«Ökonomisierung der Schule» – bloss ein Schlagwort?

Hans Rentsch (1943) ist promovierter Ökonom (Dr. rer. pol.), Organisations- und Strategieberater für Firmen im In- und Ausland, Buchautor und ein klarer Vertreter freiheitlicher und liberaler Grundsätze, als solcher auch ein Unterstützer des Condorcet-Blogs von Beginn an. Gar nicht einverstanden ist der Mann der Wirtschaft mit dem Vorwurf, die Schule werde ökonomisiert, will heissen, nach industriellen und wirtschaftlichen Prinzipien umorganisiert. Mit Wirtschaftlichkeit, so eine seiner Kernaussagen, haben die heutigen Reformen gar nichts zu tun.

Vorsicht vor Untergangspropheten

Condorcet-Autor Alain Pichard hat es nicht so mit Apokalyptikern, egal ob diese Ideen vertreten, die ihm näher oder ferner sind. In einer Replik auf Felix Hoffmann anerkennt er eine gewisse Plausibilität der Thesen von Winterhoff, bemängelt aber das Fehlen von Empirie und stellt die Pauschalargumente in Frage.

Für Sie gelesen: „Deutschland verdummt“

Alarmiert durch besorgniserregende Schulreformen rechnet der Psychiater Michael Winterhoff schonungslos mit dem deutschen Schulsystem ab. Wie bei vielen Entwicklungen um einige Jahre verspätet, greifen diese, gefördert durch den Lehrplan 21, auch in der Schweiz um sich. Trotz Winterhoffs apokalyptischer Neigung möge sein Buch Lehrkräfte darin bestärken, einen pädagogisch verantwortungsvollen Kurs zu halten oder einen solchen in Erinnerung zu rufen – gerade angesichts der bildungspolitischen Reformhysterie. Vor allem aber sollten es Bildungspolitiker lesen, die sich dazu berufen fühlen, auf einem ihnen fremden Terrain Entscheidungen zu treffen, meint der Sekundarlehrer Felix Hoffmann, der das Buch gelesen hat.

Wer schweigt, schadet der Volksschule

Der pensionierte Sekundarlehrer und Condorcet-Autor Hanspeter Amstutz hat den Text von Carl Bossard (Wer trägt die Verantwortung, 3. November) gelesen und sich dabei seine Gedanken über fehlenden Mut und grassierenden Konformismus gemacht.