13. September 2026

Kreativität einer Integrationsklasse – ein Beispiel aus Biel

Immer wieder erreichen uns spannende Unterrichtsprojekte mit der Bitte, diese doch aufzuschalten. Die RIK-Klasse des Oberstufenzentrums Mett-Bözingen (RIK = Regionaler Integrationskurs) hat uns einen Film zugeschickt, den sie zum Schulabschluss mit ihren Lehrkräften produziert hat. Für den Schnitt war die RIK-Lehrerin Sandra Rychener zuständig. Aus unserer Sicht ein absoluter Hammer!

Die RIK-Klassen sind eine Eigenheit des Kantons Bern. Es gibt sie an verschiedenen Standorten. Ursprünglich beabsichtigte man, die neu ankommenden Migrantenkinder während maximal sechs Wochen in eine Spezialklasse zu schicken, um sie dann in Regelklassen zu intergrieren. Die Praxis hat gezeigt, dass dies nicht funktioniert, zumal vermehrt auch Jugendliche zu uns kommen, die nicht alphabetisiert sind und auch eine andere Schrift haben. In den regionalen Integrationsklassen können die Jugendlichen nun ein Jahr bleiben (manchmal sogar mehr). Sie werden je nach Leistungsstand in die Regelklassen organisiert. Die RIK-Klassen sind ausserordentlich heterogen zusammengesetzt. Zukünftige Gymnasiastinnen lernen neben Schülern mit starker kognitiver Beinträchtigung. Auch die Altersgrenze ist etwas flexibler und kann bis zu 18 Jahren betragen. Die Stimmung in diesen Klassen ist – nach Aussagen der Lehrkräfte – ausserordentlich positiv. Das Potential, das in diesen Kids steckt, zeigt sich in diesem wunderbar schrägen Film. Auch die Lieder wurden von den Schülern selber umgesetzt. Wir ziehen den Hut und wünschen den jungen Erwachsenen alles Gute für die Zukunft und Ihnen, liebe Condorcet-Leserinnen und -Leser,  viel Vergnügen!

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Das Wunder der Volksschule – sie hält sich … noch.

Condorcet-Autor Alain Pichard hält unsere Volksschule nach wie vor für ein Erfolgsmodell und nennt in seinem Text die Indikatoren. Er sieht aber auch dunkle Wolken am Horizont. Dass es immer noch recht gut stehe, verdanke die Schweiz dem Föderalismus und der Mehrheit seiner Lehrkräfte, die wissen, worauf es ankomme …

Document titled 'Bericht Standortbestimmung Französisch' with a large red 'UNTauglich' stamp, indicating unfitness or ineligibility.

Ein Massnahmenkatalog fernab jeglicher Realität

Der Bericht zur “Standortbestimmung Sprachenkonzept” erkennt ansatzweise zwar die Probleme, wirksame Lösungsvorschläge zeigt er jedoch keine auf. Statt die strukturellen Ursachen des Scheiterns des Fremdsprachenkonzepts klar zu benennen, präsentiert er ein Sammelsurium von Massnahmen, die an den Schulen kaum umsetzbar sind. Lehrpersonen sollen ausbaden, was die Bildungsverwaltung verursacht hat und die Politik nicht korrigieren will. Der Massnahmenkatalog ist kein Beitrag zur Lösung des Fremdsprachenproblems an den Primarschulen, sondern Ausdruck von Wunschdenken und Symbolpolitik, schreibt Charlotte Höhmann von der Starken Schule beider Basel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert