16. Februar 2026

Die Dystopie der Kontrollgesellschaft – Realität in der Schule?

Was läuft schief an unseren Schulen? Auf die Fragen, die im Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens («Mein Leben und der Notenschnitt») aufgeworfen wurden, gibt ein eben erschienenes Buch des Kinderarztes Helmut Bonney Antwort. Es stellt den Irrglauben an die Messbarkeit von allem und jedem und die Vernachlässigung elementarer menschlicher Bedürfnisse in den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang. Dieses Buch müsste zur Pflichtlektüre werden für alle an Schule Beteiligten, Lehrer, Schulpsychologinnen sowie in der Bildungsforschung und in den Bildungsverwaltungen Tätige, meint der Rezensent Bernhard Bonjour, der zum ersten Mal für unseren Blog schreibt.

Bildung – Haltungsnoten statt Leistungsmessung

„Kreative“, politisch forcierte Lernformen genießen einen großen Vertrauensvorschuss. Dabei ist ihre Wirksamkeit nicht erwiesen. Die Veröffentlichung von Schulleistungsdaten könnte Klarheit schaffen. Rainer Werner über Schein und Sein in der Bildungspolitik.

Eine Blüte, deren Duft die Welt erfreut

Lyrik-Unterricht in der Schule ist dankbar und wichtig, aber nicht immer einfach umzusetzen. Der Basler Musiker David Klein stellt uns für den Condorcet-Blog die jüdische Dichterin Selma Eisinger-Meerbaum vor. Das jüdische Mädchen, das im Alter von 18 Jahren durch die Nazis zu Tode kam, hinterliess ein lyrisches Werk mit unglaublicher poetischer Kraft – als hätte sie geahnt, dass ihr zum Schreiben nicht viel Zeit gegeben ist. Die Gedichte erzählen mit großer Musikalität, sprachlicher Schönheit und klaren Bildern von Sehnsucht, tiefer Liebe, Einsamkeit und unerschütterlicher Hoffnung und sollten Jugendlichen von heute nicht vorenthalten werden.

Kühnels Sonntagseinspruch: Die Bildungsbürokratie blüht, die Institutionen gedeihen!

Professor Wolfgang Kühnels heutiger Sonntagseinspruch ist natürlich in erster Linie für unsere deutschen MitstreiterInnen bestimmt. Genau gelesen, kann er aber als Lehrstück für bildungsbürokratische Strategie und das Zusammenwirken von Wissenschaft, Politik und Verwaltung dienen, eine Allianz, die auch in der Schweiz mächtig am wirken ist. Akribisch durchleuchtet der Mathematikprofessor die Kungelei in den höchsten Bildungsgremien. Von interessenfreier Unabhängigkeit – wie behauptet – kann keine Rede sein. Es geht vielmehr um Steuerung und Auftragssicherheit. Nicht zum Vorteil der Praxis.

Jeanne Hersch – Pädagogik als Erziehung zur verantwortlichen Freiheit

Am 2. Dezember 1969 hielt Jeanne Hersch vor der Schulsynode in Basel ihren bekanntesten pädagogischen Vortrag zum Thema: „Der Lehrer in der heutigen Krise.“ Vier Jahre davor war die deutsche Ausgabe eines Buches über ein Erziehungsexperiment der 1920er Jahre in einer kleinen englischen Reformschule erschienen. Das Buch wurde zu einem Hype und die ideologisch geführte Auseinandersetzung darüber beschäftigt uns noch heute. Ein Beitrag von Peter Aebersold.

Der Sonntagszwischenruf von Wolfgang Kühnel: Heute – Enrichment!

In diesem Sonntagszwischenruf von Wolfgang Kühnel geht es um die “Begabtenförderung” bzw. um das, was man offenbar neuerdings dafür hält. Das neue Zauberwort lautet “Enrichment”, schon gewusst? Das klingt doch allein schon gut, weil es aus dem Englischen kommt und ihm nicht der Mief eines deutschen Gymnasiums wie in der “Feuerzangenbowle” anhaftet.

Erasmus – die Liebe zum Lehrer als erster Schritt beim Lernen

Grosse Erzieher und Menschenkenner aus der Zeit des Humanismus haben uns Erziehungsweisheiten hinterlassen, die bis heute nichts an Gültigkeit verloren haben. Vor dem Türkensturm aus Konstantinopel flüchtende Gelehrte brachten griechische und lateinische Pergamente nach Italien. Sie ermöglichten einen erneuten Zugang zu antiken Autoren, an denen sich die humanistischen Gelehrten schulten. Es bewirkte eine Befreiung von der mittelalterlichen Scholastik und zog bahnbrechenden Errungenschaften auf allen Gebieten des menschlichen Wissens nach sich (Galilei, Kepler, Kopernikus, Bacon, Descartes, Newton, Boyle, Leonardo da Vinci usw.). Über einen dieser grossen Gelehrten berichtet Peter Aebersold.

KV-Reform: «Eine Ausbildung muss machbar sein.»

BERUFSBILDUNG – Die beliebte KV-Lehre soll mit der Reform «Kaufleute 2022» neu konzipiert werden. Allerdings schiesst die Projektgruppe mit ihren Vorschlägen im Alleingang am Ziel vorbei und sieht ein viel zu kurzes Zeitfenster vor. Es regt sich Widerstand.