Wenn man Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe – gemäss Lehrplan21-Nomenklatur geht es um den Zyklus 3 mit den Klassen des 7. bis 9. Schuljahres – befragt, für welchen Zweck sie das Smartphone brauchen, dann fallen unter anderem drei Aussagen auf, über die sich ein Nachdenken lohnt:

«Mit dem Smartphone verpasse ich nichts.» – Bei Kindern ist das Smartphone zu einem Suchtmittel[1] geworden. Dabei ist nicht das Gerät an sich das Problem, sondern die bekannten Apps im Social-Media-Segment[2]. Statt sich in der Freizeit mit analogen Aktivitäten zu beschäftigen, hängen Kinder und Jugendliche stundenlang und wie gefesselt am kleinen Bildschirm; und dies ohne Mehrwert.
«Das Smartphone dient mir als Wecker.» – Der Frage nachgehend, weshalb das Smartphone während der Nacht neben oder im Bett sein muss, kommt als erstes die integrierte Weckfunktion als Antwort. Für diesen Zweck gibt es den (analogen) Wecker.
«Mit dem Smartphone bin ich jederzeit erreichbar.» – Die Begründung, das Smartphone diene dazu, in der Freizeit mit Kolleginnen und Kollegen abzumachen, ist nachvollziehbar, doch lässt sich das anders lösen. Auch das helikopter-ähnliche Elternargument, das Kind müsse immer erreichbar sein, ist eine befremdliche Forderung. Beispielweise während der Schulzeit sind die Schülerinnen und Schüler via Lehrperson jederzeit erreichbar. Die Lösung hier liegt bei einem Dumbphone. Es handelt sich um ein Mobiltelefon, das sich auf die absoluten Basics konzentriert: Telefonieren und SMS schreiben. Während Smartphones kleine Hochleistungsrechner sind, verzichten Dumbphones bewusst auf ein hochauflösendes Touch-Display, den umfangreichen App-Store sowie auf eine ständige Internetpräsenz. Der Kaufpreis eines Dumbphones bewegt sich unter Fr. 100.00. Es funktioniert mit einer Prepaid-SIM-Karte oder einem (Familien-)Abonnement.
Fazit
Das Smartphone hat im Kindes- resp. Volksschulalter keine Berechtigung. Für die erwähnten Bedürfnisse gibt es sinnvolle Alternativen. Wir müssten uns für eine Veränderung[3] entscheiden und das Smartphone nicht als Lebensmittelpunkt betrachten.
[1] Wir erkennen die gleichen Muster wie bei Alkohol- und Drogenkonsum oder wie beim Rauchen.
[2] Was die Plattformen angeht, so dominieren bei den Jugendlichen die «Big Four» (in Klammern ist das jeweilige Lancierungsjahr):
WhatsApp (2009), Instagram (2010), Snapchat (2011) und TikTok (2015).
[3] Auch Erwachsene entscheiden sich heute bewusst für den «Rückschritt» in Richtung Digital Detox und besserer mentaler Gesundheit.

