28. Juli 2026

Literaturtipp: Der Tanz der Tiefseequalle

Es war eine Neuentdeckung. Condorcet-Autor Alain Pichard las mit seinen 7. Klässlern den Jugendroman “Tanz der Tiefseequalle” von Steffanie Höfler. Diese Geschichte ist eine Sternstunde der Jugendliteratur. Das fand auch Kalya Strazza, 14 Jahre alt und Schülerin des OSZ-Orpund. Sie schrieb für den Condorcet-Blog eine Rezension.

Bild: api

Im Buch «Tanz der Tiefseequalle» geht es um eine ungleiche Freundschaft, um Mut und Mobbing. Die Protagonisten des Buches sind die beiden Teenager Niko und Sera. Niko ist ein übergewichtiger Junge, der von seinen Mitschülern oft auf gemeine Art gehänselt wird, der es aber relativ gelassen nimmt. Sera ist ein bildhübsches Mädchen, deren Eltern aus Ägypten stammen, und der Schwarm vieler Jungs.

Der Antagonist heisst Marko. Er piesackt Niko und stiftet seine Mitschüler an, dasselbe zu tun. Ausserdem ist er seit längerem in Sera verliebt und versucht ihr ständig näherzukommen.

Das Buch handelt davon, dass Sera Opfer einer Grapsch-Attacke von Marko wird und Niko sie unfreiwillig rettet. Danach verhalten sich ihre Mitschüler plötzlich sehr komisch ihr gegenüber. Nachdem dies geschehen ist, tanzt die schöne Sera plötzlich mit dem kleineren dicken Niko an einer Klassenparty.  Das hat fürchterliche Folgen, mit denen vor allem Sera nicht umgehen kann. Können Niko und Sera Freunde sein? Oder sogar mehr? Die beiden schmieden einen Notfallabhauplan, der noch viele Überraschungen für sie bereithält …

Einfacher Schreibstil, bewegende Geschichte

Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach gehalten. Sie beschreibt aber viele Personen, die in jeder Klasse vorkommen, was ich gut finde. Die Geschichte ist sehr genau beschrieben und wird verständlich vermittelt. Ich denke, die Gefühle der Personen (zum Beispiel wie Sera sich fühlt, als Marko sie belästigt) sind richtig gut dargestellt. Das lässt einen darüber nachdenken, wie man seine Klassenkameraden oder andere Leute in seinem Umfeld behandelt oder wie man künftig reagieren soll, wenn man selber Zeuge eines solchen Vorfalls wird.

Bild: api

Das Buch «Tanz der Tiefseequalle» ist schön zu lesen, die Freundschaft zwischen Niko und Sera berührt. Die Gefühle der Protagonisten sind anschaulich und detailliert dargestellt, und zwar abwechslungsweise immer aus deren Perspektive. Das macht das Buch enorm unterhaltend. Ich kann dieses Buch wirklich allen empfehlen, die gerne emotionale und bewegende Geschichten lesen, die trotzdem nahe an der Wirklichkeit sind.

 

Kayla Strazza

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Caroline Emke: Absage an den Diskurs

Ob auf Tagungen oder in Linkedin-Foren, es wird immer offensichtlicher, dass sich Leute, die sich mit ihren Forderungen und Ideen nicht durchsetzen können, den Diskurs meiden und sich in ihrer Bubble bestätigen lassen. Sie nehmen an keinen Podiumsgesprächen teil und ziehen den selbstreferenzialen Rahmen vor. Carolin Emcke erhebt diese Haltung sogar zur Pflicht.

Deborah Meier oder Warum ich die USA immer noch liebe!

In zwei Wochen finden in den USA die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Für viele Menschen in Europa scheinen die USA zurzeit eine schlimmere Bedrohung zu sein als der Klimawandel oder China. Condorcet-Autor Alain Pichard stellt uns die Geschichte einer aussergewöhnliche Schule in Boston vor, erklärt, warum er dieses Land immer noch liebt und weshalb er auch nicht glaubt, dass die USA untergehen werden. Menschen, wie die von ihm porträtierte Deborah Meier, bestärken ihn in diesem Glauben. Lesen Sie den ersten Teil seiner spannenden Reportage.

1 Kommentar

  1. Liebe Kayla
    nachdem ich deine Rezension gelesen hatte, habe ich mir das Buch natürlich sofort gekauft. Du hast das Buch sehr einladend vorgestellt, da konnte man gar nicht anders. Ich kann mich dir nur anschliessen, auch ich finde es ausgezeichnet. Die ganze Dynamik in der Klasse ist sehr feinfühlig beschrieben. Man hätte es den Lehrpersonen gewünscht, dass sie aufmerksamer beobachtet und entsprechend reagiert hätten. Zum Glück gibt es Menschen wie Sera, die genügend Mut haben, Unrecht etwas entgegen zu setzen. Das Buch hat in eurer Klasse sicher zu engagierten Diskussionen geführt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert