4. März 2026
Bildung ist ein Wahlkampsthema - in Zürich und Bern

Ist alles gut mit der Bildung? – Ein LinkedIn-Disput

Es ist Wahlkampf. Die Bildung spielt im Wahlkampf eine grössere Rolle als auch schon. Auch in den sozialen Medien gibt es einen Austausch, in den sich auch unser Condorcet-Autor Alain Pichard einbrachte. Ist mit der Schule alles in Ordnung (SP-Haltung) oder gibt es da doch einige Baustellen (Alain Pichard)? Wir bringen den Schlagabtausch zwischen Patricia Bernet und Alain Pichard in seiner vollen Länge!

Patricia Bernet, Uster

Den Reigen eröffnete die Biologin und Präsidentin der Primarschulpflege in Uster:

Das Geschrei über das Scheitern der Volksschule ist völlig unbegründet. Rund 90% der Kinder besuchen die Volksschule (rund 6% in Privatschulen, 4% in externen Sonderschulen). Beim letzten Pisatest hat die Schweiz gut abgeschnitten:
In Mathematik erreichten wir 508 Punkte (Platz 8 weltweit), in Naturwissenschaften 503 Punkte (über OECD-Durchschnitt 485) und im Lesen 483 Punkte (über OECD-Durchschnitt 476).
Damit die Kinder auch weiterhin gute Leistungen erbringen können, müssen wir die Schule weiterentwickeln und den heutigen Bedingungen anpassen. Entwicklung statt Stagnation (und bitte kein Rückschritt in die 70er Jahre). Innovation und Qualitätsförderung statt weiter wie bisher.

 

Die Antwort von Alain Pichard:

 

Liebe Ex-Genossin, es gibt da schon ein Problem, aber diese Jugendlichen habt ihr bei eurem Kampf für neue Büros für eure Genossinnen und Genossen schon längst vergessen.

Patricia Bernet:

Alain Pichard Was der Kampf um Büros (welche Büros?) mit dem Lernerfolg zu tun hat, ist mir schleierhaft.
Ich setzte mich ein für eine bessere Schule. Dafür bräuchten wir v.a. PolitikerInnen, die Fakten anerkennen. Die GLP gehört leider nicht dazu. Förderliche Massnahmen für bessere Leistungen wären z.B.: Keine Noten bis mind. Ende der 6. Klasse, Abschaffung der Selektion und Schulentwicklung auf Basis wissenschaftlicher Evidenz.
Alain Pichard:
Der Begriff “Büros für die Genossinnen und Genossen” ist eine Metapher und stammt vom ehemaligen SP-Mitglied aus Langnau Res Aebi. Der Sekundarlehrer meinte damit, dass es im Bildungssystem ein riesiges Wachstum im Überbau der Schule gegeben habe. Es bildete sich eine Art Allianz von Wissenschaft, Verwaltung und Politik, die genau diese Reformideen, die Sie in Ihrer Antwort schreiben, predigen. Die Hebel in den Schaltstellen der Bildungspolitik werden derzeit von Leuten bestimmt, die den Herausforderungen des Unterrichts fernbleiben. Ihre Forderungen (Noten abschaffen, Supervisionen, Coaching) entspricht genau dieser Agenda. Sie sprechen von Fakten. Wo sind die Quellen? Ich spreche von den PISA-und ÜGK-Resultaten und die Resultate zeigen eine andere Evidenz. Die Leistungen an unserer Volksschule sinken. Und auf meine Aussage, wonach 25 % unserer Kinder nach 9 Schuljahren nicht richtig lesen und schreiben können, gehen sie gar nicht ein.

 

 

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