Was ist ein Staatsexamen Wert, wenn Lehrer und Lehrerinnen sich von den Akteuren des Ed-Marktes belehren lassen müssen? Welchen Rang haben staatlich ausgebildete Erzieher*innen und Lehrer*innen, wenn sie sich in Konkurrenz begeben müssen mit selbstoptimierten jungen “Airport-Terminal-Ed-Experts”. Welche Wertschätzung genießen Lehrerinnen und Lehrer im Staatsdienst, wenn private Firmen durch Anglizismen futurisiert mit ihren: “Co-Founders Operation Sales and Strategy”, “Salesmanager Design”, “Heads of Products”, “Produktmanager”, “Frontend Development Manager”, “Backend Development Manager”, “CTOs” usw. sich anmaßen, Lehrerinnen und Lehrer “ändern” zu wollen? Neben dem Stand sollten wir um Umfeld mehrere Kuben aufstellen mit Boschaften Ich habe 10 Kuben in versciedener Grösse. Dort können wir Bilder draufkleben, und unsere Slogans vermitteln und rundherum aufstellen. Ausserdem finde ich, dass wir den Passanten ein Angebot machen sollten. Kaffee, Kuchen, Kommentarwand, ev. Zeichnungswand für Kinder, und Sitzgelegenheiten. Oben ein Transparent: Lasst uns über grünliberale Politik reden. Dr. phil. Norbert R. Vetter, Lehrer i. R. fragt sich das alles und gibt eine Antwort.
Wow, da wäre ich jetzt nie draufgekommen…
Habe ich richtig verstanden?
Verhaltensauffällige, die den Unterricht verunmöglichen, sind nicht schwierig, denn die Situationen lassen sich «bewältigen». Probleme sind Nebensache, auf die Abhilfe kommt es an. Auffälliges Verhalten ist als «Zeichen» zu deuten, das nach Unterstützung ruft. Toll, nur wüsste man gerne, worin dieses pädagogische Handeln genau besteht. Vielleicht käme das auf der nächsten Folie.
Der Widerspruch dieser «zentralen Erkenntnisse» liegt darin, dass Reto Luder mit Punkt 1 und 2 die Diagnose, die am Anfang jeder vernünftigen Therapie stehen müsste, als unwichtig abwertet, gleichzeitig aber eine angemessene Therapie fordert. Der Patient hustet, also verschreibt man ihm homöopathische Hustentropfen, ungeachtet der Tatsache, dass auch ein Lungenkarzinom oder eine Bronchitis vorliegen könnte.
Mit Punkt 3 widerspricht er Punkt 1 und 2. Plötzlich ist die Diagnose zentral: Verhalten ist ein Zeichen, das gedeutet werden muss, damit man das Kind unterstützen kann. Das Kind darf jedoch nicht abgestempelt werden. Ist aber die Deutung des Verhaltens (bettelt um Aufmerksamkeit, fühlt sich übergangen, verspürt Bewegungsdrang, etc.) nicht ein «Stempel»? Und hat er nicht eben gemeint, es braucht diese Deutung, diesen Stempel, damit man helfen kann?
Man darf nicht logisches Denken erwarten, wenn plakative Parolen à la Trump herausgeschleudert werden. Aber ob so jemand wirklich ernst genommen werden und an der PH eine wichtige Funktion ausüben sollte? Wieder einmal wird klar, Pädagogik ist keine ernst zu nehmende Wissenschaft, sondern verleitet zu grosser Schaumschlägerei!