22. August 2026

Condorcet-Autor Alain Pichard in der Sonntagszeitung «Man hält Eltern oft für etwas nervig»

Natürlich freut es uns, dass wieder ein Autor des Condorcet-Blogs die Gelegenheit hatte, in der grossen Sonntagszeitung zu aktuellen Bildungsfragen Stelung zu nehmen. Die Interviewerin Nadja Pastega leitete das Gespräch mit folgenden Worten ein: Ende Monat geht der bekannteste Lehrer der Schweiz in Pension. Der kämpferische Pädagoge über miserable Lehrkräfte, schädliche Schulreformen und engagierte Väter und Mütter.

Nadja Pastega, Journalistin Sonntagszeitung: Kann man jahrelang unbeaufsichtigt unterrichten?

Herr Pichard, wie haben Sie Ihre eigene Schulzeit in Erinnerung?

Da fragt man sich, warum Sie Lehrer geworden sind.
Fakt ist: Bei den Lehrerinnen und Lehrern gibt es auch heute noch grosse Qualitätsunterschiede.
Pichard als junger Lehrer (rechts, mit Stift im Mund): Auf einer Vogelexkursion mit seinen Schülerinnen und Schülern in den 80er-Jahren.

«Lehrerinnen überklebten im Lesebuch Tierbilder, weil Muslime keine unreinen Tiere sehen wollten. Es war unglaublich.»

Also fängt man bei jeder Generation wieder von vorne an?
«Dieser Kompetenzquark stammt von Bildungsforschern, die den Herausforderungen des Unterrichts fernbleiben»: Alain Pichard über den Lehrplan 21.

«Wenn wir den ganzen Unterricht den Algorithmen anvertrauen, dann gute Nacht!»

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Condorcet-Autor Alain Pichard ist von Anfang an ein Gegner der Frühfranzösisch-Reform gewesen. Mittlerweile bestätigen sich all seine Prognosen. Trotzdem warnt er vor falschen Argumenten und vor allem vor dem Verzicht auf das Französischlernen.

„Mainstreaming“ in den USA

Die Entwicklungen der schulischen Integration in den USA werden politisch ernst gemeint, aber selten tatsächlich in dessen Geist umgesetzt (Jülich 1996). Sie wurden erstmals 1975 mit dem „Education for All Handicapped Children Act“ (EHA) festgeschrieben und 2001 mit dem „No Child Left Behind Act“ weiter präzisiert: Mit der „Least Restrictive Environment“ (LRE) wurde die Entscheidungsrichtlinie für die zu wählende Schulform vorgeschrieben, wobei integrative und separierende sonderpädagogische Systeme (Klinik, staatliche Institution, private Tagesschule, öffentliche Sonderschule, Regelschule) nebeneinander bestehen. Ein weiteres spannendes Kapitel aus der Geschichte von unserem “hauseigenen” Bildungshistoriker Peter Aebersold.

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