4. März 2026

Grosse Denker und Denkerinnen: Heute – Philipp Wampfler

Philipp Wampfler ist im Condorcet-Blog kein Unbekannter. Der bekennende Fan digitalisierter Lerninhalte lieferte sich mit Professor Lankau aus Offenburg schon einen intensiven Disput über den Sinn oder Unsinn der digitalen Bildungsoffensive. Nun macht er mit einem weiteren Anliegen auf sich aufmerksam: Er weigert sich, Dürrenmatt zu lesen, weil in dem Text das N-Wort vorkommt.

Philippe Wampfler Lehrer in der Kantonsschule Enge und Experte für Lernen mit Neuen Medien. Mai 2020

Ich werde «Die Physiker» so lange mit Schüler*innen nicht lesen, bis der @diogenes-verlag eine zeitgemässe Ausgabe herausbringt.  (Quelle: Twitter)

Die Reaktion des Verlags: Eine separate Version nur für die Schulen – ganz ohne rassistische Äusserungen – will der Verlag nicht herausgeben. «Wir finden, es wäre nicht sinnvoll, zwei verschiedene Fassungen zu publizieren.»

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Bietet die Schule allen eine gerechte Chance?

In den ersten Monaten 2024 häuften sich in den Medien die Klagen über das ungerechte Schulsystem der Schweiz. Zuletzt zitiert das Basler Schulblatt den PH-Dozenten Markus Neuenschwander: “… es ist ungerecht, wenn die soziale Herkunft die Leistung mitbestimmt…” (1) Als Vorbild werden die skandinavischen Länder genannt, die mit ihrer Bildungspolitik mehr Chancengerechtigkeit bewirken könnten. Wer die Abschaffung der Selektion begrüsst, müsste sicherstellen, dass man sich damit nicht mehr Nachteile als Vorteile einhandelt. Insbesondere sollte gewährleistet sein, dass die immer noch beachtlich gute Leistungsbilanz der Schweizer Schulen erhalten bleibt, analysiert Condorcet-Autor Felix Schmutz.

Unterrichten ist keine Mission

Was ist der Unterschied zwischen einem Missionar und einem Pragmatiker? Der eine weiss, wie der Unterricht funktioniert, der andere versucht es immer wieder herauszufinden, manchmal sein ganzes Berufsleben lang.

4 Kommentare

  1. Heute benutzen wir das N-Wort nicht mehr, früher wurde es noch verwendet. Auch wenn wir mit unserem heutigen Wissen verstanden haben, dass die Verwendung des N-Wortes einen rassistischen Hintergrund hatte, so ist dies Geschichts- und somit Tatsachenveränderung, wenn wir Bücher so abändern. Man kann Bücher mit Vorwörtern etc. versehen, aber Bücher so umzuschreiben, halte ich für falsch.

  2. Wer als Deutschlehrer nicht in der Lage ist, ein Werk im Kontext der Zeit, in der es geschrieben wurde, den Schülern zu vermitteln, hat aus meiner Sicht etwas Grundlegendes nicht verstanden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert