11. April 2026

Traurige Nachricht: Haushistoriker Peter Aebersold ist unerwartet gestorben

Unser Haushistoriker, wie wir ihn respektvoll nannten, ist von uns gegangen. Peter Aebersold hat uns zahlreiche Beiträge über historische Persönlichkeiten, welche die Bildungsgeschichte geprägt haben, geschenkt. Ob Stapfer, Montesquieu, Rousseau, Locke oder Commenius, fast 40 Porträts sandte er uns. Besonders angetan war er von der Bildungsgeschichte der Helvetischen Republik. Und ja, unseren Namensgeber, Jean-Marie de Condorcet, hatte er erst durch die Gründung unseres Blogs entdeckt. Auch zu seiner Person schrieb er uns ein ergreifendes Porträt. Hans-Peter Amstutz erinnert sich an ihn. Ein ausführlicher Nachruf wird folgen.

Der unerwartete Hinschied von Peter Aebersold hat mich sehr berührt. Ich habe mit ihm am Donnerstag, einen Tag vor seinem Tod, an unserem Vortragsabend noch längere Zeit diskutiert.

Dabei ist mir seine Heiterkeit während des Gesprächs besonders aufgefallen.

Er konnte gut zuhören und hat sich trotz seiner grossen Kompetenz in Bildungsfragen nie in den Vordergrund geschoben. Er war ein wirklich angenehmer und wacher Kollege.

Wir werden Peter als Mensch und Verfasser kluger Beiträge sehr vermissen. Seine Texte zeichneten sich durch scharfsinnige Analysen und umfangreiches Hintergrundwissen aus. Dabei scheute er sich nicht, seine humanistische Position in Bildungsfragen mit Entschiedenheit zu verteidigen und oberflächliche Pädagogik zurückzuweisen. Peter ist im Alter von 74 Jahren arbeitend vor seinem Computer an einem Herzversagen gestorben. Was er wohl gerade geschrieben haben mag?

Wir werden Peter nicht ersetzen können und wissen, dass wir mit ihm einen grossartigen Mitstreiter verloren haben.

Er wird uns in bester Erinnerung bleiben.

Hanspeter Amstutz

P.S. Peter Aebersold wollte nie ein Bild von sich veröffentlicht sehen, weshalb wir auch jetzt darauf verzichten. Wir haben aber seine Entourage gebeten, für uns noch einen Nachruf zu schreiben.

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Hanspeter Amstutz: Der Schaden ist riesig

Man hat sich nicht nur in den Reihen der Condorcet-Redaktion die Augen gerieben, als der Sprachdidaktiker Maik Philipp vergangene Woche auf die drohende Gefahr des wachsenden Illetrismus hingewiesen hat. Condorcet-Autor Carl Bossard hat dazu einen Artikel geschrieben. Nun bringen wir auch noch ein Zitat unseres Condorcet-Autors Hanspeter Amstutz, der die Angelegenheit auf den Punkt bringt.

Bitte keinen Hüteprozess mit hochtrabenden pädagogischen Floskeln

Die Integration sei gescheitert, wird in der Schuldebatte immer wieder moniert. Das stimmt nur bedingt, denn die Schule ist durchlässig wie noch nie und die Lehrkräfte haben noch nie so viel Verständnis für echte Benachteiligungen gehabt. Gescheitert ist die ideologische Umsetzung einer Heilsversprechung, die in den Schaltzentralen der Bildungsverwaltung entstand. Die bewährten Kleinklassen wurden im Prinzip aufgelöst, um sie mit einem Sammelsurium von Etiketten durch die Hintertüre wieder einzuführen.Nun will man mit gebastelten Lerninseln die Lehrkräfte entlasten. Auf der Strecke bleiben die betroffenen Kinder, die kaum mehr etwas lernen. Dies ist die Kernaussage von Alain Pichard, die er in der Sonntagszeitung darlegen durfte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert