8. März 2021

Baselland, immer wieder Baselland: Der Lehrplan wird entschlackt

Was eine effiziente und beharrliche Organisation (Starke Schule beider Basel), ein mutiger LehrerInnenverband (LVB), gescheite Köpfe (Hoffmann, Loretz, Schmutz oder von Wartburg), eine zuhörende Bildungsdirektorin (Monica Gschwind) und engagierte Lehrkräfte bewirken können, wenn sie zusammenarbeiten und kompromissbereit sind, zeigt sich derzeit wieder einmal im Kanton Baselland. Untenstehende Medienmitteilung erreichte uns letzte Woche.

Lehrplan 21: 470 Seiten, 2’300 Kompetenzstufen.

Der auf das Schuljahr 2018/19 aufsteigend in Kraft gesetzte Baselbieter Lehrplan Volksschule der Sekundarstufe gilt seit Beginn als hochumstritten. Nicht zuletzt die Organisation «Starke Schule beider Basel» kritisiert schon lange die Fülle der 3500 Kompetenzbeschreibungen, die im Lehrplan festgehalten sind. Im Hinblick auf die definitive Einführung des Lehrplans per 2022/23 hat der Baselbieter Bildungsrat nun Arbeitsgruppen beauftragt, ihn zu vereinfachen, Wiederholungen zu eliminieren, Definitionen verständlicher zu formulieren, Inhalte zusammenzufassen und ihn gesamthaft zu ordnen. Eine neue Begleitgruppe soll zudem Schulleitungen und Lehrervertretungen besser einbinden. Ausschlaggebend war das Feedback von über 700 Sekundarlehrern zum Lehrplan, wie die Bildungsdirektion mitteilte.

Der Bildungsrat ist zuversichtlich, mit dem breiten Einbezug von Lehrpersonen und Schulleitungen auf das Schuljahr 2022/2023 einen hochwertigen und praxistauglichen definitiven Lehrplan Volkschule in Kraft setzen und damit den Bildungsauftrag zugunsten der Schülerinnen und Schüler relevant, stufenübergreifend abgestimmt und verständlich fassen zu können.

 

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Felix Schmutz ist mit den Thesen für die Kompetenzorientierung von Philippe Wampfler (https://condorcet.ch/2021/01/warum-kompetenzen-den-kern-von-bildung-darstellen-und-was-daraus-folgt/) nicht einverstanden. Das primäre Bedürfnis sei nicht, die Welt zu verändern, sondern die Faszination, das Ringen um Verständnis der unbekannten Sache.

4 Kommentare

  1. Endlich wagt es ein Kanton die “Heilige Kuh” in Frage zustellen.
    Zuerst wurden Hunderttausende von Franken investiert um von hochvergeistigten, oft praxisfremden Spezialisten ein Werk zu schaffen, das seinesgleichen sucht, in der Praxis aber nicht brauchbar ist.
    Jetzt werden wieder Tausende von Franken investiert um den Irrtum zumindest teilweise zu korrigieren – das kennen wir doch irgendwie schon vom Französischlehrmittel.
    Schade, dass nicht von Anfang an Leute von der Front ins Boot geholt wurden – ich denke, es hätten sich viele Irrtümer und praxisfremde Machform vermeiden lassen.

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