des genetischen Fehlschlusses. Man beschäftigt sich nicht mehr mit der Geltung eines Werkes, sondern mit dessen Urheber. Wehe, es fehlt ihm an Moral. Ein Beitrag von Eduard Kaeser.

Warum ich die Facharbeiter mag

Der Begriff “Facharbeiter” sollte nicht mehr verwendet werden. Er werde von Rechtsextremen zynisch missbraucht. Condorcet-Autor Alain Pichard hält trotzdem viel von ihm und erklärt weshalb.