
Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH hat das jüngst veröffentlichte Positionspapier der SVP Schweiz «Mit Kopf, Herz und Hand: Wege aus der Krise in der Volksschule» mit Interesse gelesen. Dass sich eine politische Partei mit der aktuellen Situation der Volksschule auseinandersetzt, begrüsst der LCH. Die Schule steht unter grossem Druck – und sie braucht breite politische Aufmerksamkeit.
Aus Sicht des LCH enthält das Papier mehrere positive Ansätze:
- Die SVP anerkennt, dass sich die Volksschule in einer anspruchsvollen Lage befindet. Die herausfordernde
Situation des immer noch aktuellen Lehrpersonenmangels, die hohe Belastung im Schulalltag und die wachsenden gesellschaftlichen Erwartungen werden klar benannt. Diese Problemanalyse deckt sich in wesentlichen Punkten mit den Erfahrungen der Lehrpersonen.
- Die Bedeutung von gut ausgebildeten Lehrpersonen und stabilen Rahmenbedingungen für eine funktionierende Volksschule wird hervorgehoben. Auch das Bekenntnis zur Wichtigkeit eines tragfähigen Bildungsauftrags ist aus Sicht des LCH richtig und wichtig.
- Zudem begrüsst der LCH, dass die obligatorische sprachliche Frühförderung verpflichtend eingeführt werden soll. Dies ist eine wichtige Unterstützung für einen erfolgreichen Start in die obligatorische Schule.
Viele dieser Ansätze orientieren sich an veralteten pädagogischen Vorstellungen. Sie werden der heutigen Realität der Volksschule mit ihrer hohen gesellschaftlichen Komplexität, der Vielfalt der Lernenden und den gestiegenen fachlichen Anforderungen nicht gerecht.
Kritisch ist der LCH gegenüber folgenden Punkten:
- Besonders kritisch beurteilt der LCH die im Papier vorgeschlagenen Lösungsansätze. Viele dieser Ansätze orientieren sich an veralteten pädagogischen Vorstellungen. Sie werden der heutigen Realität der Volksschule mit ihrer hohen gesellschaftlichen Komplexität, der Vielfalt der Lernenden und den gestiegenen fachlichen Anforderungen nicht gerecht.
- Die vorgeschlagenen Lösungen scheinen eher auf Vereinfachung und Rückbesinnung zu setzen, als auf eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung der Volksschule. Nachhaltige Antworten auf aktuelle Herausforderungen lassen sich jedoch nicht mit Konzepten aus dem letzten Jahrhundert finden, sondern nur mit tragfähigen strukturellen Verbesserungen, zukunftsgerichteten Lösungsansätzen, Investitionen und Vertrauen in die pädagogische Professionalität.
- Komplexe Entwicklungen wie Heterogenität, Integration oder gesellschaftlicher Wandel werden zu stark vereinfacht dargestellt. Zudem wird erwartet, dass die Schule die meisten der damit verbundenen Herausforderungen löst, ohne die Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
- Kritisch ist der Umgang des Positionspapiers mit dem Thema Migration. Nicht jedes Problem der Volksschule ist auf Zuwanderung zurückzuführen. Solche unbelegten Rückschlüsse greifen zu kurz und werden der Realität in den Schulen nicht gerecht. Lehrpersonen arbeiten seit vielen Jahren mit sprachlicher, kultureller und sozialer Vielfalt. Migration ist nur einer von mehreren gesellschaftlichen Treibern – neben Fachkräftemangel, wachsender Heterogenität, administrativer Belastung oder unzureichender Ressourcenausstattung. Pauschale Zuschreibungen erschweren eine sachliche Debatte und verkennen die grosse Integrationsarbeit, die täglich an Schweizer Schulen geleistet wird. Wer die Volksschule stärken will, muss gezielt in Förderung, Personal und unterstützende Strukturen investieren.
- Die Vorschläge lassen eine Anerkennung der enormen Anstrengungen vermissen, die Lehrpersonen, Schulleitungen und weitere Fachpersonen tagtäglich erbringen. In den vergangenen Jahren wurden Unterrichtsentwicklung, integrative Förderung, Zusammenarbeit im Team und Qualitätsarbeit kontinuierlich weiterentwickelt – häufig unter erschwerten Rahmenbedingungen und zunehmender Belastung. Im Zentrum stehen dabei immer die Kinder und Jugendlichen, damit sie eine bestmögliche Förderung und Lernbedingungen erhalten. Diese professionellen Bemühungen werden im Positionspapier kaum gewürdigt.


Einfach zum Mitschreiben: Die sog. neuen Ansätze in der Schulbildung haben letztlich dazu geführt, dass viele Schülerinnen und Schüler nicht mehr verstehen, was sie lesen, wenn sie denn überhaupt lesen können. Und eine Rechenaufgabe im Stil von 13-7 wird zum Abenteuer…
Gute Nacht!
Die üblich-üblen Sprechblasen moderner Geistesverwirrung, die die Grundlagen des Lernens aus den Augen verloren hat. Ohne Leistung und Disziplin kommt man nie auf einen grünen Zweig.