27. Februar 2026

Philipp Tingler (NZZ): Alles im Jetzt?

Wir zitieren diese Gedanken aus einem bemerkenswerten Essay des schweizerisch-deutschen Schriftstellers Philipp Tingler. Der vollständige Text (Wird alles neu, oder bleibt alles wie früher?) ist am 21.10.2020 in der NZZ erschienen.

Vor der digitalen Ära äusserte sich die Fiktionsbedürftigkeit des kultivierten Menschen nicht zuletzt in der Orientierung an Vergangenheit und Zukunft. Die digitale Spätmoderne, in der wir leben, hingegen ist eine Kultur, die um einen Gegenwartspunkt kreist, die Aktualitätsspitze, das letzte Posting. Aber wer den Menschen stets im Hier und Jetzt haben will, muss ihn schliesslich als eine Art defizitäre Maschine betrachten, denn nur der Algorithmus ist stets im Hier und Jetzt. Der Mensch braucht das Schauen nach vorne und hinten, für die Möglichkeiten, sich der Differenz des Neuen zu öffnen.

Philipp Tingler in (NZZ, 21.10.20 aus “Wird alles neu, oder bleibt alles wie früher?” S. 32)

Philipp Tingler, 1970, schweizerisch-deutscher Schriftsteller und Literaturkritiker, lebt in Berlin.

 

 

 

image_pdfAls PDF herunterladen

Verwandte Artikel

Ein Bild – und wenig dahinter

Unser Redaktor Alain Pichard ist nicht zu beneiden. Da lädt (und bezahlt) er ein Bild von AdobeStock, einer Bezahlgalerie, herunter, in der Meinung, es handle sich um eine treffende Illustrierung zum folgenden Artikel (Sorgenkind Mathematik, 18.3.20). Und dann muss er die Häme eines Mathematikers über sich ergehen lassen, der sich mit der auf dem Bild abgebildeten Rechnung genauer auseinandersetzt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert