7. Februar 2026
Klenk redigiert

Wie man Bildungsschwurbelei verständlich formuliert

Florian Klenk ist Chefredakteur des österreichischen Falter. Er hat sich einmal die Mühe genommen, sich durch das manchmal unerträglich schwurblige Amtsdeutsch der Bildungsbürokratie durchzukämpfen und aufgezeigt, wie man Botschaften so formulieren könnte, dass sie verständlich sind.

Florian Klenk, Jg 1973, ist Chefredakteur des FALTER.

Heute mal ein bisschen im Leitfaden im «Leitfaden zur Erstellung von Schularbeiten» der Bildungsministeriums (Österreich) gelesen. Wer schreibt so? Oder besser gefragt: Wer will da nicht verstanden werden?

Die Relevanz der Aufgabenstruktur für die Realisierung der sprachlicher Fähigkeiten wurde von der Sprachforschung unzweifelhaft festgestellt; zudem wurde nachgewiesen, dass die Qualität der Aufgabenstellung unmittelbaren Einfluss auf die Schreibleistung hat. Schüler/innen reagieren aufgabenspezifisch und mögen beispielsweise bei einer Inhaltsangabe erfolgreich sein, jedoch nicht beim freien Schreiben (vgl Fix, 2008, S. 113).

Ich würde diese elitäre Schwurbelei so redigieren:

Wie eine Schreibaufgabe gestellt wird, entscheidet über den Erfolg. Die Forschung zeigt klar: eine gute Aufgabenstellung verbessert die Schreibleistung. Schülerinnen und Schüler reagieren auf jede Aufgabe unterschiedlich. Wer bei einer Inhaltsaufgabe überzeugt, tut sich beim Schreiben oft schwer.

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Ein Kommentar

  1. Die Ansicht des österreichischen Bildungsministeriums widerspricht meiner Schulerfahrung. Die Inhaltsangabe ist eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt, da sie hohes Abstraktionsvermögen, die Trennung von wichtig und weniger wichtig, die Herstellung des Zusammenhangs und die Umsetzung aller Textsorten in einen sachlich-neutralen Stil verlangt. Wer das konnte, schrieb auch immer gute Aufsätze.

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