22. September 2026

AVS stellt sich weiterhin quer

Das AVS im Kanton Baselland (Amt für Volksschule) ist eine Unterabteilung der Bildungsdirektion. Dort wirken weiterhin praxisferne Bildungsbürokraten, welche das Scheitern der Kompetenzorientierung oder des Frühsprachenkonzepts nicht wahrhaben wollen und sich nicht scheuen, den klaren Willen einer Mehrheit der Lehrpersonen und Parteien zu negieren. Der Sekundarlehrer und Condorcet-Autor Felix Hoffmann berichtet.

Bei den Parteien und den massgebenden Bildungsorganisationen (AKK, LVB, SSbB, SLK und KLS*) besteht Konsens, dass der Lehrplan Volksschule Baselland zwei Teile umfassen soll: Teil A mit “Themen und Stoffinhalten”, Teil B mit “Kompetenzformulierungen”. Als Mustervorlage für dieses Konzept gilt der vom Bildungsrat genehmigte Englischlehrplan. Dessen Teil A besteht aus 1 – 2 Seiten pro Schuljahr. Er ist klar und übersichtlich formuliert ohne Kompetenzbeschreibungen.

*AKK: Amtliche Kantonalkonferenz, LVB: Lehrerinnen- und Lehrerverein, SSbB: Starke Schule beider Basel, SLK: Schulleitungskonferenz, KLS: Konferenz Lehrpersonen der Sekundarstufe 1

Geschichte – fast wie bisher

Ganz anders der neunseitige Teil A des Fachs Geschichte. Unterhalb des fett gedruckten Titels “Lehrplan mit Stoffinhalten, Themen und Treffpunkten” folgen innerhalb eines unübersichtlichen und dicht gedrängten Geflechts aus unterschiedlich grossen Spalten und engen Zeilen 88 Kompetenzformulierungen, die den Kategorien “Treffpunkte” und “Grobziele” zugeordnet sind. Stoffinhalte lassen sich da und dort ausmachen. Allerdings sind diese teilweise keinen Themen zugeordnet. Der Geschichtslehrplan Teil B enthält weitere 27 Kompetenzbeschreibungen. Macht insgesamt 115 Kompetenzformulierungen.

Da halfen auch die zahlreichen Voten nichts, wonach der Lehrplan in seiner derzeit überladenen Form zur absoluten Beliebigkeit führe, sodass jede Lehrkraft durchnimmt, was ihr beliebt.

Kein Handlungsbedarf

Zurzeit wird der Lehrplanteil A im Fach Geschichte unter der Federführung des AVS überarbeitet. Angesprochen auf den eklatanten Widerspruch zum breit abgestützten politischen Konsens, vermochte die Leiterin der Geschichtsratingkonferenz vom 8. September keinen Handlungsbedarf erkennen. Forderungen nach umfassenden strukturellen Änderungen blieben unberücksichtigt. Da halfen auch die zahlreichen Voten nichts, wonach der Lehrplan in seiner derzeit überladenen Form zur absoluten Beliebigkeit führe, sodass jede Lehrkraft durchnimmt, was ihr beliebt.

Die leicht durchschaubare Taktik des AVS, übertragen auf die Gastronomie: Sie bestellen einmal Schwein und einmal Rind. Tatsächlich aber bekommen sie zweimal Schwein. Das erste getarnt mit einem Kuhschwanz.

 

Felix Hoffmann, Sekundarlehrer

Dieser Beitrag erschien zuerst auf der Homepage der Starken Schule beider Basel

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