19. Juni 2024

Zahl des Monats: 976’105

Es lohnt sich immer wieder, den Bildungsbericht Schweiz zu lesen. Unsere Redaktion stellt Ihnen einige Zahlen daraus vor.

Die Zahl der Kinder, die die obligatorische Schule besuchen, ist mit 976’105 Kinder so hoch wie noch nie (Stand Februar 2022). 157’505 Kinder gehen jetzt in die Zürcher Volksschule – 4’390 mehr als im Vorjahr. Zürich musste dafür 134 neue Schulklassen eröffnen und entsprechend Lehrer neu anstellen, Schulzimmer und Nebenräume einrichten sowie Turnhallen zur Verfügung stellen. Der Kanton Bern unterrichtet seit Montag vor einer Woche 2’500 Kinder mehr als im Vorjahr, in den beiden Basel sind 1’049 Kinder mehr in der Primar- oder Sekundarschule unterwegs.

Die Pädagogischen Hochschulen haben dafür Lehrer wie kaum zuvor ausgebildet. Gemäss dem Bildungsbericht Schweiz der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung ist die Anzahl Studierender an PHs zwischen 2006 und 2016 von 11’000 auf über 20’000 angewachsen.

Zürich hat dafür dieses Jahr 533,8 neue Stellen im Bildungsbereich geschaffen. Das macht ein neuer Lehrer auf acht neue Kinder.
Als eine Lehrerin aus einem kleinen Baselbieter Dorf vor 20 Jahren ihre Stelle antrat, waren fünf Lehrer für 70 Kinder im Dorfschulhaus zuständig. Heute stehen 15 Lehrer, Sozialpädagogen, Deutsch-als-Zweitsprache-Lehrer und so weiter auf der Lohnliste der Gemeinde und sind noch für bloss 50 Kinder zuständig.
Vor zwanzig Jahren waren noch 207’000 Schüler in der Schweiz fremdsprachig. Heute sind es bereits 325’000. Knapp ein Drittel der Erst- und Zweitklässler der Primarschule des Schuljahrs 2020/2021 spricht zu Hause kein Deutsch
Quellen:
Bundesamt für Statistik
Bildungsbericht Schweiz
Basler Zeitung

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In den ersten Monaten 2024 häuften sich in den Medien die Klagen über das ungerechte Schulsystem der Schweiz. Zuletzt zitiert das Basler Schulblatt den PH-Dozenten Markus Neuenschwander: “… es ist ungerecht, wenn die soziale Herkunft die Leistung mitbestimmt…” (1) Als Vorbild werden die skandinavischen Länder genannt, die mit ihrer Bildungspolitik mehr Chancengerechtigkeit bewirken könnten. Wer die Abschaffung der Selektion begrüsst, müsste sicherstellen, dass man sich damit nicht mehr Nachteile als Vorteile einhandelt. Insbesondere sollte gewährleistet sein, dass die immer noch beachtlich gute Leistungsbilanz der Schweizer Schulen erhalten bleibt, analysiert Condorcet-Autor Felix Schmutz.

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