28. September 2022

Kreativität einer Integrationsklasse – ein Beispiel aus Biel

Immer wieder erreichen uns spannende Unterrichtsprojekte mit der Bitte, diese doch aufzuschalten. Die RIK-Klasse des Oberstufenzentrums Mett-Bözingen (RIK = Regionaler Integrationskurs) hat uns einen Film zugeschickt, den sie zum Schulabschluss mit ihren Lehrkräften produziert hat. Für den Schnitt war die RIK-Lehrerin Sandra Rychener zuständig. Aus unserer Sicht ein absoluter Hammer!

Die RIK-Klassen sind eine Eigenheit des Kantons Bern. Es gibt sie an verschiedenen Standorten. Ursprünglich beabsichtigte man, die neu ankommenden Migrantenkinder während maximal sechs Wochen in eine Spezialklasse zu schicken, um sie dann in Regelklassen zu intergrieren. Die Praxis hat gezeigt, dass dies nicht funktioniert, zumal vermehrt auch Jugendliche zu uns kommen, die nicht alphabetisiert sind und auch eine andere Schrift haben. In den regionalen Integrationsklassen können die Jugendlichen nun ein Jahr bleiben (manchmal sogar mehr). Sie werden je nach Leistungsstand in die Regelklassen organisiert. Die RIK-Klassen sind ausserordentlich heterogen zusammengesetzt. Zukünftige Gymnasiastinnen lernen neben Schülern mit starker kognitiver Beinträchtigung. Auch die Altersgrenze ist etwas flexibler und kann bis zu 18 Jahren betragen. Die Stimmung in diesen Klassen ist – nach Aussagen der Lehrkräfte – ausserordentlich positiv. Das Potential, das in diesen Kids steckt, zeigt sich in diesem wunderbar schrägen Film. Auch die Lieder wurden von den Schülern selber umgesetzt. Wir ziehen den Hut und wünschen den jungen Erwachsenen alles Gute für die Zukunft und Ihnen, liebe Condorcet-Leserinnen und -Leser,  viel Vergnügen!

Verwandte Artikel

Monumentale Missverständnisse

Konrad Paul Liessmann ist Professor für Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik an der Universität Wien. Er ist auch Mitglied der GBW und ein prominenter Kritiker der Kompetenzorientierung. In seinem Beitrag macht er sich Gedanken über die Demolierung von Denkmälern und fragt nach dem Geschichtsbild der Akteure. Sein Beitrag erschien zuerst in der NZZ (Dienstag, 16.6.20).

Digital-Apostel in Vogel-Strauß-Manier oder: Sprechverbote über den Einsatz von Digitaltechnik und Datenschutz in Schulen sind keine Lösung

Sprechverbote über den Einsatz von Digitaltechnik und Datenschutz in Schulen sind keine Lösung, merkt Medienwissenschaftler Ralf Lankau zum Blog-Eintrag über Digital-Washing und postdigitale Schulen von Philippe Wampfler (18. Oktober 2020) an. In seiner Replik widerspricht er Wampflers Forderungen, die Schulen ohne lange Diskussionen zu praktischen Laboren der Digitalität umzugestalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.