EXTERNER STANDPUNKT in der NZZaS
«Selektieren», «Aussortieren» – wenn Sprache Bildungspolitik macht
Die jüngste Diskussion über die schulische Selektion zeigt, wie stark der öffentliche Diskurs bereits durch die Wahl der Begriffe geprägt wird. Formulierungen wie «Schulkinder aussortieren» oder Begriffe wie «Selektieren» beschreiben nicht nur; sie setzen den Deutungsrahmen, noch bevor die eigentliche Auseinandersetzung beginnt. Darüber hat Condorcet-Autor Carl Bossard einen EXTERNEN STANDPUNKT in der NZZaS veröffentlicht. Wir drucken ihn hier ab.
Starke Volksschule Zürich - Newsletter
Wie kann die Schule den sprachlichen Abwärtstrend stoppen?
Ganz bewusst haben wir drei bemerkenswerte Leserbriefe an den Anfang unseres Newsletters gestellt. In den drei kurzen Texten ist unserer Meinung nach mehr an wesentlichen Aussagen über die PISA-Resultate enthalten als in manchen Kommentaren in den Tageszeitungen.
Newsletter Starke Volksschule Zürich
Einstige Reformer verhindern dringende Reformen
Die Kritik an den gescheiterten Schulreformen wird immer lauter. Das schockierende Deutschdebakel, der endlose Frühfranzösisch-Leerlauf, die überzogene Integration und die Überfülle des Lehrplans sind Dauerthemen in den Bildungsdiskussionen. Wer nicht eine rosa Brille aufgesetzt hat, kommt unweigerlich zum Schluss, dass es für den Volksschul-Supertanker eine deutliche Kursänderung braucht, um die versprochenen Bildungsziele zu erreichen.
Linguistik I
“Leichte Sprache”: herablassend und dumm
Immer mehr Menschen haben Mühe mit Lesen und Schreiben. Öffentliche Ämter gehen deshalb vermehrt dazu über, Informationen auch in “leichter Sprache” zugänglich zu machen. Gut gemeint, schreibt Gastautor und Literaturwissenschaftler Mario Andreotti im nachfolgenden Beitrag. Er hält die Bemühungen jedoch für bedenklich.
Smartphone-Kultur
Fast jeder tut es, fast die ganze Zeit – Phubbing
Nie wurde so viel kommuniziert wie heute – und doch verstehen wir uns schlechter denn je. Wer dem Handy mehr Aufmerksamkeit schenkt als seinem Gegenüber, betreibt “Phubbing”. Was macht das mit Beziehungen, mit Familien? Dieser vor allem auch sprachlich überzeugende Beitrag erschien zuerst im belgischen “Le Soir”.
Klenk redigiert
Wie man Bildungsschwurbelei verständlich formuliert
Florian Klenk ist Chefredakteur des österreichischen Falter. Er hat sich einmal die Mühe genommen, sich durch das manchmal unerträglich schwurblige Amtsdeutsch der Bildungsbürokratie durchzukämpfen und aufgezeigt, wie man Botschaften so formulieren könnte, dass sie verständlich sind.
Jugendsprache
Wallah, Drip und Rizz: Sprechen Sie Pausenplatz? Eine Übersetzungshilfe zum Schulstart
Wenn Teenager untereinander reden, verstehen Eltern oft kein Wort. Was heisst sus? Was ist ein Talahon, oder was bedeutet Mewing? Und warum reden plötzlich alle arabisch? Ein Artikel der “NZZ am Sonntag”von den Journalisten Sascha Batthiany und Andrea Bornhauser.
Schulreformen in Deutschland
Dieser Staat erspart seinen Schülern kaum eine Verrücktheit
Der Niedergang des Bildungssystems schreitet stetig voran, sodass selbst der grüne Parteiadel seine Kinder lieber auf die Privatschule schickt. Die Erklärung für die Krise ist für viele aber nicht etwa der verloren gegangene Leistungsgedanke oder die Migration. Sondern “soziale Ungerechtigkeit”. Eine Kolumne von Harald Martenstein, die in der “Welt” erschienen ist.
Bildungskrise in Deutschland
Frühjahrsputz im Bildungswesen: Was muss weg? Was muss her?
Viele neue Lernkonzepte entmutigen die Schüler und verringern ihre Kompetenzen. Daher wäre es richtig, ein paar bewährte Bildungsprinzipien zu rehabilitieren. Und zwar in Kombination mit modernsten Mitteln. Die Heilpädagogin und Dozentin Mirjam Stiehler nimmt sich im 5. Teil ihrer Kritik am deutschen Bildungssystem diesmal die Bildungsforscher und -planer vor. Vom Kindergarten bis zum Abitur hat ein ideologisch begründeter Wandel stattgefunden, der die Qualität von Erziehung und Unterricht gesenkt hat. Die Einstellungen der Bildungspolitiker und -forscher müssen sich ändern, damit unsere Kinder wieder etwas Handfestes lernen können.
Schlechtschreibung an den Schulen
“Es ist zum Teil erschreckend”
Eben ist der neue Pisa-Test herausgekommen. Die Leseleistung kletterte in der Schweiz zwar wieder über den OECD-Durchschnitt. Allerdings sank dieser im Vergleich zur letzten Studie vor vier Jahren deutlich. Die Leseleistung der Schulabgänger bleibt bedenklich. Schon frühere Ergebnisse zeigten: Fast jeder zweite Schulabgänger in der Schweiz kann kaum lesen. Warum ist das so? Sekundarlehrer Daniel Kachel erzählt von seinem Alltag. Journalistin Nadja Pastega hat seine Beobachtungen in einem Bericht aufgezeichnet, der in der Sonntagszeitung erschienen ist.
